Eltern fordern Wiedereinführung der Frühaufsicht an der Volksschule Enns
ENNS. Bei der Gemeinderatssitzung vorige Woche brachte die ÖVP Enns einen Dringlichkeitsantrag zur Wiederaufnahme der Frühaufsicht an der Volksschule Enns ein, dem alle Fraktionen einstimmig zustimmten.

Eine Bedarfserhebung an der VS Enns hat ergeben, dass durchschnittlich 116 Kinder eine Frühaufsicht vor Unterrichtsbeginn benötigen. Gesetzlich vorgeschrieben ist die Beaufsichtigung der Schüler in der Schule vor dem Unterricht ab 7.45 Uhr. Für Kinder, deren Eltern sie berufsbedingt früher zur Schule bringen müssen, wurde bis zum Corona-Lockdown an der VS Enns zusätzlich eine Frühbetreuung ab 7 Uhr angeboten. Zuständig dafür ist die Stadt Enns als Schulerhalter.
Viele Kinder unbeaufsichtigt
Viele Eltern mussten zu Beginn des Schuljahres feststellen, dass an der VS Enns die Frühbetreuung für ihre Kinder nicht mehr angeboten wird. Die Gründe dafür sind, dass Corona-Richtlinien wie nötige Raum- oder Gruppengrößen nicht erfüllt werden können. Teils deswegen nicht, weil die Bereitstellung von ausreichend Aufsichtspersonal nicht möglich scheint. Die Konsequenz: Kinder, die vorzeitig zur Schule kommen, müssen vor der VS im Freien unbeaufsichtigt bis 7.45 Uhr warten, sind Regen und Kälte ausgesetzt, und für ihre Sicherheit kann nicht garantiert werden.
Familien massiv betroffen
Das stellt viele Familien vor zusätzliche massive Probleme. „Nach der Covid-Kurzarbeit haben viele Eltern keinen Resturlaub mehr, auch der Zeitausgleich ist meist aufgebraucht. Und viele Berufsgruppen, wie etwa Handel und Dienstleister, haben keine Gleitzeit, sondern einen fix vorgegebenen frühen Dienstbeginn“, schildert Gemeinderätin Eva Wartlik die Gespräche, die sie mit Betroffenen geführt hat. „Wenig überraschend sind wieder Frauen, vor allem Alleinerzieherinnen, die Hauptbetroffenen“, so Wartlik.
Unterstützung für Familien
Beim letzten Elternabend wurde das Thema massiv thematisiert, dann auch auf Social Media und in Telefonaten. Darauf brachte die ÖVP-Fraktion einen Dringlichkeitsantrag zur Wiedereinführung der Frühaufsicht an der VS Enns ein. „Gerade in solch schwierigen Zeiten brauchen Familien Planungssicherheit und Unterstützung“, so Vizebürgermeister Rudolf Höfler.
Personal gesucht
Die Frühaufsicht soll an den Schultagen jeweils ab 7 Uhr wieder eingeführt werden. Am Montag fand ein Gespräch zwischen Direktorin Margarete Horner, Stadtamtsleiter Gerhard Gstöttenbauer und Mitgliedern des Bildungsausschusses statt. Eine von der Schule durchgeführte Umfrage ergab, dass 67 Kinder eine Frühaufsicht ab 7 oder 7.15 Uhr benötigen und 49 Kinder ab 7.30 Uhr. Unter Einhaltung der Corona-Richtlinien ermöglichen die Kapazitäten eine Betreuung für 60 Kinder. Eine Lösung ist, die Frühaufsicht im V-Haus unterzubringen, wobei eine Aufsichtsperson nötig wäre. Andererseits könnten die Kinder auch im Foyer der Schule betreut werden, wobei zwei Aufsichtspersonen nötig wären. Sobald genug Personal vorhanden ist, wird mit der Frühaufsicht begonnen. Um Aufsichtspersonen zu finden, wurde ein Rundbrief an die Eltern ausgeschickt.


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