Neue Donaubrücke: Kritik an Kostensteigerung
NÖ. Der nö. Kontroll-Landesrat Sven Hergovich (SPÖ) kritisiert die starke Kostenerhöhung für den Neubau einer Brücke über die Donau.

Der Kontroll-Landesrat Sven Hergovich kritisiert die Grundsatzvereinbarung zwischen Land NÖ und Land OÖ zum Bau der neuen Brücke: „Abgesehen davon, dass sich die ÖVP und die FPÖ zu einer Trassenführung entschlossen haben, die umweltschädlich und anrainerfeindlich ist, explodieren nun auch die Kosten. Die Umsetzungskosten verdoppeln sich von 125 auf 230 Millionen Euro (brutto) fast. 125 Millionen Euro aus dem Steuergeld der Niederösterreicher, das der zuständige Landesrat Landbauer einfach in den Sand setzen will. Die Kosten für die geänderte Trassenführung vervierfachen sich von 12,3 Millionen Euro auf 49 Millionen Euro nahezu. In Zeiten, in denen das Land NÖ an allen Ecken und Enden den Sparstift ansetzt – ob im Wohnen oder in der Gesundheit – ein Projekt mit derartigen Kostensteigerungen umzusetzen schlägt dem Fass den Boden aus. Zum Vergleich: Landbauers irrwitzige Kostenexplosion entspricht dem Jahresverdienst von mehr als 2500 Pflegekräften.“
Kostensteigerung
Seitens des Büros Landbauer erklärt Büroleiter Alexander Murlasits dazu: „Die Kostensteigerung hat mehrere Gründe und resultieret einerseits aus den stark gestiegenen Energiepreisen, den Nachwirkungen von Lieferkettenengpässen, was zu erheblichen Kostenerhöhungen der Materialpreise geführt hat. Die allgemeine Preisexplosion seit dem Jahr 2018 trifft uns hier massiv. Zudem gibt es eine starke Kostensteigerung bei Dienstleistungsaufträgen. Die 125 Mio waren eine erste Abschätzung ohne dem Projektteil 3 (Knoten Ennsdorf), da zum damaligen Zeitpunkt vor Beginn der Einreichplanung noch nicht klar war, dass dieser Knoten umgebaut werden muss.“
Oberste Priorität
Der oberösterreichische Landesrat für Infrastruktur & Mobilität Günther Steinkellner (FPÖ) erklärt dazu: „Die Neue Donaubrücke ist ein Schlüsselprojekt für die Länder Nieder- und Oberösterreich, im speziellen für den Bezirk Perg und den niederösterreichischen Bezirk Amstetten. Die neue Brücke wird in Zukunft nicht nur die Verkehrsströme entlasten, sondern auch die Wirtschaft in der Region, sowie die Lebensqualität der Einwohner maßgeblich verbessern. Ausweichrouten über die Brücken Grein bzw. Steyregg würden zu Umwegen von circa 400.000 Kilometer pro Werktag führen. Der Bau der neuen Brücke über die Donau hat daher oberste Priorität. Die jährlichen Mehrkosten für die zusätzlichen Fahrzeiten und den damit verbundenen CO2-Ausstoß können mit etwa 188 Millionen Euro pro Jahr beziffert werden.“
Geänderte Trassenführung
Mulasits verweist auf die Vorlage zur Grundsatzvereinbarung. Dort steht: „Bei dem in NÖ gelegenen Baulos Süd hätte die Neue Donaubrücke Mauthausen ursprünglich an die B123a angeschlossen und bei Rems in die B1 gemündet. Für die notwendige Ertüchtigung der B123a wurden damals rd. 12,3 Mio. Euro veranschlagt.
Aufgrund des Ergebnisses des Vorprojektes wurde unter 13 Varianten aus fachlich zwingenden Gründen eine Variante weiterverfolgt, die von der Neuen Donaubrücke in die B123 und die bestehende Umfahrung Pyburg einbindet und bei Ennsdorf in die B1 mündet (Knoten B1).
Die Kosten für diese geänderte Trassenführung im Zuge des Baulos Süd (Projektteil 3) werden nunmehr auf rd. 49 Mio. Euro geschätzt (Preisbasis 2023). Diese Variante liegt auch dem UVP-Projekt zugrunde.“
Alle genannten Kosten sind in brutto-Beträgen angeführt.


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