ST. FLORIAN. Im letzten Jahr wurden zahlreiche agrarpolitische Entscheidungen getroffen, die für die heimischen Bauern zukunftsweisend sind, ihnen aber auch Sorgen bereiten. Bei einer Diskussionsveranstaltung in der Höheren landwirtschaftliche Bundeslehranstalt diskutierten rund 70 Landwirte mit Vertretern der Landwirtschaftskammer.

Gut gelaunt läuft das Ferkel über die Wiese und spricht mit dem Bauern. „Du Bauer ...“, diesen Spruch aus der Werbung kennt wohl jeder und viele Konsumenten stellen sich die Landwirtschaft so vor – mit glücklichen Hühnern, Schweinen und Kühen aus Freilandhaltung. Aber nur ein geringer Prozentsatz unserer Fleischprodukte kann tatsächlich in Tierhaltung produziert werden, bei der das Tierwohl im Vordergrund steht. Denn entscheidend für das Konsumverhalten ist mehr denn je der Preis. War vor einigen Jahren noch bei 60 Prozent der Konsumenten Qualität und Herkunft kaufentscheidend, so hat sich die Situation nach der Pandemie gedreht: 80 Prozent der Kunden entscheiden sich aktuell für billigere Waren im Regal. Hochwertige Bioprodukte günstig in Massen zu produzieren – das geht sich beim besten Willen nicht aus, da sind sich Landwirte und Vertreter der Kammer einig.
Tierhaltung und Importe
Ein Thema steht aktuell besonders im Vordergrund: Ab 2040 sind Vollspaltenböden in der Schweinehaltung verboten. Für viele Landwirte bedeutet das eine Umstellung ihrer Produktion, verbunden mit einem Umbau der Ställe. Während dem Verein „Gegen Tierfabriken“ die ausverhandelte Übergangsfrist viel zu lang ist, stehen speziell kleinere Betriebe vor großen Investitionen und vor der Frage, ob sich Tierhaltung in Zukunft überhaupt noch lohnt.
Sorgen bereitet den Landwirten auch der zollfreie Import von Agrarprodukten aus der Ukraine, der zu einer Wettbewerbsverzerrung und einem Preisverfall bei den heimischen Agrarprodukten führt. Seitens der Oberösterreichischen Landwirtschaftskammer besteht ein deutliches Bekenntnis zur Regionalität: „Es ist ein gesellschaftliches Anliegen, dass regional produziert wird“, so Präsident Franz Waldenberger.


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