Fridays for Future: "Wir befürworten den Streik, wenn er Bewegung in den Klimaschutz bringt!"
BEZIRK FREISTADT. Am Freitag, 24. Mai, treffen sich weltweit tausende junge Menschen zum zweiten Weltklimastreik. Auch in Linz zeigt die Jugend unter dem Motto Fridays for Future kräftig für ein Umdenken in Sachen Klimaschutz auf. Der Verein Energie Bezirk Freistadt (EBF) hat alle Schulen im Bezirk aufgerufen, sich mit der Materie zu befassen bzw. sich am friedvollen Streik zu beteiligen. Warum, darüber sprach Tips mit EBF-Projektmanager Johannes Traxler.

Tips: Ruft der EBF mit dem Brief die Schüler zum Schuleschwänzen auf?
Traxler: Nein, wir ersuchen das Kollegium, das Thema Klimawandel und Klimaschutz im Unterricht zu behandeln. Das Sachthema steht im Vordergrund. Wenn Streik die Methode ist, Bewegung in das Thema zu bringen, befürworten wir ihn.
Tips: Welche Rückmeldungen gibt es aus den Schulen?
Traxler: Es gibt in vielen Schulen engagierte Lehrkräfte, denen das Klima persönlich ein Anliegen ist. Für den Unterricht gibt es sicher sehr viele thematische Anknüpfungspunkte. Es gibt ja analog zu Fridays for Future auch schon Teachers for Future. Für den Streik haben wir in vielen Lehrern Verbündete, wenn die Direktion ihnen den Rücken stärkt. Vom ersten Klimastreik in Linz wissen wir aber, dass sich manche Lehrer in Sachen Verantwortung für das Fernbleiben vom Unterricht leider von der Gesetzgebung im Stich gelassen fühlen.
Tips: Sie waren beim großen Klimastreik in Stockholm dabei. Wie haben Sie diesen erlebt?
Traxler: Ich bin klimaschonend mit dem Zug nach Stockholm gefahren, es war ein wahnsinnig spannendes Erlebnis. Mehrere riesige Demonstrationszüge, darunter ausgesprochen viele Eltern mit kleineren Kindern, haben sich beim Regierungsgebäude getroffen, wo Greta Thunberg (Anm. d. Red.: die erst 16-jährige schwedische Klimaschutz-Aktivistin und Initiatorin der Schulstreiks für das Klima) vor fünf- bis zehntausend Menschen gesprochen hat.
Tips: Auch in Linz wird am 24. Mai wieder unter dem Motto Fridays for Future demonstriert. Was sind Ihre Erwartungen?
Traxler: Ich erhoffe mir noch viel mehr Teilnehmer als beim letzten Mal. Für eine mutige Umweltschutzpolitik in Übereinstimmung mit dem Ziel des Pariser Klimaabkommens, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen sowie für globale Klimagerechtigkeit müssen sich noch viel mehr Leute begeistern.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden