Christian Gratzl: "Bin überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft in unserer Stadt"
FREISTADT. Im Tips-Interview spricht Bürgermeister Christian Gratzl über das erste halbe Jahr im Amt, die Pandemie, Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine und Projekte, die in nächster Zeit anstehen.

Tips: Sie sind jetzt fast ein halbes Jahr Bürgermeister von Freistadt, wie war diese Zeit für Sie?
Bgm. Christian Gratzl: Sehr positiv! Die Unterstützung im Rathaus ist groß. Ich bin umgeben von sehr kompetenten Mitarbeitern. Da fällt es leicht, in der neuen Rolle anzukommen. Jeden Tag treffe ich engagierte Menschen, die sich einbringen und mitgestalten wollen. Schon am morgendlichen Weg zur Arbeit führe ich viele Gespräche mit den Bürgern. Das macht mir große Freude, ich bin gerne bei den Menschen!
Tips: Freistadt engagiert sich aktiv in der Ukraine-Hilfe. Was ist hier bereits geschehen?
Bgm. Gratzl: Ich bin überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft in unserer Stadt. Die aus der Ukraine geflüchteten Menschen wurden bei uns mit offenen Armen empfangen. Viele Freistädter haben ihre Hilfe angeboten, Spenden gebracht, Quartiere zur Verfügung gestellt und sind als Dolmetscher eingesprungen. Ich bin sehr dankbar für so viel Wärme und Menschlichkeit. Mein besonderer Dank gilt dem großartigen Team vom Roten Kreuz, das mehr als 440 Menschen in unserer Notunterkunft in der Sporthalle betreut hat. Meine größte Wertschätzung allen Mitarbeitern.
Tips: Welche Projekte stehen in nächster Zeit an?
Bgm. Gratzl: Dieser schreckliche Krieg führt uns vor Augen, wie wichtig eine unabhängige Energieversorgung ist. Wir bauen unsere Photovoltaikanlagen weiter aus und investieren nochmals 440.000 Euro für die notwendige Sanierung von Gemeindedächern. Unsere Energiezukunft muss grün und unabhängig sein! Außerdem treffen wir Vorkehrungen für den Ausbau der Kinderbetreuung und die Erweiterung der Volksschulen. Sehr wichtig ist für mich, dass wir weiter an einer gemeinsamen Lösung für die Generalsanierung des Hallenbades arbeiten, in Zusammenarbeit mit dem Land und den umliegenden Gemeinden.
Tips: Wie ist die Gemeinde bisher durch die Pandemie gekommen?
Bgm. Gratzl: Wir haben zusammengehalten und versucht, bestmöglich damit umzugehen. Die Gemeinde hat teilweise Aufgaben der Gesundheitsbehörden übernommen, wie etwa die Ausgabe der Wohnzimmertests. Ich bedanke mich ganz herzlich bei meinem Team im Bürgerservice, das hier tolle Arbeit geleistet hat.
Tips: Wie sieht es aktuell mit Bauland und verfügbaren Wohnungen aus?
Bgm. Gratzl: Ich war in den letzten Wochen bei zwei Spatenstichen für tolle Wohnprojekte dabei: Am ehemaligen Bauernkammer-Standort entstehen 28 Wohnungen – komplett aus Holz. 25 geförderte Mietwohnungen werden in der Neuhoferstraße gebaut. Im dritten Quartal 2023 soll die Wohnanlage bezugsfertig sein. Unser Ziel ist, nach innen zu wachsen und den Leerstand zu beleben. Eine nachhaltige Stadtentwicklung ist wichtig. Daran arbeiten wir mit aller Kraft.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden