Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Regionalität und Saisonalität prägen den Schulalltag der HLBLA St. Florian

Leserartikel Julia Karner, 13.11.2020 10:09

ST. FLORIAN. Die HLBLA St. Florian hat sich vor allem Regionalität und Saisonalität zum Ziel gesetzt und versucht, dies im Schulalltag und gemeinsam mit der gesamten Schulgemeinschaft umzusetzen.

(Fotos: HLBLA St. Florian)
  1 / 2   (Fotos: HLBLA St. Florian)

Die Höhere Lehranstalt für Landwirtschaftliche Berufe hat sich in vielen verschiedenen Bereichen Ziele gesetzt.

Umweltzeichen

Bereits 2006 wurde die HLBLA St. Florian als eine der ersten Höheren Schulen mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. 2010, 2014 und 2018 wurde diese Auszeichnung nach eingehender Prüfung um jeweils weitere vier Jahre verlängert. Weiterbildung zur Nachhaltigkeit sowie ein ökologisches Bildungsumfeld sind zentrale Bereiche des modernen bildungspolitischen Auftrages. Im Schulalltag bedeutet das beispielsweise, dass alle auf eine ausgewogene, biologische, regionale sowie saisonale Ernährung achten.

Schuleigene Fleischverarbeitung

Ausgestattet mit einer modern eingerichteten und voll ausgestatteten Fleischverarbeitung/Schlachterei lernen die Schüler die Grundlagen sowie das Grundwissen des Schlachtens und der Fleischverarbeitung, wobei im Fokus die sach- und tiergerechte Schlachtung steht, die im eigenen Schlachtraum erfolgt. Die daraus entstehenden Lebensmittel (alle möglichen Fleisch- und Wurstarten) werden hauptsächlich für die schuleigene Küche verwendet. Grundsätzlich wird darauf geachtet, dass das gesamte Tier verwertet wird.

Regionale Partner

Die Lebensmittel und Produkte für die Schulküche beziehen sie von regionalen Landwirten sowie Unternehmen aus der Umgebung. Ein weiterer Partner seit mittlerweile zehn Jahren ist die ARGE Wildbret Linz-Land, wo eine enge Kooperation herrscht und beispielsweise auch regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen angeboten werden. Für die Schule wichtige Mottos lauten: „Aus der Region, für die Region!“ und „Von den Bäuerinnen und Bauern für die Bäuerinnen und Bauern!“ “Wir sind im Rahmen dessen einerseits Produzenten und andererseits Konsumenten. Wir kooperieren auch mit Jägern aus der Region und mit dem OÖ Landesjagdverband (zum Beispiel im Rahmen des an der HLBLA St. Florian angebotenen Jagdkurses mit abschließender Jagdprüfung). Weiters findet jährlich kurz vor den Weihnachtsferien im Rahmen einer Adventbesinnung und anschließenden Adventwanderung ein abschließendes gemeinsames feierliches Essen statt, wo eine köstliche Hasensuppe – versorgt von unseren regionalen Jagdpartnern – verzehrt wird. In unserer Schule befindet sich ebenfalls ein Automat mit Milchprodukten der Berglandmilch Genossenschaft“, sagt Pädagoge Florian Wahl.

Schuleigene Produkte, Lebensmittel und Schulküche

Die HLBLA St. Florian verfügt über einen schuleigenen Gemüse- und Obstgarten. Sämtliche Kräuter-, Obst- und Gemüsesorten werden geerntet und in der Schulküche weiterverarbeitet oder im Lebensmittellabor im Unterricht zu weiteren Produkten veredelt. An allen Tagen pro Woche wird Frühstück, Mittag- und Abendessen (am FR kein Abendessen) angeboten, wobei darauf geachtet wird, dass schuleigene Produkte und Lebensmittel verwendet werden. Weiters wird hier großer Wert auf eine biologische sowie ausgewogene und gesunde Ernährung gelegt. Im Rahmen des Mittagessens kann zwischen einem Fleischgericht und einem vegetarischen Gericht gewählt werden. Verwenden werden nahezu ausschließlich regionale, saisonale, biologische sowie fair gehandelte Produkte und es wird Wert darauf gelegt, täglich frisch zu kochen.

„Gesunde und regionale Jause“ / „Zukunftsfitte Jause“

Seit diesem Schuljahr werden an zwei Tagen pro Woche Jausenprodukte (vor allem Gebäck, aber auch Käse und Wurst) von Schülern verkauft. Dies ist zugleich das Ergebnis einer Projektgruppe des dritten Jahrganges, welche nach der Möglichkeit der Wiederaufnahme eines Jausenbetriebs an der Schule gesucht haben. „Eine Landwirtin aus St. Florian beliefert uns als Direktvermarkterin mit den Jausenprodukten. Das Projekt steht unter dem Motto „Zukunftsorientierte Jause“. Darunter verstehen wir eine Jause, die in den Bereichen Regionalität, Saisonalität und Umweltverträglichkeit überzeugen kann, vor allem in Anbetracht des Umweltzeichens, das unsere Schule trägt. Zur Erfüllung dieser Anforderungen erscheint es uns am zweckmäßigsten, mit bäuerlichen Direktvermarkterinnen und Direktvermarktern aus der Region eine Kooperation zu etablieren“, so Wahl.

