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FREISTADT. Sale, Sommerschlussverkauf, Ausverkauf, nimm 2, zahl 1 – Schnäppchenjäger haben dieser Tage besonders auf dem Textilsektor Hochsaison. Die Schattenseite dieses Trends sind wachsende Altkleiderberge. Alleine bei der Volkshilfe Freistadt landeten im Vorjahr 100 Tonnen Textilien, beim Bezirksabfallverband Freistadt waren es 149 Tonnen.

Fast nicht zu bewältigen: Bei der Volkshilfe, im Bild Mitarbeiterin Edith Kralik aus Lasberg, landen täglich 100 Kilo Altkleider. Foto: Überegger

Der Kleiderschrank ist randvoll, aber es ist nichts zum Anziehen drin – wer kennt dieses Problem nicht? Günstige Kleiderschnäppchen machen es besonders in diesen Sommertagen leicht, die eigene Garderobe aufzufetten. Blusen, Hosen, Pullover und Co., die nicht mehr angezogen werden, landen bei der Altstoffverwertung.

Altkleidung mit Preiszettel

„Wir bekommen oft Kleidung, an der noch der Original-Preiszettel hängt“, weiß Bezirkskoordinatorin Barbara Tröls von der Volkshilfe in Freistadt. 100 Kilo Altkleider landen derzeit täglich in den Sammelcontainern der Volkshilfe oder werden direkt im Geschäft in der Lasberger Straße abgegeben. „Wir kommen mit dem Sortieren fast nicht mehr nach“, so die Bezirkskoordinatorin. Die schöneren Stücke werden im Volkshilfe-Geschäft günstig verkauft, den Rest übernehmen Partnerorganisationen und auch der Bezirksabfallverband. „Für uns ist wichtig, dass die aussortieren Kleider zumindest in Europa bleiben“, sagt Barbara Tröls.

Second Hand-Vertrieb

„Die Altkleiderberge spiegeln das Konsumverhalten der wohlhabenden Staaten wider, auch ein gewisser Sammlertrieb spielt sicher eine Rolle“, meint Gottlinde Reithmayr vom Bezirksabfallverband (BAV) Freistadt. Die 2017 gesammelten 149 Tonnen Alttextilien zuzüglich zwölf Tonnen Schuhe wurden über die Lavu AG entsorgt, an Sortierbetriebe weitergegeben und zum Teil auf dem Second Hand-Markt weitervertrieben. Das Volkshilfe-Geschäft ist ebenso wie das Reparatur-Café (siehe Infobox) ein Mosaikstein dazu, den Trend zum Wegwerfen in Richtung Wiederverwenden zu verkehren. Barbara Tröls: „Es ist keine Einkaufsberechtigung nötig, jeder kann bei uns günstig einwandfreies Gebrauchtes erwerben.“ Jeden ersten Freitag im Monat sind alle Waren noch einmal um die Hälfte reduziert.

Problem nicht gelöst

„Das Problem lösen wir damit zwar nicht, aber zumindest lindern wir damit die Auswirkungen der Wegwerfgesellschaft, unterstützten Leute mit kleinem Einkommen und schaffen fixe Arbeitsplätze“, so Tröls. Von 3. bis 7. September, in der Woche vor Schulanfang, gibt es im Volkshilfe-Shop übrigens sämtliche Kinderbekleidung zum halben Preis.

Jedes Jahr rutscht das Datum des Welterschöpfungstags, also jenes Tages, an dem die Menschheit mehr konsumiert als die Erde geben kann, weiter im Kalender nach vorne. War es 2009 noch der 25. August, galt heuer bereits der 1. August als der Tag, an dem die natürlichen Ressourcen eines ganzen Jahres verbraucht waren. Wiederverwerten statt Wegwerfen ist daher ein Gebot der Stunde, dem sich auch die Volkshilfe Freistadt mit ihrem Näh- und Reparaturcafé verschrieben hat. Nächster Termin dafür ist Samstag, der 8. September 2018, in der Wohnoase Freistadt in der Zemannstraße. Von 14 bis 16.30 Uhr werden kaputte Kleidungsstücke oder kleine Elektrogeräte gegen eine freiwillige Spende von ehrenamtlichen Helfern repariert. Gemäß dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ wird man auch eingeladen, selbst Hand beim Nähen oder Reparieren, etwa bei kaputten Kaffeemaschinen, undichten Fahrrad-Ventilen oder zerrissenen Kleidungsstücken, anzulegen. Nähere Informationen: 07942/773216-11


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