Müll in der Natur verärgert Bauern und die Jägerschaft
BEZIRK FREISTADT. Zugeparkte Privatwege und hinterlassene Müllhaufen – so präsentieren sich immer mehr Naturplätze. Seit Corona hat sich die Situation verschärft.

Vor allem neben stark befahrenen Straßen und an Stellen mit schönen Aussichtsplätzen landet häufig Müll in den Wiesen, Feldern und Wäldern. „Scherben, Dosen und Drähte können für Tiere gefährlich werden. Spätestens beim Mähen oder bei Arbeiten auf den Ackerflächen wird der Müll dann automatisch beim Darüberfahren zerkleinert und landet im Stall“, sagt Bezirksbauernkammer- Obmann Martin Moser. „Es ist verständlich und auch gut, wenn Menschen die Natur nutzen. Aber etwas mehr Rücksichtnahme wäre angebracht.“
Situation verschlimmert
Auch das Zuparken von Privatwegen, Einfahrten oder in den Wiesen und Kulturflächen kritisiert Moser, der als Landwirt die Probleme aus eigener Erfahrung kennt. „90 Prozent der Wanderer und Spaziergeher verhalten sich vorbildhaft, es sind die anderen zehn Prozent, die es sich mit der Zeit mit allen anderen vertun.“
Auf die Problematik angesprochen, würden die Betroffenen meist kein Verständnis zeigen. „Da kommen dann Argumente, wie die Bauern erhalten ja eh Förderungen, dann könne man die Wiesen auch öffentlich nutzen. Es gibt Wohnbauförderungen und dabei kommt niemand auf den Gedanken, sich einfach in den Garten eines Hausbesitzers zu parken.“ Der OÖ Bauernbund kritisiert ebenfalls dieses rücksichtslose Verhalten, das sich in den vergangenen fünf bis sechs Jahren, und vor allem seit den Corona-Lockdowns, verschlimmert hat.
Verletzte Tiere
Die Jägerschaft stellt auch fest, dass seit Beginn der Pandemie mehr Müll in den Wäldern landet. „Durch die Metallreste kann sich Wild Schnittverletzungen zuziehen und der Müll sorgt für Unruhe bei den Tieren“, sagt Bezirksjägermeister Franz Auinger. „Wald und Natur sind die gemeinsam genützte Wohnung von Tieren, Bäumen und Pflanzen. Wir alle als Naturliebhaber sind in dieser Wohnung zu Gast und sollen dieses Gastrecht nicht über Gebühr in Anspruch nehmen. Dazu gehört auch der Umgang mit Müll. Ich appelliere im Namen der Jäger des Bezirkes Freistadt im Sinne des heimischen Wildes, Abfälle und Müll nicht achtlos im Wald und in den Wiesen zu entsorgen.“ Beim Entdecken größerer Verschmutzungen oder größerer, illegaler Müllhalden sollten Jäger, Grundeigentümer, Gemeinde oder die Polizei verständigt werden, damit dieser Müll umweltgerecht entsorgt werden.
Verkehrssicherheit
Vor allem Straßenränder sind stark von der Müllproblematik betroffen, weiß der ÖAMTC. „Das verschmutzt die Umwelt und verursacht Aufräumkosten für die Allgemeinheit – und es betrifft auch die Verkehrssicherheit. Umherfliegender Müll kann für Autofahrer die Sicht behindern, unnötige Ausweichmanöver provozieren oder Fahrbahnentwässerungsrinnen verstopfen. Für Motorradfahrer kann es richtig gefährlich werden, wenn etwas ins Gesicht fliegt, sich in Teilen der Maschine verheddert oder ein Reifen in der Kurve die Haftung verliert“, sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger.


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28.04.2021 06:53
Nach Einstein ....
Das Universum ist vielleicht endlich, die Dummheit mancher Leute offenbar nicht, gell!