Festival der Regionen: Von Frauentor-Fest bis Gemüselabor
BEZIRK FREISTADT. Die Qual der Wahl hatte das Auswahlteam unter gut 250 eingereichten Projekten für das Festival der Regionen 2023. 40 davon haben das Rennen gemacht. Ein Hotspot der 16. Festivalausgabe unter dem Motto „Höchste Eisenbahn“ von 23. Juni bis 2. Juli ist Freistadt.

Geografisch erstreckt sich das Festival der Regionen 2023 unter dem Motto „Höchste Eisenbahn“ entlang der Summerauerbahn bis nach Tschechien. Die einzelnen Programmpunkte sollen und können sich die Besucher mit dem öffentlichen Verkehr erschließen. Ausgangspunkt ist der Hauptbahnhof Linz, von dort geht es weiter nach Steyregg, St. Georgen an der Gusen, Lungitz, Katsdorf, Gaisbach-Wartberg, Gallneukirchen, Pregarten, Kefermarkt, Freistadt, Summerau und – 30 Jahre nach dem ersten Festival auch dieses Jahr wieder – Horní Dvorište in Tschechien. Für jeden Ort gibt es einen Schwerpunkt-Tag im Spielplan. Gleich das erste Schwerpunkt-Wochenende am Samstag und Sonntag, 24. und 25. Juni, ist Freistadt gewidmet.
Eine besondere Aktion hat sich die Aktionsgruppe Fraustadt Freistadt einfallen lassen. „Frauen sind im öffentlichen Raum noch immer unterrepräsentiert“, erläutert Fraustadt-Sprecherin Heidemarie Pöschko.
Frauentor-Besetzung
Das soll sich ändern, zumindest am Abend des 24. Juni, wenn die Aktionsgruppe von 19 bis 24 Uhr zur Frauentor-Besetzung und zum Frauengassen-Fest einlädt. Ja, Frauentor und Frauengasse, denn so hießen das Böhmertor und die Böhmergasse laut historischen Unterlagen einst. Unter dem Motto „Es ist höchste Zeit, dass den Frauen wieder alle Türen und Tore geöffnet werden“ wird ein Fest mit Künstlerinnen, Musik und Kulinarik gefeiert. Dass dabei auch Taschentücher mit feministischen Sprüchen bedruckt werden, ist dem Umstand geschuldet, dass der aktuelle Status der Frau noch immer zum Weinen ist.
Gemüse aus der Kuppel
Ein Projekt, das Beteiligung und Austausch in den Vordergrund stellt, ist das VegLab, das Gemüselabor von Juliane und Stefan Kreiner sowie Johann Moser. Das gemeinschaftlich errichtete Kuppelgewächshaus im Stadtgraben sorgt schon jetzt für große Resonanz. Die Pflänzchen, die darin gedeihen, haben zum Teil Kindergartenkinder herangezogen. „Im VegLab wollen wir beim Garteln voneinander lernen und profitieren. Es wird auch Workshops zum Verkochen und Fermentieren des geernteten Gemüses geben“, berichtet Juliane Kreiner. Die Vorteile der extravaganten Kuppelform des Gewächshauses kennt Hans Moser bereits aus seinem eigenen Garten. „Die Kuppel hat viele Vorteile für die Pflanzen, die Vegetationsperiode wird verlängert, ich kann volle zwölf Monate lang daraus ernten.“ Das VegLab kooperiert mit dem ebenfalls spannenden Projekt Node 9 Garden Networks aus Tschechien.
Die Local Bühne, die bereits die Eröffnung des Festivals der Regionen 2001 organisiert hatte, steuert natürlich auch heuer wieder Projekte bei. Zum Jubiläums-Festival wartet ein Sonderprogramm, großteils im Salzhof, darunter die Ausstellung „30 Jahre Festival der Regionen. Eine Topografie“ von Gerhard Dirmoser und Gerald Priewasser-Höller. Eine Filmreihe widmet sich dem Thema Zug. „Landgänge“ – musikalische Spaziergänge werden abgehalten. Der Kultur und Kulturarbeit in den Regionen widmet sich eine Konferenz mit Vorträgen, Podiumsdiskussion, Workshops und einer Publikation. Und die Salzgasse wird gesperrt, um ein offenes Dialogforum für Workshops, Diskussionen und Präsentationen mit besonderem Fokus auf dem Thema Mobilität zu werden. „Und wer weiß, vielleicht verwandelt sich die Salzgasse sogar in eine Asphaltstockbahn?“, meint Festival-Geschäftsführer Otto Tremetzberger kryptisch. Der Freistädter Kulturstadtrat Klaus Elmecker ist jedenfalls einer, der schon sehr freudig auf den Festivalbeginn wartet. „Ich bin auf die Projekte sehr gespannt. Die Summerauerbahn ist ja seit jeher Inbegriff der Nord-Süd-Transversale, und die Idee des Vernetzens ist programmatisch für das Festival.“
Projekte im Zug
Vier der insgesamt 40 Projekte finden direkt im Zug statt, Tickets und Festivalpässe gibt es auf kupfticket.com, Pässe für Kinder und Jugendliche bis 15 sind kostenfrei erhältlich.


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