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Freibad Weitersfelden neu eröffnet: Gemeinde und Verein "Baywatch" stemmten gemeinsam großes Sanierungsprojekt

Mag. Michaela Maurer, 21.07.2023 11:26

WEITERSFELDEN. Durch die Zusammenarbeit von Gemeinde, Firmen und den extra gegründeten Verein „Baywatch - wir retten unser Freibad“ konnte das große Sanierungsprojekt Freibad Weitersfelden gestemmt werden. Nun wurde die Neueröffnung gefeiert.

  1 / 7   Vize-Bgm. Klaus Preining, Dechant Hans Resch, Bundesrätin Johanna Miesenberger, Bmg. Franz Xaver Hölzl, Landesrätin Michaela Langer-Weninger, Landtagsabgeordneter Josef Naderer, Priester Prokop, Holzbaumeister Lukas Herzog (Foto: Anna Schatzl jun.)

Im Zuge des seit 22 Jahren durchgeführten größten Beachvolleyballturniers im Bezirk Freistadt, der „Sunshine Trophy“, wurde das neu sanierte Freibad Weitersfelden bei herrlichem Sommerwetter und bester Stimmung neu eröffnet. Es konnten neben zahlreichen Ehrengästen viele Bürgermeister der MVA-Nachbargemeinden begrüßt werden.

Bürgermeister Franz Xaver Hölzl ließ die Meilensteine dieses Projektes Revue passieren: „Die Sanierung des nunmehr 40 Jahre alten Freibades wurde von der Marktgemeinde Weitersfelden seit dem Jahr 2013 betrieben. In der Bäderstudie wurde Weitersfelden als Schließungsstandort ausgewiesen. Dies wollten wir nicht zur Kenntnis nehmen. In der Folge wurden die Kräfte gebündelt und auf Idee und Initiative von Vize-Bürgermeister und Amtsleiter Klaus Preining zur Unterstützung der Gemeinde der Verein „Baywatch – wir retten unser Freibad“ gegründet. Mehr als 160 private Mitglieder und praktisch alle renommierten Firmen aus Weitersfelden und zum Teil auch von St. Leonhard, Kaltenberg und Liebenau helfen seit 2019 mit ihren Mitgliedsbeiträgen.“

Hoffnung durch Gemeindefinanzierung neu

Da Finanzierung und so manche Vorhaben auch in den nächsten Jahren Bedeutung haben werden, appellierte Bgm. Hölzl an alle Anwesenden, auch weiterhin Baywatch-Mitglied zu bleiben. <3Neue Mitglieder sind auch weiterhin herzlich willkommen.“ Erst die Regelungen bezüglich Bädersanierung in der Gemeindefinanzierung neu gaben Hoffnung und Perspektive. Der geforderte Ausgabendeckungsgrad von 50 Prozent wurde stets erfüllt und die entsprechenden Finanzmittel für das Projekt angespart. Die Gesamtbetrag des ersten „Kommunalen Investitions-Programms (KIP)“ der Bundesregierung und des Finanzministeriums wurden für dieses Vorhaben verwendet.

„Das Projekt wurde sicherlich in der schwierigsten Bauphase überhaupt umgesetzt. Denn im Krisenjahr 2022 mussten neben oftmals nicht einlangender Angebote und mangelnder Materialverfügbarkeit eine enorme Kostensteigerung bewältigt werden. Dies führte letztendlich zu einem genehmigten Finanzierungsplan in der Höhe von 860.000 Euro.

Abriss

Der Abriss der alten Gebäudeteile über Flur erfolgte im Oktober und November 2022. Nur die unter Flur befindlichen Ausgleichsbecken sowie die aus Nirosta-Stahl bestehenden Schwimmbecken blieben unverändert. Im Spätherbst 2022 wurden noch die Betonsanierungs- und -errichtungsarbeiten durchgeführt, über den Winter das Bauholz gemacht, geschnitten und die Bretter gestrichen. Bereits Mitte März 2023 konnte der Holzbau errichtet werden. Seitdem arbeiten alle relevanten Firmen mit Hochdruck und in perfekter Kooperation, damit das neu sanierte Freibad Anfang Juli 2023 in den Probebetrieb und letztendlich Mitte Juli ohne Verlust einer gesamten Badesaison in den ordnungsgemäßen Betrieb gehen konnte.

Spielplatz und Photovoltaik-Anlage

„Neben den Gewerken gibt es noch viele weitere attraktive Anlagen. Für all dies zeichnet Klaus Preining federführend verantwortlich. Er hat neben den ständigen bürokratischen und formellen Aufgaben als erfahrener Projektmanager alle weiteren Möglichkeiten zur Attraktivierung unsers Freibades an Board geholt.“ Der neue Kinder-Spielplatz wurde über ein Leader-Projekt mit Kosten von zirka 55.000 Euro mit 60-prozentiger Förderung umgesetzt. Bgm. Hölzl bedankte sich MVA-Vorstand und dem Projektauswahlgremium insbesondere MVA-Obmann Johann Holzmann und Geschäftsführerin Renate Fürst. Der Eigenanteil von 40 Prozent wird vom Verein Baywatch getragen. Darüber hinaus wurde eine neue Calisthenics-Anlage für die älteren Jugendlichen errichtet, finanziert über die Spielplatzprojektförderung des Landes durch BZ- und LZ-Mittel. In Summe wurden zirka 110.000 Euro für die Spielplätze in die Hand genommen.

Die 44 kWp PV-Anlage wurde als eigenes Projekt mittels KPC-Förderung des Bundes umgesetzt, die Beschattungsmaßnahmen wie Sonnensegel, Schirme und Sitzgelegenheiten über Förderung der Klimawandelanpassungsregion – begleitet vom Energiebezirk Freistadt. Die Umkleide-Kabinen inmitten der Rasenanlage wurden kostenlos im Rahmen eines Lehrlingsprojektes der Firma Wimberger errichtet.

„Somit wurde zirka eine Million Euro in das neue Freibad investiert“, sagt Hölzl. Neben den externen Firmen, die durchwegs alle aus der Region stammen, lobte Bgm. Hölzl besonders die Weitersfeldner Firmen: „Denn die Zusammenarbeit funktionierte hervorragend. Besonderer Dank auch an die Bauhofmitarbeiter Gottfried Gutenbrunner, Johannes Edelmaier und Thomas Höller. Denn ohne ihre professionellen Arbeiten und ständige Begleitung wäre das herausfordernde Projekt nicht umsetzbar gewesen.“

3.336 freiwillige Stunden

Einen ganz besonderen Dank sprach Bgm. Hölzl aber den zahllosen Ehrenamtlichen aus: „126 ehrenamtliche Männer und Frauen leisteten bis zum Eröffnungstag 3.336 freiwilligen Stunden. Daneben haben während der gesamten Bauzeit 27 Frauen ehrenamtlich Mittagessen gekocht oder Kuchen gebacken. Dies ist besonders hervorzuheben, denn da wurden nicht nur Zeit sondern auch die Nahrungsmittel kostenlos zur Verfügung gestellt. „Wenn man sich das alles vor Augen führt, haben wir den Oö. Familienpreis „Felix Familia 2023“ ganz berechtigt mit Bomben und Granaten gewonnen.“

Landesrätin Michaela Langer-Weninger, in deren Zuständigkeitsbereich sowohl die BZ- als auch LZ- und die Leader-Mittel sind, gratulierte zum wunderschön gewordenen Freibad und strich besonders die umfangreich geleisteten ehrenamtlichen Stunden hervor. Dechant Hans Resch segnete auf humorvolle aber nicht minder ehrwürdige Art das Freibad.


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