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Mit dem Rollstuhl durch Nepal: Wartbergerin wurde zur Attraktion

Mag. Michaela Maurer, 14.03.2019 11:25

WARTBERG. Seit einem Bergunfall sitzt Theresia Gallistl im Rollstuhl. 2017 hat sie sich einen lang ersehnten Traum erfüllt und ist nach Nepal gereist. „Herausfordernd und wunderschön“ beschreibt die Wartbergerin die Reise. 

Mehr als 400 Stufen wurde Gallistl zu einer Stupa in Nepal raufgetragen. Fotos: privat
  1 / 6   Mehr als 400 Stufen wurde Gallistl zu einer Stupa in Nepal raufgetragen. Fotos: privat

Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt, dementsprechend schlecht ist die Infrastruktur. An Barrierefreiheit ist also gar nicht zu denken. Dazu ist es in Österreich oft schon schwierig, mit dem Rollstuhl im öffentlichen Raum unterwegs zu sein. Dennoch hat sich Gallistl im Oktober 2017 auf das Abenteuer Nepal eingelassen.

„Mein Mann und ich waren viel in den Bergen unterwegs. Wir waren auf dem Kilimandscharo, auf dem Großglockner und dem Mont Blanc“, erzählt Theresia Gallistl. „Die 8000er in Nepal zu sehen, war ein großer Wunsch von mir.“ Doch dann hatte Gallistl 2012 einen Bergunfall und kann ihre Beine nicht mehr bewegen. Sie sitzt im Rollstuhl. „Am Anfang war es schwierig“, erzählt sie. „Doch dann habe ich viel ausprobiert und gemerkt, dass man trotzdem einiges machen kann. Mein Mann und ich sind beispielsweise auch leidenschaftliche Tänzer.“

„Wollte meiner Frau den Wunsch erfüllen“

Aber eine Reise nach Nepal erscheint zuerst nicht möglich. Ihr Ehemann Hans reiste bereits 2014 nach Nepal und sah, wie schlecht die Infrastruktur wirklich war: „Anfangs konnte ich mir nicht vorstellen, wie das mit einem Rollstuhl funktionieren sollte. Doch ich wollte meiner Frau unbedingt den Wunsch erfüllen und mein Versprechen, mit ihr nach Nepal zu fahren, einlösen.“ 2017 suchten die beiden einen Guide und wagten die Reise. Es ging nach Kathmandu, Pokhara und Citwan Nationalpark “Die Landschaft, die Ausblicke auf die Natur und die Berge waren unvergleichbar schön“, erzählt Gallistl. Viele Sehenswürdigkeiten wie der Affentempel, Elefantenreiten und auch Ausflüge in ländliche Gebiete standen auf dem Programm. „Die Bauern bearbeiten die Felder großteils mit der Hand und die Bewohner leben in einfachen Hütten“, schildert Gallistl ihre Eindrücke. „Die Menschen sind unglaublich freundlich und hilfsbereit.“

Rollstuhl faszinierte Nepalesen

Mit ihrem Rollstuhl wurde die Wartbergerin selbst zu einer Attraktion in Nepal. „Aufgrund der schlechten Straßen und der Armut sind Rollstuhlfahrer in der Öffentlichkeit kaum zu sehen.“ Kinder und Erwachsene liefen ihr nach, fragten viel und waren vor allem von ihrer Rollstuhl-Zugmaschine fasziniert. „Viele fragten, ob sie ein Stück mitfahren dürfen“, sagt Gallistl, die manchmal diesen Wunsch auch erfüllte. Löcher auf den Straßen, enge Gassen, viel Getümmel und Verkehr in den Städten machten das Weiterkommen oft schwierig. Eine besondere Herausforderung waren die Stufen hinauf zu den buddhistischen Stupas (Pagoden, Grabhügel). Ihr Mann Hans, der Guide und hilfsbereite Nepalesen trugen Gallistl mehr als 400 Stufen rauf, um zu den Bauwerken mit den schönen Aussichten zu gelangen. „Der Ausblick ist es allemal wert“, sagt Hans.

„Kann trotzdem vieles machen, wenn man wirklich will“

Besonders beeindruckt hat Theresia die Weltfriedensstupa. „Die Reise war eine wunderschöne Erfahrung und zeigt, dass man trotzdem viel machen kann, wenn man will.“ Im Vorjahr besuchte ihr nepalesischer Guide die Familie Gallistl in Wartberg und erzählte, dass nach ihrer Reise in Pokhara ein Stück barrierefreier Weg gebaut wurde. „Es ist schön zu sehen, dass man etwas bewirken kann.“ 


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