Filmpreise der Stadt beim Heimatfilmfestival vergeben
FREISTADT. Mit der Bekanntgabe des Siegerfilms der Publikumswertung endete das Festival „Der neue Heimatfilm“. Die Preise der Stadt Freistadt für den besten Spiel- und Dokumentarfilm wurden ebenfalls überreicht.

Der mit 2500 Euro dotierte Spielfilmpreis der Stadt Freistadt wurde dem ungarischen Film 1945 von Ferenc Török verliehen. Im Film zwingt die Ankunft zweier Juden in einem ungarischen Dorf nach Kriegsende 1945 die Dorfbevölkerung zur Auseinandersetzung mit der eigenen Schuld. „1945 hat nicht nur sensibel und mutig ein bis jetzt kaum behandeltes Thema überzeugend und unterhaltsam aufgearbeitet, sondern schafft den Bogen historisch Relevantes leicht auf die Gegenwart zu spannen“, sagt die Jury über die pechschwarze Geschichte aus der Nachkriegszeit im Stil eines Westerns. Eine lobende Erwähnung sprach die Jury dem Film „Haus ohne Dach“ von Regisseurin Soleen Yusef aus.
Preis für beste Doku
Den mit 1500 Euro dotierten Dokumentarfilmpreis vergab die Jury an die russische Produktion „Platzkart“ von Rodion Ismailov. Mit „der teilnahmsvollen Nähe zu den Menschen, unaufdringlich und zurückhaltend, sowie der sinnlichen und poetischen Qualität des Filmes und des überzeugenden Minimalismus in der Ausführung“, begründet die Jury ihre Entscheidung für den Film, der die Menschen auf einer Zugreise in der dritten Klasse von Moskau nach Wladiwostok portraitiert.
Publikumspreis: Unerhört jenisch
Der Publikumspreis des Filmfestivals geht an „Unerhört jenisch“, einen Dokumentarfilm über jenische Musiker in der Schweiz, von Martina Rieder und Karoline Arn. Von der Jugendjury wurde der Eröffnungsfilm des Festivals, Adrian Goigingers Regiedebüt „Die beste aller Welten“ ausgezeichnet.
Würdigungspreis an Bernhard Bamberger
Der Würdigungspreis der Stadt Freistadt wurde dem aus Freistadt stammenden Sounddesigner Bernhard Bamberger überreicht, der mit einer Werkschau im Programm vertreten war.
Insgesamt wurden 80 Filme im Rahmen des fünftägigen Festivals gezeigt und 50 internationale Filmschaffende waren in Freistadt zu Gast, um Filme vorzustellen und zu diskutieren. Inhaltlich lag ein Schwerpunkt auf dem Thema Identität, auch in Verbindung mit Generationskonflikten. Der Strukturwandel im ländlichen Raum ist ebenfalls ein Thema, das immer wieder im Mittelpunkt der in Freistadt präsentierten Filme steht. Eine Fotoausstellung und allabendliche Konzerte rundeten das Festivalprogramm in Freistadt ab. Insgesamt waren mehr als 3500 Besucher beim Festival zu Gast, ein Besucherplus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
1988 – 2018: Das Festival DER NEUE HEIMATFILM feiert vom 22. bis 26. August 2018 seinen 30. Geburtstag in Freistadt.


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