Spendenverkauf

Schuleigene Produkte und Lebensmittel werden nicht nur in der Schulküche verarbeitet, sondern im Zuge regelmäßiger Spendenverkaufsaktionen verkauft. „Wir verkaufen unsere schuleigenen Produkte und Lebensmittel beispielsweise beim jährlich zu Weihnachten stattfindenden Spendenstand im Rahmen der Spendenaktion 'Licht ins Dunkel' im ORF-Zentrum in Linz. Des Weiteren werden unsere Produkte und Lebensmittel bei diversen Schulveranstaltungen verkauft“, erzählt Florian Wahl. Ein besonderes Highlight bietet der „Florianer Standlmarkt“ beim jährlich stattfindenden Tag der offenen Tür, wo ebenfalls schuleigene Produkte und Lebensmittel zum Verkauf angeboten werden.

Schulprojekte und Unterrichtsgeschehen

Auch im Rahmen der Ausbildung hat es sich die Schule zum Ziel gesetzt, Regionalität und Saisonalität, auch im Sinne der Klimagerechtigkeit und des Tierwohls, wieder mehr in den Fokus zu rücken. Dies bildet einen zentralen Kern der Ausbildungsinhalte. „Als angehende Landwirte stellen auch wir fest, dass Lebensmittel immer mehr an monetärem und ideellem Wert verlieren. Gab man früher noch den Großteil seines Verdienstes für Nahrungsmittel aus, so wird heute nur mehr ein Bruchteil des Einkommens für Lebensmittel verwendet. Viel zu viele kostbare Roh- und Verarbeitungsprodukte werden nicht zweckmäßig gebraucht und stattdessen entsorgt. Wir setzen uns gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern mit der Frage der Steigerung der Wertschätzung von Lebensmittel auseinander und wie man dafür sorgen kann, dass möglichst wenig Lebensmittel im Müll landen“, so Wahl. Die HLBLA St. Florian erarbeitet diese und viele weitere Fragestellungen sowie mögliche Lösungen im Projekt- und Regionalmanagementunterricht.

Schulgenossenschaft

„Mit diesem Schuljahr planen wir die Gründung einer Schulgenossenschaft. Aufgaben und Funktionen dieser Schulgenossenschaft, die in weiterer Folge voll funktionsfähig wie eine Firma agieren kann und wird, werden es sein, schuleigene Produkte, Lebensmittel sowie selbst erstellte Erzeugnisse zu verkaufen. Der Erlös fließt wiederum ins Schulbudget ein. Wir planen ebenfalls, einen voll funktionsfähigen mobilen Hühnerstall zu bauen, damit die ganzjährige Selbstversorgung mit eigenen Eiern sichergestellt ist“, erklärt Wahl.

„Florianer Marktplatz“

Viele der Absolventen, die einen landwirtschaftlichen Betrieb führen, haben sich mit der Direktvermarktung ein zusätzliches Standbein geschaffen und bieten eine Vielfalt von Produkten und Innovationen an. „Der Absolventenverband der HLBLA St. Florian und wir unterstützen diese Bemühungen. Von Seiten des Absolventenverbandes wurde hierfür die Plattform 'Marktplatz der Florianerinnen und Florianer' ins Leben gerufen. Mitmachen können alle aktiven Mitglieder des Verbandes, wobei die Teilnahme selbstverständlich kostenlos ist. Für jeden Betrieb wird auf der Homepage des Absolventenverbandes ein Betriebsblatt mit den wichtigsten Informationen online gestellt. Ziel des Marktplatzes ist es, die Regionalität zu fördern und ein positives Image für die Landwirtschaft zu schaffen“, sagt Wahl.

Virtueller Tag der offenen Tür

Die Schule bietet viele verschiedene und interessante Ausbildungsmöglichkeiten. Wer sich etwa für Landwirtschaft und den ländlichen Bereich interessiert oder eine fundierte fachlich-praktische Ausbildung möchte, kann im Rahmen des diesjährigen Tages der offenen Tür am Florianer Schulleben teilnehmen und sich vom Ausbildungsangebot überzeugen.

Virtueller Tag der offenen Tür:

Am Samstag, 14. November auf www.hlbla-florian.at

Marktplatz:

www.derflorianer.at/marktplatz/


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden