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UNTERWEISSENBACH. Was braucht eine Gemeinde im Ortszentrum? Was ist vorhanden, stehen Gebäude oder Teile davon leer? Antworten auf diese Fragen bilden die Basis für die Entwicklung des Ortskerns, für die es auch ein Landesprogramm und damit verbunden Förderungen gibt.

Das Marktzentrum von Unterweißenbach (Foto: Marktgemeinde)
Das Marktzentrum von Unterweißenbach (Foto: Marktgemeinde)

Aktionsprogramm Konzeptentwicklung zur Aktivierung von Leerstand, Nachnutzung von Gebäudebrachen, Entwicklung von Orts- und Stadtkernen – was so sperrig klingt, ist ein sehr lukratives Programm, um Ortszentren lebendig zu erhalten oder wieder zu machen. „Unterweißenbach hat sich wie die RUF-Gemeinden sehr bald mit diesem Thema auseinandergesetzt“, sagt Christoph Artner-Sulzer vom Regionalmanagement OÖ. Immer schon ein zentraler Ort in der Region, herrscht in Unterweißenbach ein gutes Bewusstsein dafür, dass das Ortszentrum belebt bleiben muss. Eine Arbeitsgruppe hat sich bereits mit der Erhebung des Ist-Zustandes beschäftigt. „Es geht nicht nur um leere Gebäude oder Geschäfte, die man wieder füllen will, sondern auch um die soziale Funktion des Ortskerns als Identitätsgeber und um Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg“, so Artner-Sulzer. Mit dem Aktionsprogramm gibt es nun ein Förderinstrument, mit dem man auch Immobilieneigentümer unterstützen kann. Ihm ist bewusst, dass dabei immer Emotionen mitspielen: „Man kann Veränderungen nicht erzwingen, sie müssen sich entwickeln. Das Ziel sollte eine Win-Win-Situation sein.“ Ein Beispiel: Ein betagtes Ehepaar wohnt in einem großen, ansonsten leeren Haus. Nach dem geförderten Umbau hat sich die Wohnsituation deutlich verbessert, das Paar genießt eine altersgerechte, kleinere Wohnung, im Haus sind mehrere Wohnungen untergebracht.

Aktuell steht die Bestandsanalyse in etlichen Mühlviertler Alm-Gemeinden im Mittelpunkt. „Eine der zentralen Fragen ist, welche Nutzung Sinn machen würde. Es wird zum Beispiel nicht jeder Ort einen Coworking-Space brauchen, aber einer für mehrere Gemeinden wäre sicher sinnvoll.“

Die strategischen Maßnahmen (Zeithorizont der Erarbeitung bis Ende 2023) können danach mit Hilfe von externen Planern umgesetzt werden. „Die Förderungen, die die Eigentümer beantragen können, sind bemerkenswert hoch“, weiß Artner-Sulzer. Laut seiner Einschätzung stehen 30 bis 40 Gebäude in den Alm-Ortskernen leer. „Es wäre schon viel gewonnen, wenn für diese eine Nachnutzung gefunden und auch umgesetzt wird.“


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