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Beeinträchtigte müssen vom Ennser Bahnhof weiterhin auf St. Valentin ausweichen

Thomas Lettner, 21.01.2020 13:00

ENNS. Am Bahnhof Enns ist derzeit nur der Bahnsteig 1 stufenfrei und barrierefrei zu erreichen, die Bahnsteige 2 und 3 aber noch nicht. Die Ausbau-Planung läuft, heißt es vonseiten der ÖBB.

  1 / 2   Die Bahnsteige 2 und 3 am Ennser Bahnhof sind derzeit noch nicht barrierefrei erreichbar. Beeinträchtigte Personen müssen sich noch einige Jahre gedulden. Fotos: Thomas Lettner

Um alle Bahnsteige des Ennser Bahnhofs barrierefrei auszustatten, werden Aufzüge, eine neue Wegeleitung und vieles mehr errichtet. Der Baubeginn ist derzeit für 2023 und die Fertigstellung für 2025 geplant. „Personen, die die Treppe nicht nützen können und die die Bahnsteige 2 und 3 benützen müssten, raten wir, bis zur Fertigstellung des Umbaus auf St. Valentin auszuweichen oder den Bus beziehungsweise andere öffentliche Verkehrsmittel zu benützen“, sagt Pressesprecher Karl Leitner.

Im Einklang mit Gesetz

Bei der ÖBB-Infrastruktur AG werde massiv daran gearbeitet, dass bis spätestens 2027 österreichweit zumindest 90 Prozent aller Bahnkunden barrierefreie Bahnhöfe und Haltestellen zur Verfügung stehen. Derzeit sind es etwa 83 Prozent, so Leitner. Die mehr als 300 Bahnhöfe und Haltestellen im Netz der ÖBB-Infrastruktur AG werden im Einklang mit dem Bundesbehindertengleichstellungsgesetz ausgestattet und umgebaut. Die Umbauten erfolgen in Absprache und Kooperation mit dem Österreichischen Behindertenrat.

Beschwerdebrief an ÖBB

„Wir haben schon einige Beschwerden von Betroffenen erhalten“, sagt Jürgen Ephraim Holzinger, Obmann des Vereins ChronischKrank in Enns. Der Verein habe schon andere Selbsthilfegruppen und Hilfsorganisationen kontaktiert, um zu erfahren, ob auch andere Bahnhöfe von mangelnder Barrierefreiheit betroffen sind. Diese Woche will man einen Brief an die Beschwerdestelle der ÖBB schicken.

ÖBB arbeitet nach Plan

Laut Oliver Gumhold vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz arbeitet die ÖBB allerdings nach Plan. Nach dem Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG) hatten alle Betreiber von Verkehrseinrichtungen, Verkehrsanlagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln nach Anhörung des Dachverbands der Behindertenorganisationen Österreichs (nunmehr Österreichischer Behindertenrat) bis Ende 2006 einen Plan zum Abbau der vorhandenen Barrieren zu erstellen (Paragraph 19 Absatz 10 BGStG – Etappenplan Verkehr), heißt es in einer Stellungnahme.

Etappenpläne der ÖBB

Diesem gesetzlichen Auftrag sei die ÖBB auch nachgekommen und habe einen Etappenplan Barrierefreiheit erstellt. Dieser sei auch auf der Webseite der ÖBB veröffentlicht. Der erste Etappenplan der ÖBB sieht vor, dass bis Ende 2015 alle Bahnhöfe ab einer Frequenz von 2.000 Reisenden pro Tag barrierefrei sein sollen. Damit sollten rund 80 Prozent aller Fahrgäste einen barrierefreien Bahnhof haben. Bis 2025 sollen es dann 90 Prozent sein.

Enns kein „point of special interest“

Für den zweiten Etappenplan von 2015 bis 2025 war maßgeblich, dass es sich um Bahnhöfe mit mehr als 1.000 Reisenden pro Tag oder Bahnhöfe mit Nähe zu „points of special interest“ handelt. Dazu wurden nach Vereinbarung mit den Behindertenverbänden Bahnhöfe mit Nähe zu Reha-Einrichtungen oder Sonderpädagogischen Zentren gezählt wie etwa Bad Aussee, Bad Gastein oder Bad Ischl. Der Bahnhof Enns ist im Etappenplan der ÖBB nicht gesondert angeführt, obwohl es in Enns auch eine Rehaklinik gibt, die gerade einmal 900 Meter vom Bahnhof entfernt ist.


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