Franz Grabner im 97. Lebensjahr verstorben
WEITERSFELDEN. Am 17. Juli wurde der Ehrenobmann der Raiffeisenbank, Franz Grabner, zu Grabe getragen. Grabner war am Eibenbergerhof, den er 1952 übernommen hatte, im 97. Lebensjahr im Kreis seiner Familie gestorben.

Als Franz Grabner in der Nachkriegszeit bei seiner Schwester Anna im Gasthof Pilz in Gutau arbeitete, lernte er Maria Gafko kennen und lieben. Nach der Hochzeit schenkte sie ihm fünf Kinder und bewirtschaftete mit ihm den Eibenbergerhof mitten im Markt Weitersfelden.
Gesuchter Mitarbeiter und Funktionär
Franz Grabner war wegen seiner ausgleichenden Art ein gesuchter Mitarbeiter und Funktionär. 21 Jahre war er Obmann der Raiffeisenbank Weitersfelden. Nach dem Bau des Bankgebäudes verlieh ihm die Raika die Ehrenobmannschaft. Viele Jahre arbeitete er im Vorstand der Wassergenossenschaft mit und war mit großem Einsatz bei der Erschließung neuer Quellen für die Trinkwasser-Versorgung des Marktes Weitersfelden beteiligt. Der Eibenberger war einer der ersten Pfarrgemeinderäte und als Wahlhelfer verbrachte er viele Wahlsonntage am Gemeindeamt. Als gelernter Sprengmeister führte er für die Gemeinde Weitersfelden und für Private Felssprengungen durch.
Florianijünger mit Herz und Seele
Der stets hilfsbereite Weitersfeldener war Jahrzehnte Feuerwehrmann mit Herz und Seele. Er arbeitete Jahrzehnte als Kommandomitglied am Aufbau der Feuerwehr Weitersfelden mit. Seine herausragende technische Begabung stellte er als Maschinist der Feuerwehr zu Verfügung. Er beherrschte die Schweißtechnik und stellte sich einige neue Geräte her bzw. führte fast alle Reparaturen am Hof an verschiedenen technischen Geräten selber durch. Franz Gabner war auch Viehbeschauer und stellte die beim Viehverkauf über die Gemeindegrenzen benötigten Beschauzettel aus. Gab es bei den Kühen beim Kalben Probleme, so holte man den Eibenberger, der Nachbarschaftshilfe besonders pflegte.
Historisches Wissen
Sein Wissen über die Geschichte von Weitersfelden fand Eingang in das Heimatbuch. Der historisch interessierte Franz Grabner gab gerne Auskunft über alte Grundgrenzen und half historische Fotos richtig zu interpretieren. Als seine Frau erkrankte, lernte er noch im Alter das Kochen, pflegte den Garten und kümmerte sich um die Wäsche. Eine besondere Quelle der Freude bereiteten ihm seine Enkel und Urenkel. Mit 92 Jahren bereitete er für die ganze Großfamilie noch ein Weihnachtsessen mit seinem legendären Schweinsbraten zu. Gerne lauschten alle Gäste seinen Erzählungen, die oft eine Quelle des Humors waren.
Glaube als große Stütze
Seine ruhige humorvolle Art, Herzensgüte und Fürsorglichkeit ist deshalb besonders beachtenswert, da er mit 17 Jahren noch zu den Endkämpfen des Zweiten Weltkrieges in den Ardennen einrücken musste. Als er einen verwundeten Kameraden barg, riss ein Granatsplitter seinen Helm der Länge nach auf. Sein Glaube an Gott hat ihn sein ganzes Leben begleitet und war ihm eine große Stütze. 1945 wurde er von amerikanischen Truppen in Luxemburg gefangen genommen und musste bis Ostern 1946 als Kriegsgefangener in Frankreich unweit von Avignon auf einem Weingut arbeiteten. Offensichtlich hat ihn der Weinbauer sehr geschätzt, da er wollte, dass Franz Grabner seine Tochter heiraten und den Hof übernehmen sollte. Zu seinem achtzigsten Geburtstag unternahm seine Tochter Helga eine Reise nach Frankreich. Am ehemaligen Weingut konnten sich viele noch an den fleißigen, netten und geschickten Kriegsgefangenen Franz Grabner aus dem Mühlviertel erinnern.


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