Eigroße Hagelkörner, Sturm, Starkregen: Gewitter-Inferno hielt Feuerwehren auf Trab
BEZIRK FREISTADT. Überflutete Keller, umgestürzte Bäume, von teils eigroßen Hagelkörner zerschossene Dächer und Glashäuser, zerbeulte Autos und zerstörte Windschutzscheiben: Heftige Gewitter mit Hagel, Sturmböen und Starkregen haben gestern, Donnerstag, und in der Nacht auf den heutigen Freitag eine Spur der Verwüstung durch den Bezirk gezogen. Die Freiwilligen Feuerwehren standen im Dauereinsatz.

Gegen 17 Uhr gestern, 24. Juni, zog das Gewitter vom Zentralraum kommend durch den Bezirk Freistadt. Teils tennisballgroße Hagelkörner richteten enormen Schaden an, zerstörten Dächer, Glashäuser sowie Windschutzscheiben und zerbeulten Autos.
Weltuntergangsstimmung
Nachdem sich die Gewitterwolken für einige Stunden verzogen hatten, brach das Inferno in weiten Teilen des Bezirks gegen 22.30 Uhr dann so richtig los. Mit gewaltigen Sturmböen, Hagel und Starkregen gingen weitere heftige Unwetter nieder, die Notrufe bei den Feuerwehren trafen quasi im Sekundentakt ein.
Die Florianis mussten umgefallene Bäume von Straßen schaffen, zu Überflutungen von Verkehrswegen und Gebäuden ausrücken und Hausdächer provisorisch abdecken und standen dafür teils bis in die Morgenstunden im Einsatz.
300 Mann standen sieben Stunden im Einsatz
„Im nördlichen und südlichen Bereich waren gestern Abend die Feuerwehren Summerau, Rainbach, Leopoldschlag, Grünbach, Lichtenau, Helbetschlag, Freistadt, Hirschbach, Waldburg, Neumarkt, Unterweitersdorf, Hagenberg und Wartberg bezüglich Hagel-Starkregen-Sturm mit 300 Mann rund sieben Stunden im Einsatz“, berichtet Bezirksfeuerwehrkommandant Thomas Wurmtödter. Dabei wurden ca. 150 Einsätze bzw. Schadensfälle abgearbeitet.
Hausdächer komplett zerstört
Die FF Freistadt musste etwa zu einem Hagelschaden mit Wassereintritt zum Fachmarktzentrum ausrücken. Vor Ort stellte sich heraus, dass sich am Dach mehrere tausend Liter Wasser aufgrund verlegter Abläufe stauten. Der anfängliche Hagelschaden konnte rasch behoben werden, anschließend legten die Feuerwehrleute die Abläufe provisorisch frei und pumpte das Wasser vom Dach mit zwei Tauchpumpen ab. Im Stadtgebiet von Freistadt zerstörte das Unwetter zwei Hausdächer auf der gesamten Fläche. Die FF Freistadt dichtete die Löcher mit PU Schaum und Folien provisorisch ab. Im Graben wurde eine Vermurung einer Straße gemeldet.
Schäden in der Landwirtschaft
Hagel und Starkregen richteten auch in der Landwirtschaft erhebliche Schäden an. „Der Mais ist teilweise zerfleddert, noch nicht abgeerntetes Gras auf den Wiesen und Getreidefelder liegen bretteleben da“, sagt Johannes Gahleitner, Dienststellenleiter der Bezirksbauernkammer im Tips-Gespräch. „Die gestrigen Unwetter hatten eine Dimension, wie ich sie noch nie erlebt habe“, so Gahleitner weiter. Das genaue Schadensausmaß an den Kulturen lasse sich noch nicht benennen.


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