Streuobstwelt beim Pankrazhofer: Herkunft erleben
TRAGWEIN. Zwei neue Rundwege beim Most- und Saftspezialisten Pankrazhofer vermitteln Wissen über Kreislaufwirtschaft am Hof, Obstbau, Streuobstwiesen und Ackerbau. Eva und Norbert Eder sind sich sicher: Wissen über Lebensmittel-Herstellung ist der Schlüssel zu mehr Wertschätzung und bewussteren Kaufentscheidungen.

Der Bezug zur Herkunft und Herstellung von Lebensmitteln ist vielen verloren gegangen. In den Supermärkten sind die Produzenten und Ursprünge der Rohstoffe oftmals anonym oder kaum nachvollziehbar. Dem wollen Eva und Norbert Eder vom Pankrazhofer entgegenwirken. Sie sind sich sicher: Wissen über Lebensmittel-Herstellung ist der Schlüssel zu mehr Wertschätzung und bewussteren Kaufentscheidungen. Mit der Streuobstwelt vom Pankrazhofer öffnen sie ihren Hof und machen die Herkunft von Lebensmitteln erlebbar und somit begreifbar. Die beiden neuen Rundwege mit Infotafeln vermitteln Wissen über Kreislaufwirtschaft am Hof, Obstbau, Streuobstwiesen und Ackerbau. Die kleine Runde dauert ungefähr 15 Minuten, die große eine Stunde. Diese Rundwege können jederzeit begangen werden und sind frei zugänglich. Anschließend lädt die Selbstbedienungslabstelle oder der Hofladen zum Verkosten und Einkaufen ein. Das Verweilen in der Streuobstwiese mit Spielplatz ist gerne erwünscht. Als Sitzgelegenheit unter den Obstbäumen wurde bewusst eine lange Tafel gewählt, damit Besucher am Tisch miteinander ins Gespräch kommen.
Einblick in die Produktion
Im Hofladen zeigt ein Film die Ernte und Verarbeitung der Äpfel und Birnen zu Saft und Most und ermöglicht so das ganze Jahr über einen wertvollen Einblick in die Produktion. Wer noch tiefer in die Streuobstwelt eintauchen möchte, kann zu bestimmten Terminen eine Führung inklusive Verkostung buchen. Für Gruppen gibt es individuelle Termine auf Anfrage. Eva und Norbert Eder: „Neben dem Genuss unserer Erzeugnisse ist es uns ein großes Anliegen zu zeigen, wie Lebensmittel bei uns entstehen und welche Auswirkungen die Kaufentscheidungen eines jeden einzelnen von uns haben. Das ist der Grund, warum wir unsere Hoftüren öffnen und uns über alle Besucher freuen.“
Tag der Streuobstwiese beim Pankrazhofer
Am Freitag, 28. April, ist der „Internationale Tag der Streuobstwiese“. Gemeinsam mit Bio Austria laden Eva und Norbert Eder vom Pankrazhofer von 13 bis 18 Uhr in ihre Streuobstwelt ein. Zu diesem Anlass werden die zwei neuen Rundwege mit Infotafeln eröffnet. Die Besuchern spazieren am und rund um den Hof und erfahren, wie die Arbeit am Bio-Hof funktioniert und warum die Streuobstwiese so wichtig ist. Auf die Gäste wartet außerdem ein buntes Rahmenprogramm. Damit es auch im eigenen Garten oder am Balkon schon bald schön blüht, dürfen Kinder „Seed-Balls“ formen und diese mit nach Hause nehmen. Erwachsene wie Kinder dürfen in die Welt der Bodenlebewesen eintauchen und die vielen kleinen Helferlein der Biobäuerinnen und Bauern kennen lernen. Es gibt kostenlose Führungen, Anleitungen zum Nistkastenbau, geführte Spaziergänge durch den Lebensraum Streuobstwiese sowie Kellerführungen und Verkostungen. Zur Stärkung gibt es Mostheurigen Brote und Bauernkrapfen sowie alles, was der Hofladen vom Pankrazhofer hergibt. „Der Tag der Streuobstwiese bei uns am Hof soll ein Tag zum Genießen sein. Spazieren in der Natur, ein Glaserl Most unter den blühenden Bäumen der Streuobstwiese und jede Menge Wissenswertes zur Herkunft ehrlicher Lebensmittel“, laden Eva und Norbert Eder ein.
Artenreiche Streuobstwiese
Bio Austria unterstützt den wichtigen Lebensraum Streuobstwiese. Mit über 5.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten zählen Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Sie sind Heimat für viele Gräser und Wildblumen, Säugetiere (z.B. Igel und Fledermaus), Vögel (z.B. Grünspecht und Wiedehopf), Reptilien und Amphibien (z.B. Erdkröte und Äskulapnatter) sowie unzählige Insekten und Spinnen. „Jeder Bio Austria Betrieb leistet durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, durch eine vielfältige Fruchtfolge und einen gezielten Humusaufbau einen hohen Beitrag zum Schutz der Biodiversität. Wir haben diese Biodiversitätsvorgaben auch in unseren Verbands-Richtlinien verankert“, so Johannes Liebl, Obmann Bio Austria OÖ. Auf Initiative von Bio Austria wurden in den vergangenen Jahren auf Biohöfen etwa 15.000 Streuobstbäume, vor allem alte, erhaltenswerte Sorten, gepflanzt und so ein wertvoller Beitrag zur Förderung der Biodiversität geleistet.
Positive Auswirkung aufs Klima
Die Streuobstbäume haben darüber hinaus eine positive Auswirkung auf unser Klima. Ein großer Birnenbaum mit 15 Meter Höhe produziert beispielsweise jährlich so viel Sauerstoff wie 16 Menschen in einem Jahr benötigen. Darüber hinaus ist auch die CO2 Speicherkapazität beachtlich. Ein Baum in dieser Größe speichert so viel CO2, wie fünf Autos durchschnittlich in einem Jahr ausscheiden. Vor 1960 gab es in Österreich noch ca. 35 Mio. groß-kronige Obstbäume in der Landschaft. Heute sind nur mehr ca. 4,5 Mio. Bäume übrig und der Rückgang hält an. Für eine Trendumkehr ist es hoch an der Zeit. „Streuobstwiesen müssen für unsere Bäuerinnen und Bauern neben dem ökologischen, auch wieder einen monetären Wert haben, damit sie aktiv erhalten werden. Dafür setzen wir uns bei Bio Austria ein und vermarkten Pressobst von zertifizierten Streuobstwiesen unserer Mitgliedsbetriebe neben regionalen Verarbeitungsbetrieben auch erfolgreich über die Ökoland Vertriebs GmbH an Saftproduzenten und Großabnehmer“, freut sich Johannes Lieblüber das erfolgreiche Pressobst Vermarktungsprojekt.
Die Streuobstwelt vom Pankrazhofer bereichert nun diese vielfältige Angebotspalette an kulinarischen Erlebnissen in Oberösterreich. Als Best Practice-Beispiel werden hier Qualität, Regionalität, Nachhaltigkeit und Kooperationsgeist vereint. „Mit den neuen Rundwegen der Bio-Streuobstwelt vom Pankrazhofer öffnet Familie Eder die Türen ihres Biohofes und ermöglicht Besuchern einen Blick hinter die Kulissen, wie ehrliche Lebensmittel entstehen. Die Erlebbarkeit Oberösterreichs als Kulinarik-Destination wird durch ein hochwertiges touristisches Angebot bereichert“, so Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer von Oberösterreich Tourismus bei der Eröffnung der neuen Streuobstwelt.


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