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HAGENBERG. Im 98. Lebensjahr ist Maria Mayr aus Hagenberg am 8. Juli verstorben. Karlheinz Sandner hat einen Nachruf verfasst.

Maria Mayr aus Hagenberg verstarb am 8. Juli 2023 im 98. Lebensjahr. (Foto: privat)
Maria Mayr aus Hagenberg verstarb am 8. Juli 2023 im 98. Lebensjahr. (Foto: privat)

„Nur“ eine zweiklassige Volksschule besucht zu haben, heißt nicht, dass ein Leben nicht erfolgreich verlaufen könnte. Entscheidend ist, was man daraus macht. Bestes Beispiel dafür ist Maria Mayr aus Hagenberg. Sie schloss, in ihren letzten Jahren bestens betreut im Seniorenheim Pregarten, am 8. Juli 2023 im Kreise ihrer Familie im 98. Lebensjahr für immer ihre Augen.

Familienmensch

Aufgewachsen in einer Großfamilie, eine nicht durch Wohlstand versüßte Kindheit, ein anstrengender Schulweg, von Klein auf an Mitarbeit gewohnt, gaben ihr Rüstzeug mit, nicht nur tüchtige Ehefrau, besorgte Mutter der Söhne Max und Felix und liebende Groß- und Urgroßmutter von neun Enkel- und elf  Urenkelkindern zu werden, sondern zudem Jahrzehnte – auch ehrenamtlich in Pfarrgemeinderat und Goldhaubengemeinschaft – im Dienste der Menschen stehen zu können.

Fleischhauerei in Hagenberg aufgebaut

1926 in Tischberg, Gemeinde Kaltenberg, geboren, begann sie ihren beruflichen Weg als Küchengehilfin und Verkäuferin in einer Fleischhauerei. In dieser Branche bleib sie auch, als sie 1948 mit ihrem Gatten Maximilian durch Fleiß und Zähigkeit in Hagenberg eine weitum geschätzte Fleischhauerei aufbaute und diese zum wichtigen Nahversorger in der aufstrebenden Gemeinde wurde.

Elternhaus in Tischberg (Kaltenberg)

„´s Vaternhäusl“ in Tischberg aber war für sie ein Paradies, mit dem sie zeitlebens eine innige Beziehung pflegte, denn vieles wurde dort grundgelegt: „Am Kobl håb ih liegn kinna im Grås, in Hümmi einischaun und oiss bewundern, wås kreucht und fleucht.“  Welch schöpferische Phantasie konnte dort auf dem kargen Boden um Kaltenberg erblühen.

Künstlerisch begabt

Diese zeigte sich im späteren Leben nicht nur beim Malen von Hinterglasbildern, Restaurieren und Bemalen von Bauernmöbeln und Keramikgeschirr. Bemalte Steine waren bis zuletzt begehrte Geschenke an Besucher und Pflegepersonal. Vortrefflich konnte sie ihre Gedanken und Gefühle in Mundart und Schriftsprache niederschreiben. In ihren zwei Büchern griff sie tief hinein in ihren reichen Erfahrungsschatz als Mutter, Geschäftsfrau, naturliebende und heimatverbundene Mühlviertlerin.

„Das waren alle meine Kinder“

Als das Technologiezentrum Hagenberg gegründet wurde, bot das Haus Mayr vielen Studenten verschiedenster Nationen und Kulturen Wohnmöglichkeit – mit Familienanschluss. „Das waren alle meine Kinder“, erzählte Maria Mayr, die die zuweilen fehlenden Fremdsprachen mit der Sprache ihres Herzens bei weitem aufwog.

Die dort gebotene „Nestwärme“ war ein nicht zu unterschätzender Beitrag in der Aufbauphase des heute über die Grenzen Österreichs hinaus bekannten Instituts. Das weiß auch dessen Gründer, Prof. Bruno Buchberger, sehr zu schätzen: „Frau Mayr war wirklich eine außergewöhnliche Frau. Sie hat unseren RISC-Studenten aus aller Welt Heimat gegeben - und auch mir persönlich gerade in schwierigen Situationen.“ 

Gottvertrauen prägte ihr Leben

Ihr von den Eltern mitgegebene, auch ihr Leben prägendes Gottvertrauen zeigt sich in ihrem Gedicht „Erlösung“: „Mühsam war der Weg nach oben, // immer doch an deiner Hand // hab ich nun, o Herr, gefunden // das von Dir verheiß´ne Land“.

Das Begräbnis findet am Freitag, 14. Juli 2023, um 14 Uhr in der Pfarrkirche Hagenberg statt.

(Nachruf verfasst von Karlheinz Sandner)


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