Kriminalität in Zeiten von Corona: Zwangspause für Einbrecher, Diebe, Droggenschmuggler und Raufbolde
BEZIRK. Nicht nur das öffentliche Leben ist während der Corona-Krise im Bezirk Freistadt wochenlang weitgehend zum Stillstand gekommen, sondern auch die Kriminalität. Bezirkspolizeikommandant Franz Schmalzer kennt die Gründe.

Die Corona-Krise hat auch den Dieben, Einbrechern, Drogenschmugglern und betrunkenen Raufbolden eine Zwangspause beschert.
Lückenlose Grenzkontrollen sorgen für mehr Sicherheit
„Wegen der Ausgangsbeschränkungen ab Mitte März war der Großteil der Leute immer daheim – da hatten es Einbrecher und Diebe natürlich schwer. Auch weil die Grenzen seit Wochen für den Individualverkehr geschlossen sind bzw. sich bei der Einreise aus Tschechien ausnahmslos jeder einer Kontrolle stellen muss, war es in den vergangenen Wochen am Kriminalsektor sehr ruhig“, weiß Bezirkspolizeikommandant Franz Schmalzer zu berichten.
Weniger Verkehrsunfälle
Nachdem wochenlang allgemein weniger Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs waren, kam es erfreulicherweise auch zu weniger Verkehrsunfällen. Auch die Raufhandel betrunkener Heißsporne in Discotheken oder anderen Nachtlokalen blieben naturgemäß wegen der vorübergehenden Schließung der Betriebe aus. „Entgegen der Befürchtungen wurden wir auch nicht zu mehr Einsätzen wegen familiärer Gewalt gerufen als üblich“, unterstreicht Schmalzer.
„Mühsam“
Trotzdem gab es für die Polizeibeamten – bis Ende April galt eine Urlaubssperre – genug zu tun. „Über Wochen haben wir täglich an den Lagebesprechnungen auf der Bezirkshauptmannschaft Freistadt teilgenommen. Teilweise erhielten wir von mehreren Stellen unterschiedliche Infos und Order, die sich dann auch oft von dem einen auf den anderen Tag geändert haben. Es war schon ein wenig mühsam“, berichtet Schmalzer.
Nur 36 Anzeigen gelegt
„Wir hatten die Vorgabe, die Außendienste zu maximieren und die Einhaltung der Covid19-Verordnungen zu überwachen. Da sich die Bevölkerung im öffentlichen Raum zum Großteil überaus diszipliniert und absolut vorbildlich verhalten hat, mussten wir bislang nur 36 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Covid19-Regelungen legen.“ Im privaten Bereich schritten die Beamten wegen etwaiger Verstöße nicht ein. „Dafür haben wir als Polizei auch gar keine Befugnisse.“


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