SK Enns-Trainer Erich Wagner verlässt die Trainerbühne
ENNS. Nach 40 Jahren auf der Trainerbank hat sich Erich Wagner entschieden, diese auf immer zu verlassen: „Genug ist Genug“ ist auch beim Chefcoach des ESK die Devise.

„Ich feiere im November meinen 70. Geburtstag und bin jetzt seit vier Jahrzehnten Woche für Woche mehrmals auf dem Fußballplatz – irgendwann muss Schluss sein, jetzt ist es halt soweit“, sagt „Waki“ und fügt hinzu: „Ganz 'Ohne' geht es aber auch nicht. Ich habe mit Obmann Trauner, Sportvorstand Hametinger und meinem Nachfolger Christoph Schimpl vereinbart, unterstützend zur Seite zu stehen – aber nur, wenn man das wirklich will.“
Eine einzigartige Trainerlaufbahn geht zu Ende
Eine Riesenportion Leidenschaft für den Fußball, unbändiges Engagement und vor allem Disziplin waren einige der Ingredienzien für die Fußballkost beim 14-fachen Meistermacher aus Enns. Den letzten Meistertitel konnte er mit dem ESK vor zwei Jahren feiern – nur eine Niederlage stand am Saisonende zu Buche: ein Ergebnis konsequenter, disziplinierter Arbeit.
Disziplin war seit Anbeginn der Trainerlaufbahn die Basis für den Erfolg: die erste Trainerstation war Kronstorf Ende der 70er Jahre, der erste Meistertitel folgte schon zewei Jahre später mit dem SK Asten. Bis heute sind es also 14 Titel geworden, besonders erwähnenswert findet Wagner aber auch zwei Ereignisse, die nicht mit dem Meistertitel endeten: mit dem SC Marchtrenk wurde mit 55 Punkten Rang drei in der Oberösterreich-Liga erreicht und mit Union Pichling das OÖ-Cupfinale, das vor mehr als 1.500 Zusehern gespielt wurde.
Und dann ist da natürlich noch eines, Wagner ergänzt: „Ich bin nie abgestiegen – darauf kann man doch auch stolz sein, oder?“ – ja, kann man … definitiv!
Wakis starke Frau
Hinter jedem erfolgreichen Mann steht bekanntlich eine starke Frau: „Ohne meine Ehefrau Marianne hätte das alles nicht funktioniert – sie hat immer mitgezogen und mich unterstützt“, betont der Ex-Coach, „sie hat einen erheblichen Anteil an diesem Erfolg. Schließlich war sie immer an meiner Seite, hat mich bestärkt und unterstützt und ist manchmal auch beratend zur Seite gestanden – vor allem dann, wenn es darum ging, ein Trainerengagement anzunehmen oder abzulehnen. Zuletzt war das beim ESK 2016, das Ergebnis war ja der Aufstieg in die Bezirksliga.“
Jetzt ist also Schluss – zumindest mit dem Traineramt. Wagners Vorschlag, in der Umgebung nach Nachwuchstalenten Ausschau zu halten und Gegner der Kampfmannschaft zu beobachten, stößt bei den Verantwortlichen des ESK auf großes Interesse.
Christoph Schimpl – der neue Chefcoach
Christoph Schimpl war bereits als Co-Trainer unter Harald Molterer 2017/2018 in Enns und dann Chefcoach in Mauthausen. Davor war er schon zwei Jahre in Luftenberg, ein Jahr in Haidershofen in Trainingsverantwortung und im Herbst 2017 Interimscoach beim Landesligisten Dietach.
Seit März 2019 assistiert der in Ernsthofen wohnhafte 33-jährige Schimpl beim ESK unter Erich Wagner und hat bereits sehr früh mit den Trainerausbildungen begonnen. Mittlerweile befindet er sich in Ausbildung zur UEFA B-Lizenz – diese soll nächstes Jahr erfolgreich abgeschlossen werden. Als Spielstil darf man laut Schimpl „ballbesitzorientieres, laufintensives Offensivpressing“ erwarten.
Welche Aufgaben soll Erich Wagner beim ESK übernehmen?
Obmann Trauner und Sportvorstand Hametinger freuen sich auf eine interessante Zusammenarbeit – übrigens auf Vorschlag von Erich Wagner selbst. „Ich kann ja nicht von Hundert auf Null reduzieren, daher haben sich in meinen Überlegungen einige Dinge manifestiert, die eine Win-Win-Situation ergeben können – wir probieren das einfach einmal aus.“
Konkret bedeutet das:
1. Scouting
Positionsbezogenes Scouting von U16 bis U18-Talenten sowie Spielern von der Bezirksliga abwärts – der Eigenbau soll dabei vorrangig behandelt werden. Für Spieler aus der Umgebung soll der ESK den Schritt in die Bezirksliga ermöglichen und gegebenenfalls eine Zwischenstation für höhere Aufgaben sein.
2. Beobachtungen von Gegnern der Kampfmannschaft und Erfahrungsaustausch mit dem Chefcoach
„Für einen jungen Trainer wie mich kann es durchaus interessant sein, auf die Meinungen und Sichtweisen eines erfahrenen Kollegen zurückgreifen zu können“, sagt Christoph Schimpl und Wagner ergänzt: „Man wird mich maximal auf der Tribüne sehen, aber niemals in der Kabine oder beim Training, das hätte ich selbst nicht gewollt und das mute ich auch keinem anderen zu, vor allem keinem jungen Trainer.“ Auf Nachfrage stellt Wagner auch in Aussicht, nicht nur auf der Tribüne, sondern auch im Kantinenbereich vorstellig zu werden…


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden