Jubilar Alois König: 100 Jahre wird man nicht alle Tage
FREISTADT/GUTAU. Seinen 100. Geburtstag feiert Alois König am Sonntag, 18. Juni. Viel hat der gelernte Schneider in den 100 Jahre erlebt, und einige Schicksalsschläge erleiden müssen. Der Jubilar wohnt im Seniorenheim Freistadt, und ist geistig noch sehr fit. Er liest täglich Zeitung und spielt gerne Schach auf seinem Tablet.

Geboren wurde Alois König als siebentes von elf Kindern am 18. Juni 1923 in Schwaighof 8, St. Leonhard bei Freistadt. Schon als Kind musste er am elterlichen Bauernhof mitarbeiten.
Im 2. Weltkrieg schwer verletzt - Bein amputiert
Mit 18 Jahren wurde Alois König zur Wehrmacht eingezogen, und im Februar 1945 durch einen Granatsplitter am Bein verletzt. Weil die Wunde nur unzureichend versorgt worden war, musste das linke Bein kurze Zeit später amputiert werden.
Schneiderlehre und Hochzeit
Da er mit nur einem Bein keinen landwirtschaftlichen Beruf ausüben konnte, begann er nach Ende des Krieges eine Schneiderlehre.1949 heiratete er in Freistadt seine Frau Mathilde, mit der er eine Tochter und zwei Söhne bekam. Den Lebensmittelpunkt verlegte das Ehepaar nach Wien, pendelte aber viele Jahre zwischen Freistadt und der Bundeshauptstadt. Mathilde König verstarb 1986 unerwartet. Nach ihrem Tod verlegte Alois König seinen Wohnsitz nach Freistadt.
Viele Jahre in Gutau gewohnt
In Maria Pirklbauer fand er eine neue Liebe, und wohnte mit ihr für viele Jahre gemeinsam in Gutau. Für die vielen Enkelkinder der Lebensgefährtin war er rasch wie ein Opa. Seine Tochter Luzia ist 2007 verstorben, Sohn Gerhard hat das Haus in Freistadt übernommen, und Sohn Robert lebt in Klosterneuburg. Die Geschwister von Alois König sind mittlerweile alle verstorben.
Nachdem auch seine Lebensgefährtin 2010 verstarb, durfte Alois König weiter in ihrer Wohnung wohnen bleiben und wurde dort von Marias Sohn Helmut und dessen Frau Anna liebevoll betreut und umsorgt. Nach einem Sturz wurde klar, dass er eine umfassendere Betreuung benötigen würde, und so wohnt Alois König seit März 2021 im Seniorenheim Freistadt.
Zeitung lesen, diskutieren, am Tablet Schachspielen und Schnapsen als Lieblingsbeschäftigungen
„Auch wenn er schon sehr schlecht hört und sieht, liest er täglich seine abonnierte Tageszeitung und versäumt nach Möglichkeit keine Folge der Fernsehserie Sturm der Liebe“, berichtet Sohn Gerhard.
Geistig sei der bald Hundertjährige noch recht fit. „Mein Vater liebt es, zu diskutieren und sich über alles zu informieren, was in der Welt passiert. Mit seinem Tablet spielt er oft Schach und nützt WhatsApp, um mit Verwandten und Bekannten zu kommunizieren.“ Alois König spielt auch noch liebend gerne mit seinen Besuchern Karten, vor allem Schnapsen. Im Seniorenheim ist er immer noch sehr diszipliniert und versucht, sich selbst zu waschen, zu rasieren und anzukleiden.
„Schon ein bisschen stolz auf das Alter“
„Mit seinen 100 Jahren hat er aber natürlich auch schon viele Wehwehchen, auch wenn er sich von einem Herzinfarkt 2021, bei dem ihm ein Stent gesetzt wurde, gut erholt hat. Er muss beim Gehen mit dem Rollator sehr aufpassen, da die Beinprothese immer wieder rutscht und er dadurch leicht in Sturzgefahr kommt“, sagt Sohn Gerhard. „Dass er die 100 Jahre in wenigen Tagen erreicht, darauf ist mein Vater schon ein bisschen stolz.“
Zu seinem dreistelligen Geburtstag lässt die Familie den Jubilar hochleben, und auch im Seniorenheim ist eine Feier geplant. Hundert Jahre wird man schließlich nicht alle Tage.


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