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RAINBACH. Johann „Baiernaz“ Rudlstorfer ist weitum für seine Spezialitäten aus Bio-Schwein und Bio-Rind bekannt. Mit 64 Jahren könnte der Landwirt schon an die Pension denken, aber der Summerauer sagt: „Ich genieße es, dass ich gebraucht werde. Ein paar Jahre möchte ich schon noch gerne weitermachen.“

  1 / 3   Johann Rudlstorfer, der Baiernaz, ist seit mehr als vier Jahrzehnten Landwirt. (Foto: TVB Mühlviertler Hochland/Robert Maybach)

Seit dem Jahr 1811 ist der Erbhof mit Hausnamen „Baiernaz“ in Summerau in Familienbesitz. Das Schicksal wollte es, dass Johann Rudlstorfer den Hof übernimmt. „Ich habe eine Lehre zum Automechaniker abgeschlossen. Doch als ich 20 Jahre alt war, ist mein Vater verstorben. Als Ältester von sechs Kindern habe ich dann die damals zehn Hektar große Landwirtschaft übernommen. Von Anfang an hat mich meine Frau Rosi tatkräftig unterstützt“, sagt Johann Rudlstorfer.

Bald wollte er mehr aus dem kleinen Betrieb machen: „Mit dem EU-Beitritt Österreichs habe ich mich dann drüber getraut“, sagt der Summerauer, der seit drei Jahrzehnten den Hof nach biologischen Richtlinien bewirtschaftet. Die erste Vermarktungsschiene war Kalbfleisch, gefolgt von Rindfleisch. „Durch die BSE-Krise stieg die Nachfrage nach Schweinefleisch, also habe ich Bio-Schweine zugekauft und gemästet. Ich habe mich immer nach dem Markt gerichtet“, bewies der Biobauer Geschick in der Ausrichtung seines Betriebs.

Tierwohl an erster Stelle

Durch die Pacht umliegender Flächen bewirtschaftet die Familie mittlerweile 40 Hektar. Beim Bau der beiden Mastställe für mehr als 200 Schweine stand das Tierwohl an erster Stelle. Die Bio-Ferkel, die bis zu sechs Monate lang gemästet werden, fühlen sich im großzügigen, mit Stroh ausgestreuten Stall und in den Ausläufen sauwohl.

20 Mutterkühe und ein Stier sorgen auf natürliche Weise für Nachwuchs bei den Rindern. „Neun von zehn Kälbern kommen ohne Hilfe auf unseren Weiden zur Welt, darauf bin ich stolz“, sagt der Landwirt. Die Kälber bleiben bei ihren Müttern auf der Weide, fressen Bio-Heu, Silage und ein wenig Kraftfutter. Im Alter von etwa 18 Monaten werden die Bio-Mastrinder schließlich geschlachtet.

Geschlachtet wird am Hof

Jeden Montag ist Schlachttag. „Wir schlachten die Schweine und Rinder stressfrei auf unserem Hof. Das übernimmt unser Sohn Andreas, der gelernter Fleischhauer ist.“ In der betriebseigenen Fleischerei verarbeiten der Juniorchef und drei weitere Fleischhauer 70 Tonnen Bio-Fleisch jährlich. Zahlreiche Auszeichnungen, wie etwa für den Lavendelspeck und das Bündnerfleisch, zeugen von der hohen Qualität der Wurst-, Schinken-, Speck- und Fleischprodukte.

Der Hofladen der Familie Rudlstorfer hat jeden Samstag von 9 bis 12 Uhr geöffnet, außerdem sind die Produkte in verschiedensten Läden sowie Wirtshaus- und Betriebsküchen zwischen dem Mühlviertel und Linz vertreten.

Bio-Catering

Längst ist der „Baiernaz“ zu einer Marke geworden. Das Hauptgeschäft macht das Bio-Catering aus. „Ein Team aus 20 Damen unterstützt uns dabei. Von der Spansau über Stierhaxn bis zur Leberkässemmel: Ab 500 Essen werden wir erst so richtig warm“, schmunzelt Johann Rudlstorfer. Allein für den jährlichen Weihnachtsmarkt am Pfarrplatz in Linz dreht Rosi Rudlstorfer eigenhändig 2.000 Bio-Grammel- und Speckknödel aus Erdäpfelteig.

„Ich könnte zwar schon in Pension gehen, aber ich bin noch motiviert, und die Mannschaft steht hinter mir“, sagt Johann Rudlstorfer, Vater von vier Kindern und Opa von sieben Enkerln. „Ich genieße es, dass ich gebraucht werde und die Kunden unsere Produkte so wertschätzen. Ein paar Jahre möchte ich noch gerne weitermachen, bevor wir den Betrieb komplett übergeben.“


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