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Traditions-Workshop in Enns: Kräuter und Bräuche zur Weihnachtszeit und den Rauhnächten

Maya Lauren Matschek, 16.12.2024 09:34

ENNS. Iris Ott und Christine Baumgartner laden zu einem Workshop über Brauchtümer im Advent und einem Vortrag zu den Rauhnächten am Samstag, 21. Dezember, 14 Uhr, ins Ennser Kinderfreundeheim ein.

Was es mit dem Räuchern rund um die Weihnachtszeit auf sich hat und welche Kräuter sich am besten dafür eignen, wird im Workshop erklärt. (Foto: Baumgartner)

Über Brauchtum im Advent, speziell rund um Weihnachten und die Rauhnächte haben Iris Ott, Inhaberin der Diana Apotheke in Enns, und die Kräuterpädagogin Christine Baumgartner viel zu erzählen. Ein Beispiel für die überlieferten Bräuche ist für sie das Räuchern.

Veranstaltungsinfos

Die beiden laden dazu ein, am Samstag, 21. Dezember, ab 14 Uhr in diese Welt der Bräuche einzutauchen und geben Besuchern ihr Wissen über Kräuter, Räuchern und Brauchtum weiter. Der Workshop findet im Kinderfreundeheim in Enns statt. Der Workshopbeitrag beträgt 15 Euro. Es wird um Anmeldung per E-Mail gebeten. 

Hintergrunde Rauhnächte

Die Rauhnächte sind einige Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum eine besondere Bedeutung zugemessen wird. Meist handelt es sich um die zwölf Weihnachtstage vom 25. Dezember bis zum Dreikönigstag, beziehungsweise Fest zur Erscheinung des Herrn am 6. Jänner. Je nach Region unterscheidet sich der Zeitraum und die Anzahl der Rauhnächte zwischen drei und zwölf Nächten. Als die vier wichtigsten Rauhnächte gelten:

  • 20. - 21. Dezember: Thomasnacht, die Nacht auf den Thomastag, der kürzeste Tag des Jahres
  • 24. - 25. Dezember: Heiliger Abend, Christnacht
  • 31. Dezember - 1. Jänner: Silvester
  • 5. - 6. Jänner: Erscheinung des Herrn

Rund um die Rauhnächte haben sich viele Rituale und Bräuche entwickelt. Viele der „Regeln“ wurden vor allem mündlich überliefert und sind dadurch lebendig geblieben:

  • Rauhnächte sind für das Befragen von Orakeln geeignet. Zu Silvester wird dieser Glaube – wenngleich in erster Linie aus Geselligkeit – in Form des Bleigießens bis heute weiter gepflegt
  • Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach
  • Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benutzen)
  • Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die wilde Jagd verfangen könnte. In einer anderen Version ist dies besonders (jüngeren) Frauen verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-)Wäsche würde die wilde Jagd angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“
  • Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr alleine auf der Straße sein
  • In den Rauhnächten (oder Rauchnächten) ist es in ganz Österreich üblich, mit Weihrauch und Weihwasser durch die Räume des Hauses zu ziehen. Der Begleiter besprengt die Räumlichkeiten, Mensch und Tier mit Weihwasser und erbittet damit Gottes Segen und vertreibt das Böse
  • Ein weiterer Blick in die Zukunft war das Schlapfenwerfen in der Thomasnacht (20.-21.12.). Das sagte etwas über den künftigen Ehestand voraus. Ein Mädchen warf den Hausschuh mit dem Fuß hinter sich. Zeigte die Spitze Richtung Tür, hieß es für die Dame „Es geht hinaus“

Die zwölf Raunächte waren auch als Bauernregel bestimmend für das Wetter der zwölf Monate des neuen Jahres.

Kräuter und Brauchtümer Workshop:
Samstag, 21. Dezember 2024, 14 Uhr
Kinderfreundeheim, Sportplatzstraße 10, 4470 Enns
Beitrag: 15€
Anmeldungen an office@apotheke-diana.at

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