Volkshilfe und Kinderfreunde haben noch immer Zimmer frei
FREISTADT. Die Volkshilfe Freistadt und die Kinderfreunde fordern unverändert die Aufnahme von Kindern aus Flüchtlingslagern und die Einhaltung der Kinderrechte.

Durch die Coronakrise und den furchtbaren Terroranschlag in der Wiener Innenstadt, ist die Flüchtlingskatastrophe von Moria und anderen Flüchtlingslagern sehr rasch wieder aus der medialen Öffentlichkeit verschwunden. „Nicht verschwunden sind allerdings die vielen Schicksale unschuldiger Kinder, die sich nach wie vor in großer Gefahr befinden. Gerade jetzt, zu Beginn des Winters. Es ist daher der Volkshilfe und den Kinderfreunden ein großes Anliegen, erneut und weiter darauf hinzuweisen, dass die Kinder unsere Hilfe brauchen und sie gemäß den internationalen Kinderrechten, auch ein Recht darauf haben“, sagt Martin Kraschowetz, der Vorsitzende der Kinderfreunde Mühlviertel.
Zahlreiche Unterkünfte frei
Sowohl die Volkshilfe als auch die Kinderfreunde verfügen in Oberösterreich über zahlreiche Unterkunftsmöglichkeiten, in denen sofort betroffene Kinder fürsorglich aufgenommen werden könnten. Seien es derzeit leerstehende Flüchtlingsquartiere oder auch Kinderfreunde-Häuser wie das Mühl-fun-viertel in Klaffer/Hochficht, das derzeit aufgrund der Coronakrise ebenfalls keine Gäste beherbergt. „All diese freien Quartiere wurden der Bundesregierung mehrfach angeboten, sie für die Unterbringung von Kindern aus Flüchtlingslagern zu verwenden. Unsere Angebote wurden bis zum heutigen Tag ignoriert“, so Kraschowetz weiter.
Möglichkeiten, Mittel und Erfahrung vorhanden
„Als Volkshilfe Freistadt fordern wir gemeinsam mit den Kinderfreunden erneut die Aufnahme einer namhaften Anzahl unbegleiteter Minderjähriger in Österreich“, so Lindner. Allein die Volkshilfe Oberösterreich sei in der Lage, sofort 250 unbegleitete Kinder und Jugendliche in bestehende Quartiere aufzunehmen und dort auch zu betreuen. „Wir haben Zimmer frei und die Möglichkeiten, die Mittel, die Erfahrung und auch viele hilfsbereite Menschen, um diesen Flüchtlingen zu einem würdigen Dasein zu verhelfen. Diese Aufnahme und Betreuung würde viel Leid lindern und keineswegs zu Lasten der heimischen Bevölkerung gehen“, sagt der SP-Landtagsabgeordnete Michael Lindner, Vorsitzender der Volkshilfe Freistadt.
Letztes Quartier im Sommer geschlossen
Die Volkshilfe Oberösterreich war 1997 österreichweit eine der ersten Organisationen, die Quartiere für unbegleitete Minderjährige eingerichtet haben. „Von den dann insgesamt neun Quartieren für rund 300 Jugendliche mussten wir im Sommer auch das letzte in der Linzer Raimundstraße schließen“, erklärt Lindner. “Die Hilfe für schutzsuchende Menschen hat für die Volkshilfe eine lange Tradition. Deshalb ist für uns die unmenschliche und zynische Haltung der Bundesregierung unerträglich“, erklärt der Freistädter Volkshilfe-Vorsitzende. Die Zivilgesellschaft habe 2015 geholfen und für viele Menschen Hoffnung und neue Lebenschancen gebracht. Netzwerke und Kontakte wurden geknüpft, auch für die Integration wurde viel geleistet. „Und wir sind auch jetzt wieder bereit, Menschen in unbeschreiblicher Not zu helfen. Die Ressourcen sind vorhanden, die Bereitschaft auch. Jetzt braucht es nur mehr ein Go der Regierung und Österreich ist international nicht mehr isoliert, sondern wird seiner Hilfstradition gerecht“, so Lindner abschließend.


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