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ENNSDORF. Wie bereits im Jänner bekannt wurde, legt Ennsdorfs Bürgermeister Alfred Buchberger (SPÖ) mit Ende September sein Amt zurück. Tips sprach mit ihm über die Hintergründe.

Nach über 20 Jahren ist es für Bürgermeister Alfred Buchberger an der Zeit zu gehen – eine Entscheidung die nicht leicht fiel und dennoch gut durchdacht ist. „Nachdem ich für mich beschlossen hatte, bei der Gemeinderatswahl im Jahr 2020 nicht mehr zu kandidieren, habe ich mit meiner Familie über den 'richtigen' Zeitpunkt für einen Rücktritt gesprochen. Die Wahl fiel schließlich auf den 30. September“, so Buchberger.

Beweggründe

Im Grunde seien es ganz private Überlegungen gewesen, die Buchberger dazu veranlassten, sich nach über 20 Jahren von der Politik zu verabschieden. Zumindest tut er das teilweise: als Amtsleiter bleibt er der Gemeinde nämlich weiterhin erhalten. „Ich habe lange darüber nachgedacht und kam zu dem Schluss, dass es gerade bei Entscheidungen dieser Art wichtig ist, ehrlich zu sich selbst zu sein. Es ist Fakt, dass man sich über die Jahre hinweg verbraucht, dass nicht mehr alles so leicht von der Hand geht, wie das in jungen Jahren der Fall war und dass es auch Zeit für persönlichen Freiraum geben muss, weshalb es für mich an der Zeit ist, den Platz für junge Leute, die ihre Aufgabe mit vollem Elan angehen werden, zu räumen“, erzählt der Bürgermeister. Diesbezüglich wird am 30. September ein großes Fest veranstaltet, seinen Nachfolger hält Buchberger allerdings geheim.

Wahl des Zeitpunktes

Auf die Frage, warum man den 30. September für die Amtsübergabe gewählt hat, nennt Buchberger folgende Gründe: „Zum einen wollte ich alles in Ruhe und vor allem ordentlich übergeben – dafür muss man sich Zeit lassen – und zum anderen möchte ich meinem Nachfolger, oder meiner Nachfolgerin – wer auch immer das dann sein wird – Zeit geben, um sich in aller Ruhe einzuarbeiten. Natürlich werde ich auch weiterhin zur Verfügung stehen, sollte man meinen Rat benötigen. Mich aufdrängen oder gar Entscheidungen fällen werde ich aber nicht.“ Sorgen macht sich Buchberger allerdings keine. „Zwar wird es für die Gemeinden im Allgemeinen nicht leichter, dennoch ist die Gemeinde Ennsdorf gut aufgestellt.“

Schöne Momente

Gerne erinnert sich Buchberger an seine Leuchtturmprojekte zurück. „Mit Freude erfüllt mich natürlich die Eröffnung unseres vielfach prämierten Kinderhauses oder die Umgestaltung des Gewäxhauses, das im Herbst bereits das zehnjährige Jubiläum feiert. Wenn ich daran denke wie schwierig es war, vor allem das Projekt 'Gewäxhaus' auf Schiene zu bringen, dann erfüllt mich die Umsetzung zurückblickend doch mit großem Stolz. Die Arbeit hat sich auf jeden Fall ausgezahlt.“

Abschließend

Zur Politik kam Buchberger eher durch Zufall – daher auch die Aussage: „Ich war kein Politikmensch“. Dennoch konnte ihn sein Mentor und Vorgänger, Johann Zauner, davon überzeugen, dass er das Zeug habe, in der Gemeinde etwas zu bewegen. „Mich hat es fasziniert, wie Zauner gearbeitet hat und wie nah er an den Bürgern gewesen ist, weshalb ich mir das Amt des Bürgermeisters überhaupt erst zugetraut habe. Leider ist er relativ bald nach meiner Amtsübernahme verstorben, wodurch ich nie die Gelegenheit bekam, ihm zu beweisen, dass sein Vertrauen in mich berechtigt gewesen ist“, erzählt Buchberger. Somit ließ der schwierigste Moment seiner politischen Karriere nicht lange auf sich warten: in einer bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche, musste Buchberger Zauners Nachruf halten, „der ein sehr einschneidendes Ereignis für mich gewesen ist“.


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