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Modernes Testzentrum in St. Valentin/Ernsthofen bildet Grundstein für die Zukunft des autonomen Fahrens

Thomas Lettner, 18.06.2021 15:27

ST. VALENTIN/ERNSTHOFEN. Seit den 1930er Jahren befindet sich am Areal des Magna Powertrain Engineering Centers Steyr an der Gemeindegrenze von St. Valentin und Ernsthofen eine Teststrecke. Heute fand der Spatenstich für die Erweiterung zu einem hochmodernen Testzentrum für automatisiertes Fahren statt.

Nach dem Spatenstich wurde ein automatisiertes Ausweichmanöver inszeniert. (Foto: Thomas Lettner)
  1 / 2   Nach dem Spatenstich wurde ein automatisiertes Ausweichmanöver inszeniert. (Foto: Thomas Lettner)

Das gesamte Testareal ist 40 Hektar groß und beinhaltet klassische Testelemente wie Asphaltstrecken mit unterschiedlichen Bodenmarkierungen, eine Fahrdynamikfläche, Schlechtwegstrecken, Verwindungsbahnen, ein Off-Road-Gelände und unterschiedliche Steigungen. Betrieben wird es von der Linzer DigiTrans GmbH, die 2018 vom Land Oberösterreich initiiert wurde und Knowhow und Testinfrastruktur zur Verfügung stellt.

Fertigstellung im Sommer 2022

Das Testareal wird nun um vier weitere Fahrspuren, Auf- und Abfahrten, Kreuzungen, Kreisverkehre, eine moderne Ampelanlage und eine intelligente 100 Meter lange Outdoor-Beregnungsanlage erweitert. Die Beregnungsanlage kann unterschiedliche Niederschlagsmengen und Tropfengrößen erzeugen. Schon in den vergangenen Wochen wurde ein 5G-Netz als notwendige digitale Infrastruktur in Betrieb genommen. In einer City Zone können speziell Szenarien aus dem städtischen Umfeld nachgestellt werden. Zum Testen von Hub-to-hub-Szenarien wird eine Hub Zone integriert, sodass verschiedene Andockmanöver mit automatisierten Transportfahrzeugen getestet werden können. Die gesamte Erweiterung soll Ende August 2022 fertiggestellt werden.

Stärkung des gemeinsamen Wirtschaftsraums

„Durch den Ausbau zum österreichweit einzigartigen Testzentrum wird nicht nur die Forschung für das Zukunftsfeld automatisiertes Fahren vorangetrieben, sondern auch der gemeinsame Wirtschaftsraum zwischen Nieder- und Oberösterreich aufgewertet. Das Testzentrum ist ein weiteres Musterbeispiel für die erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Das Projekt wird überdies eine zusätzliche positive wirtschaftliche Dynamik in der Region entfachen“, sind sich die beiden Wirtschafts-Landesräte Jochen Danninger aus Niederösterreich und sein oberösterreichischer Amtskollege Markus Achleitner einig.

Ähnliches Projekt schon vor zwanzig Jahren

„Die Erweiterung der Teststrecke ist ein wichtiges Projekt für die Zukunft. Als ich vor vier Jahren mit meinem Sohn in der estnischen Hauptstadt Tallinn war, habe ich einen autonom fahrenden Bus gesehen und ihn sehr bewundert. Man sieht, dass uns manche Länder einige Schritte voraus sind. Es gibt noch sehr viele technische Herausforderungen. Darum ist dieses Projekt sehr wichtig, um mithalten zu können“, sagte St. Valentins Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr (SPÖ). Ernsthofens Bürgermeister Karl Huber (ÖVP) erwähnte, dass bereits vor genau zwanzig Jahren eine Erweiterung der Teststrecke geplant war. Damals gab es in Ernsthofen eine Unterschriftenaktion und in St. Valentin eine Bürgerbefragung. Obwohl die Bürger und Gemeinden für das Projekt stimmten, wurde es nicht umgesetzt. „Damals wie heute haben die Wünsche der Anrainer einen hohen Stellenwert in der Planung des Projekts“, versicherte Huber.


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