Wölfe in mehreren Gemeinden im Bezirk Freistadt gesichtet: Videos gehen auf WhatsApp viral
BEZIRK FREISTADT. Via WhatsApp verbreiteten sich gestern rasant Fotos und Videos einer angeblichen Wolfssichtung bei Harrachstal, Gemeinde Weitersfelden. Aber auch in Sandl sowie in Eisenhut (Leopoldschlag) und Kerschbaum (Rainbach) wurde kürzlich ein Wolf - es handelt sich dabei vermutlich um ein- und denselben - gesichtet.

Die beiden Videos, die Tips vorliegen, zeigen augenscheinlich einen Wolf, der im Schneetreiben einen Güterweg entlangläuft. Aufgenommen wurde es aus einem hinter dem Tier fahrenden Auto angeblich am gestrigen Dienstag, der Urheber ist unbekannt.
„Die Videos zeigen eindeutig den Güterweg Neuhof bei Harrachstal, das eine sogar das Bauernhaus der Familie Kreindl vulgo Fronikbauer“, ist sich Weitersfeldens Amtsleiter Klaus Preining nach Sichtung der Videos sicher. Er machte sich sogar die Mühe, heute selbst vor Ort nach dem Rechten zu schauen: „Das hat mich jetzt gejuckt, ich bin hingefahren und habe auch die Fährten im Schnee gesehen“, berichtet Preining.
„Beunruhigend“
„Es ist aus meiner Sicht schon sehr beunberuhigend, wenn sich ein solches Tier am helllichten Nachmittag an Häuser ranwagt und dabei weder Mensch noch Autos scheut. Ich habe nichts gegen diese Tiere, aber so ein Verhalten geht auch überhaupt nicht! Ich habe auch mit dem Hofbesitzer gesprochen. Ihm ist das langsam fahrende Auto aufgefallen und er ist raus in den Garten. Da sah er dann plötzlich den Wolf keine 20 Meter entfernt.“
Der Güterweg Neuhof erstreckt sich vom Gemeindegebiet Weitersfelden bis ins Gemeindegebiet von Sandl, wo erst am Montag, 21. Februar ebenfalls ein Wolf gesichtet wurde - nachzulesen auf der Homepage des Wolfs-Managements des Land OÖ. „Es handelt sich hierbei vermutlich um dasselbe Tier, einen Einzelgänger“, sagt Wolfgang Sollberger aus Leopoldschlag, Wolfsbeauftrager für das Mühlviertel. Bereits Ende Jänner war in Sandl ein möglicherweise von einem Wolf gerissenes Reh gefunden worden - daraus eine verwertbare DNA-Spur zu entnehmen war in diesem Fall aber nicht mehr möglich.
Auch in Kerschbaum (Rainbach) ist am 22. Februar ein Wolf gesichtet worden, ebenso am selben Tag im nur wenige Kilometer entfernten Eisenhut (Leopoldschlag). Dem Wolfs-Management liegen in beiden Fällen Foto-Nachweise bzw. Videos vor.
Nachweis mittels DNA nicht immer einfach
Es komme vor, dass Tschechische Wolfshunde und auch Huskies von Laien mit Wölfen verwechselt würden. „Solange man keine verwertbaren DNA-Spuren findet - sei es in der Losung des Tieres oder an frischen Rissen, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Man müsste etwa DNA-Spuren von ganz frisch gerissenen Tieren nehmen, bevor sich Nachnutzer an der Beute gütlich tun und damit kein eindeutiger Nachweis mehr möglich ist“, sagt Sollberger.
Fotografieren und filmen: Sichtungen beim Wolfs-Management melden
„Wir sind sehr dankbar, wenn wir von Wolfssichtungen oder vermeintlichen Wolfsrissen erfahren, am besten mit Foto- und Videomaterial. Wir nehmen alle Hinweise ernst und gehen ihnen gemeinsam mit unseren Experten nach“, sagt Manuela Kopecky vom Wolfs-Management des Landes OÖ. „Wir vom Wolfs-Management sind gut vernetzt und haben ein ausgezeichnetes Team aus Fachleuten, das jederzeit einsatzbereit ist. Wir sind auch sehr dahinter, Aufklärungsarbeit zu betreiben.“ Leider sei der Wolf bei vielen als böse und gefährlich verschrien, dabei sei der Wolf ein scheues Tier, das dem Mensch normalerweise aus dem Weg gehe bzw. vor ihm weglaufe. „Zeigt ein Wolf jedoch atypisches Verhalten und nähert sich dem Menschen, muss man natürlich einschreiten. Aktuell sind mir da aber keine Fälle bekannt“, sagt Manuela Kopecky.


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