Wettbewerb: Ennser Pop up-Stores unter den besten 25 Projekten Europas
ENNS. Das Projekt Zeitgeist: Pop up-Stores in Enns wurde im Zuge eines europaweiten Wettbewerbs unter die besten 25 Projekte gewählt. Und zwar aus 180 Einreichungen, wobei das Projekt aus Enns als einziges von zwölf Einreichungen aus Österreich für das Finale in Brüssel ausgewählt wurde. Doch was bedeutet das eigentlich? Isolde Fürst und Max Homolka klären auf.

Tips:Frau Fürst, Sie sind Geschäftsführerin der Leader-Region Linz-Land, über die das Projekt aus Enns eingereicht wurde. Worum geht es dabei genau?
Fürst: Der europäische Wettbewerb „Rural Inspiration Awards“, was so viel bedeutet wie „Auszeichnungen für ländliche Inspiration“, richtet sich an Projekte, die einen Beitrag für einen wettbewerbsfähigeren, nachhaltigeren ländlichen Raum in Europa leisten. Ein einziges von zwölf Projekten aus Österreich wurde von einem Expertenteam für das Finale nominiert – und das sind die Pop-Up Stores in Enns.
Tips:Das heißt also, dass sich das Pop up-Store-Projekt gegen 25 andere Projekte durchsetzen muss, um zu gewinnen?
Fürst: Nein. Pro Kategorie wurden fünf Finalisten nominiert, Enns muss sich also gegen vier andere Projekt aus Europa durchsetzen.
Tips:Wer fällt letzten Endes die Entscheidung?
Fürst: Die Preisverleihung findet am 11. und 12. April in Brüssel statt, wo der Gewinner von einer Expertenjury gewählt wird. Zusätzlich gibt es aber auch ein Publikumsvoting, an dem sich jeder ohne Angaben von persönlichen Daten beteiligen kann. Das Voting findet man unter www.surveymonkey.com/r/R3JDP7G.
Tips:Herr Homolka, Sie haben die Pop up-Stores vor zwei Jahren ins Leben gerufen, was sagen Sie zu der Nominierung.
Homolka: Es ist natürlich toll etwas zu schaffen, das international Anerkennung findet. Noch dazu wenn man bedenkt, dass es sich hierbei nicht um ein Millionenprojekt handelt, von dem dennoch viele profitieren können.
Tips:Wie sieht das Ziel aus, das Ihnen vorschwebt?
Homolka: Die Ausgangssituation ist für alle Städte dieser Größenordnung die gleiche und alle haben mit demselben Problem zu kämpfen; nämlich mit dem Sterben der Innenstadt. Mit den Pop up-Stores wollen wir ein Geschäftsrad in Bewegung setzen und eine Art Lobby bilden, wenn man so will. Am Ende sollen die Geschäfte von Ort zu Ort reisen, um ihre Waren in den verschiedenen Städten anzubieten. Dazu müssten natürlich so viele Städte wie möglich das Pop up-Stores-Konzept übernehmen.
Tips: Konnten diesbezüglich schon Erfolge erzielt werden?
Homolka: Wiener Neustadt und Amstetten übernehmen das Pop up-Stores-Konzept und auch andere sind im Gespräch. Wir sind fast jede Woche in einer anderen Stadt, um das Projekt vorzustellen. Enns übernimmt diesbezüglich eine Vorreiterrolle und das Interesse in den Städten ist groß.
Tips:Warum glauben Sie, dass diese Idee so gut ankommt?
Homolka: Weil wir bereits ein ausgearbeitetes Konzept haben, das die Städte übernehmen können. Darüber hinaus muss im Vergleich zu anderen Projekten, die die Innenstädte beleben sollen, nicht Unsummen an Geld in die Hand genommen werden. Die Städte können außerdem auf die Erfahrungswerte aus Enns zurückgreifen und somit Fehler vermeiden, die wir auf unserem Weg gemacht haben. Letzten Endes profitieren alle davon.
Tips:Das heißt also, dass die Pop up-Stores hauptsächlich von sogenannten Ausstellern genutzt werden sollen, die einige Tage bleiben und dann weiterziehen?
Homolka: Nein, nicht ausschließlich. Es soll sich ein bunter Mix ergeben. Auf der einen Seite mit Geschäften, die kommen um zu bleiben und so Enns dauerhaft bereichern. Und zum anderen sorgen die sogenannten „Short-Term-Nutzer“, also jene, die nur einige Tage bleiben, für ein immer neues Angebot. Die Städte bleiben also immer interessant, weil hier immer wieder neue Waren angeboten werden.
Tips:Das letzte Wort hat natürlich der Bürgermeister. Herr Karlinger, was bedeutet die Nominierung für Sie persönlich.
Karlinger: Ich bin sehr stolz über die Nominierung und glaube, dass dieses Projekt auch für andere Städte zukunftsweisend sein kann, um eine Branchen- beziehungsweise eine Produktvielfalt anbieten zu können.


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