Die Stadt Enns hat ihre erste Community Nurse
ENNS/ENNSDORF. Die Ennsdorferin Karin Lang ist ab 1. April als Community Nurse für Enns im Einsatz. Im Gespräch mit Tips erklärte die 28-Jährige, was ihr Aufgabenbereich sein wird.

Karin Lang ist diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester und bis 1. April in Bildungsteilzeit im Primärversorgungszentrum Enns bei den Hausärzten beschäftigt. Zu ihren Aufgabenbereichen gehören unter anderem Wundversorgungen, das Ausarbeiten von Visiten, Infusionstherapien, Untersuchungsvorbereitungen und labormedizinische Untersuchungen. Heuer im September wird sie ihren 2020 begonnenen Master-Studiengang „Advanced Nursing Practice“ an der FH Krems beenden. Ihre Masterarbeit schreibt sie über das Thema „Community Nursing in Enns“.
Zweite Community Nurse kommt
In Enns sind für das Projekt „Community Nursing“ eineinhalb Vollzeitäquivalente geplant. Neben der von Karin Lang bereits besetzten Vollzeitstelle wird noch eine Teilzeitstelle ausgeschrieben. Das durch EU-Fördergelder finanzierte Pilotprojekt ist für einen Zeitraum von drei Jahren konzipiert. Für diese drei Jahre stehen maximal 300.000 Euro pro Vollzeitäquivalent für die definierte Einwohneranzahl zur Verfügung. Die Ennser Community Nurses werden beim Sozialhilfeverband Linz-Land angestellt. Ihr Büro wird im Gesundheitszentrum Enns eingerichtet. Den beiden wird ein E-Auto zur Verfügung gestellt, mit dem sie ihre dienstlichen Fahrten erledigen können.
Förderung der Gesundheit
Als Community Nurse ist Karin Lang die Anlaufstelle für ältere, zu Hause lebende Menschen mit drohendem oder bestehendem Informations-, Beratungs-, Pflege- und/oder Unterstützungsbedarf sowie deren pflegende und betreuende Angehörige und Familien. „Ziel ist es, die Selbsthilfekompetenz unserer Klienten zu stärken, damit sie so lange wie möglich zuhause bleiben können“, sagt Lang. Die Beratung der Klienten und Angehörigen erfolgt über Workshops, Seminare, Hausbesuche und Schulungen. „Prävention und Gesundheitsförderung sind Kernkompetenzen der Gesundheits- und Krankenpflege und auch im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz verankert. Gesundheitszentren haben aber leider oft zu wenig Ressourcen, um sie umzusetzen“, so Lang.
Bessere Vernetzung
Als Bindeglied zwischen den verschiedenen Gesundheitsdienstleistern will sie zu einer besseren Vernetzung beitragen und deren Angebote stärker nach außen tragen. Da das Projekt „Community Nursing“ bei uns noch in den Kinderschuhen steckt, kommt dieselbe Herausforderung bald auch auf sie in ihrer neuen Aufgabe als Community Nurse zu. „Wir werden mit dem Projekt nicht gleich ab April voll durchstarten können. Zuerst ist noch viel Netzwerkarbeit nötig, um es in der Bevölkerung bekannt zu machen“, sagt Karin Lang.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden