BEZIRK FREISTADT. Kommt ein Kind mit einer Behinderung oder zu früh auf die Welt, dann ändert sich mit einem Schlag alles. Für die Eltern ist das gerade am Anfang schwer. Hier kommen die Frühförderinnen des Diakonie Zentrums Spattstraße ins Spiel: Seit 25 Jahren helfen sie Kindern und Familien, schwierige Lebensphasen zu meistern.
„Unser Sohn war eine Frühgeburt. Er musste zweimal an die Beatmungsmaschine, das war ein Schock für uns“, erzählt Renate Pointner aus Windhaag. Bei den laufenden Untersuchungen hat sie dann von der Frühförderung erfahren. Zwei Jahre lang kam einmal wöchentlich die mobile Frühförderin zur Familie Pointner nach Hause und hat mit Samuel geübt. „Sie hat die Spiele und Übungen ganz an Samuels jeweiligen Entwicklungsstand angepasst. Es wurden motorische Fähigkeiten trainiert und auch viel im sportlichen Bereich gemacht. Manchmal durfte er auch ein Spielzeug, das er besonders gerne hatte, für ein paar Wochen behalten.“ Auch für die Mutter war die Frühförderin eine große Hilfe. „Wir bekamen Tipps, wie wir Samuel noch weiter unterstützen können und haben viel besprochen“, sagt Pointner. „Nachdem, was nach der Geburt alles passiert ist, hat man natürlich Ängste. Die Frühförderin hat uns sehr geholfen.“ „Man muss sich ganz auf das Kind einlassen“ Die Frühförderung und Familienbegleitung ist für Kinder mit Behinderungen, Entwicklungsverzögerungen, sensorischen Integrationsstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten. „Wir arbeiten mit den Kindern zu Hause, weil sie sich in ihrer gewohnten Umgebung am sichersten fühlen“, sagt Silvia Hofstadler, Frühförderin aus Neumarkt. „Man muss sich ganz auf die Kinder und die Familien einlassen und herausfinden, was am Besten für sie ist. Die Kinder sind sehr unterschiedlich.“ In die Frühförderung werden auch die Eltern und die Geschwister miteinbezogen. Bei Bedarf wird mit Ärzten, Therapeuten und dem Kindergarten zusammengearbeitet. „Die Kinder werden ganzheitlich gefördert, um das Beste für sie zu erreichen.“ Ängste der Eltern abbauen Die Frühförderung ist auch eine Beratungsstelle für die Eltern. „Wenn ein unerwartetes Ereignis wie eine Behinderung eintritt oder die Kinder etwas länger brauchen bei der Entwicklung, dann entstehen bei den Eltern viele Zukunftsängste und Unsicherheiten. Sie fragen sich, ob ihr Kind die Schule schaffen wird oder jemals selbstständig leben kann“, sagt Hofstadler. „Wir versuchen, die Eltern in ihrem Tun zu bestärken und zeigen ihnen, was sie alles richtig machen. Oft haben sie einfach nur Angst, etwas falsch zu machen.“ Die Frühförderinnen zeigen auch rechtliche, therapeutische und finanzielle Möglichkeiten auf. „Gerade junge Eltern wissen oft nicht, welche Hilfen sie in Anspruch nehmen können.“ Hofstadler verbringt eineinhalb Stunden wöchentlich pro Kind in einer Familie. Neben den fördernden Spielen mit den Kindern bespricht sie mit den Eltern Herausforderungen und es wird gemeinsam über die vergangene Woche reflektiert. Hofstadler ist eine von drei Frühförderinnen im Bezirk Freistadt und übt den Beruf bereits seit 20 Jahren aus. Insgesamt betreut sie derzeit sieben Kinder. „Es ist schön mit Kinder zu arbeiten, zu sehen, welche Fortschritte sie machen und sie ein Stückchen ihres Weges zu begleiten.“ Die Frühförderung kann bei der Gemeinde, beim Land oder bei der Bezirkshauptmannschaft beantragt werden. Sie wird vom Land Oberösterreich finanziert, wenn ein Arzt die Notwendigkeit einer Frühförderung bestätigt. Infos: Die mobile Frühförderung des Diakonie Zentrums Spattstraße in Linz begleitet seit 25 Jahren Familien und Kinder von Geburt an bis zum Schuleintritt. Das Angebot wird von der Abteiltung Soziales des Landes Oberösterreich bewilligt und finanziert. Infos: Tel. 0732/349271, www.spattstrasse.at
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