WINDHAAG/BEZIRK FREISTADT. Nicht alle Tage kann man in unmittelbarer Nähe erleben, wie es bei einem echten Filmdreh zugeht. Derzeit verweilt die Crew rund um die Produktionsfirma Lotus in Windhaag und Umgebung, um den neuesten ORF-Landkrimi „Der Tote am Teich“ zu drehen.
„Bitte um Ruhe! Wir drehen! Ton bereit?“ – „Bereit!“ – „Los!“ Solche Anweisungen hört man derzeit regelmäßig in der näheren Umgebung von Freistadt. Viele Schaulustige und natürlich Statisten und Komparsen waren gekommen, um sich die Österreich-Stars rund um Josef Hader und Maria Hofstätter aus nächster Nähe anzuschauen. Dass so ein Filmdreh wahrlich kein Zuckerschlecken ist, konnte man kürzlich bei einem offiziellen Termin am Drehort im Steinbruch Friepess in Windhaag miterleben. Bei mehreren Grad minus musste der „Tote“ reglos am zugefrorenen Teich verharren; eine kurze Szene wurde wieder und wieder gedreht, bis auch wirklich jede Bewegung gesessen hat. Geduld mussten auch die Statisten und Komparsen haben. Nervös warteten einige Buben auf ihren großen Auftritt mit Eishockey-Schuhen. Dann zuerst eine Stellprobe, nachschminken bei den Hauptdarstellern und schließlich wurde noch einmal gedreht. Die Dreharbeiten in den Gemeinden Freistadt, Windhaag, Hirschbach, Grünbach, Sandl und Rainbach laufen noch bis Anfang März. Gesucht wurden die passenden Orte in ganz Oberösterreich. „Es gibt eine visuelle Idee, wie die Bilder aussehen sollen“, erklärt Produzent Tommy Pridnig von Lotus-Film. „Unsere Ausstatterin Verena Wagner, die aus dieser Gegend kommt, hat dann diese Orte für den Film vorgeschlagen. Dann gibt es eine Besichtigung, wo man sich die Eckpunkte anschaut und da haben wir uns dann ganz schnell für Windhaag entschieden.“ Insgesamt wurden zwei Monate lang passende Drehorte gesucht. Das Besondere an der Gegend ist für Pridnig die scheinbare Unendlichkeit der Landschaft und die gesamte Atmosphäre. „Es ist einfach so ein gelassenes Land, wo man die Geschichte perfekt erzählen kann. Das ist ein massiver Unterschied zur Stadt, wo die Leute eher anonym sind. Die Menschen sind wahnsinnig hilfsbereit hier. Die Leute freuen sich, dass wir hier sind und das ist toll“, sagt Pridnig. Wertschöpfung bleibt in der Region 1,7 Millionen Euro ist das Budget für die Filmproduktion, wobei darauf geachtet wurde, dass auch für die Region eine gewisse Wertschöpfung entsteht. „Viele Materialien für die Ausstattung werden hier gekauft, wir wohnen hier, wir essen hier. Das ist das Konzept dieser Landkrimis, dass wir auch das Drumherum aus diesem Land gewinnen“, erklärt der Produzent. Wann die Filmpremiere stattfinden wird, ist noch unklar. „Vermutlich wird es wieder rund um die Weihnachtszeit die Landkrimis im Fernsehen geben, so wie voriges Jahr. Da wurden auch drei Krimis in den Weihnachtstagen ausgestrahlt. Auch wo die Premiere stattfinden soll, wird sich noch entscheiden, sagt Produzent Pridnig. ZUM INHALT: Mühlviertel, Oberösterreich. Auf dem zugefrorenen Gemeindeteich liegt die übel zugerichtete Leiche eines Urlaubers. Der Mann wurde mit einem Eisstock erschlagen. Der zurückgezogen lebende, ehemalige Polizist Sepp Ahorner (Josef Hader) ist als erster am Tatort. Sepp, der im Dorf als „eigen“ gilt, lebt seit seinem Burn-Out bei seiner Mutter Maria Ahorner (Erni Mangold) und interessiert sich nur mehr für Wildtiere. Die Linzer Kriminalbeamtin Grete Öller (Maria Hofstätter) und ihre Assistentin Lisa Nemeth (Miriam Fussenegger) können mit dem aussortierten Kollegen und seinen merkwürdigen Methoden wenig anfangen. Der Fall scheint als Eifersuchtsmord zunächst ohnehin klar, bis sich herausstellt, dass das Opfer nicht nur erschlagen, sondern auch vergiftet wurde. Sepp ermittelt inzwischen auf eigene Faust.
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