Widerstand gegen Restaurierung der Pfarrkirche Sandl: Unterschriftenaktion hat schon 300 Unterstützer
SANDL. Das geplante Restaurierungsprojekt der Pfarrkirche Sandl lässt in der 1.400-Einwohner-Gemeinde die Wogen hochgehen. Eine Unterschriftenaktion ist im Umlauf.

Die bislang letzte Kircheninnenrenovierung wurde Anfang der 80er-Jahre durchgeführt. Bereits seit 2013 beschäftigt sich der Pfarrgemeinderat Sandl mit einer neuerlichen Renovierung. Im aktuellen Kostenvoranschlag in der Höhe von 795.000 Euro umfassen die größten Posten die Erneuerung des Innenputzes, Absenkung und Verbreiterung der Kirchenbänke, Austausch der Elektroinstallation, künstlerische Gestaltung, Erneuerung der Kirchenbankheizung, Reparatur der Kirchenfenster, Gewölbestabilisierung mittels Stahlträger, Neugestaltung des Taufbeckens und Absenken des Altarbereiches.
Sonderaussendung des Pfarrgemeinderates
In einer Sonderaussendung zur geplanten Kirchenrenovierung hat der Pfarrgemeinderat die Kosten und die geplante Finanzierung genau aufgelistet, um auf die derzeit kursierende Unterschriftenliste zu reagieren und um Unklarheiten auszuräumen. Denn in der Gemeinde regt sich Widerstand gegen das Projekt.
300 Unterschriften gesammelt
„Im Gesamtprojekt gibt es Neuerungen, die von der Bevölkerung durchaus akzeptiert werden. Der Umbau des Altarbereiches stößt jedoch auf heftigen Widerstand, da dies ein gewaltiger Eingriff in das Gesamtbild unserer Kirche wäre“, sagt Herbert Kastl, einer der Initiatoren der Unterschriftenaktion, die laut seiner Aussage bereits 300 Sandler Gemeindebürger unterschrieben haben sollen.
Außerdem würden sich laut Kastl viele Sandler Bürger fragen, wie das Projekt finanziert werden soll. „In der Sonderaussendung des Pfarrgemeinderats ist von einem Verkauf von Liegenschaften um 102.760 Euro die Rede. Außerdem sind geplante Einnahmen aus Spenden in der Höhe von 52.000 Euro und aus dem Flohmarkt 2021 mit 40.000 Euro einkalkuliert. Es geht also um fast 200.000 Euro, wo etwas verkauft werden soll und noch nichts eingenommen ist“, kritisiert Herbert Kastl und unterstreicht: „Projekte in dieser Größenordnung sollten nicht nur im Pfarrgemeinderat eine Mehrheit haben, sondern von der gesamten Bevölkerung mitgetragen werden.“
„Es wird hier nicht etwas leichtfertig umgebaut“
Maria Gruber, Obfrau des Pfarrgemeinderats Sandl, dazu: „Die angesetzten Beträge für die Spenden und Aktivitäten erscheinen aus der Sicht der Finanzierung früherer Vorhaben – Pfarrheim und Orgel – als sehr vorsichtig angenommen. Gut – ob die Liegenschaften jemand kaufen wird, wissen wir noch nicht. Im schlimmsten Fall läuft eben der Kredit zwei, drei Jahre länger.“ Die Abteilung „Kirchliches Bauen“ der Diözese und das Denkmalamt hätten bei der Restaurierung mehr als nur ein wichtiges Wörtchen mitzureden. „Es ist nicht so, dass hier leichtfertig etwas umgebaut wird“, unterstreicht Maria Gruber.
Pfarrprovisor: „Sehe noch keinen Kompromiss“
Der finale Beschluss im Pfarrgemeinderat steht – eingebremst von der Corona-Pandemie und der kursierenden Unterschriftenliste – noch aus. „Momentan ist noch alles in Schwebe, denn ich sehe keinen Kompromiss. Bei einem so großen Projekt sollte doch die Mehrheit der Pfarrbevölkerung dahinterstehen“, meint Pfarrprovisor Anton Stellnberger. Das sieht auch Maria Gruber so. „Wir wollen den Konsens mit allen suchen.“


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