Wiedersehen mit Retter nach 29 Jahren
LASBERG/FREISTADT. Ihren 74. Geburtstag hat Maria Winklehner aus Steinböckhof, Gemeinde Lasberg, dieser Tage gefeiert. Keine Selbstverständlichkeit, denn vor 29 Jahren stand ihr Herz plötzlich still. Dieser Tage bedankte sie sich herzlich bei einem ihrer Lebensretter.

„Hallo, ich lebe noch!“ Immer wieder betont das die humorvolle Lasbergerin. Dabei hätte ihr Leben am 26. November 1994 eigentlich vorbei sein können. „Ich war damals Pfarrerköchin, hatte viel Stress und einen hohen Blutdruck und wollte mir in der Ordination von Dr. Czekal bei der Vertretungsärztin mein Blutbild abholen“, erzählt die 74-Jährige. Doch so weit kam es gar nicht: Die damals 45-jährige Frau, Mutter dreier Kinder, sackte mit Herzstillstand zusammen. Das Ordinationsteam startete sofort mit der Wiederbelebung, blieb aber erfolglos. Erst dem Team des Notarzt-Einsatzwagens, Notärztin Dorothea Stütz und den Notfallsanitätern Klaus Stütz und Thomas Reisinger, gelang die Reanimation. Als ihr Herz wieder schlug, wurde Maria Winklehner umgehend ins Freistädter Spital eingeliefert. „Bis 17. Dezember bin ich dann im Spital gelegen, an die ersten Tage in der Intensivstation kann ich mich kaum erinnern, nur daran, dass einmal ein Pfarrer bei mir war“, sagt die Lasbergerin.
Auch Ehemann im Spital
Die Sorge um seine Frau und die drei Kinder belastete ihren Mann Alois so stark, dass er ebenfalls im Krankenhaus landete. Schlussendlich konnten beide das Spital wieder verlassen. Mit den Lebensrettern gab es keinen Kontakt mehr. Klaus Stütz: „Das Notarztteam erfährt selten, was mit Patienten nach einem Einsatz passiert.“ Das Geschehen hatte sich aber offenbar auch bei Stütz ins Gedächtnis eingebrannt, denn als er nach Jahren bei einer Rot-Kreuz-Ehrung im Linzer Landhaus eine Rede halten durfte, schilderte er die Reanimation von Maria Winklehner. „Es war mucksmäuschenstill im Saal, das Ereignis hat das Publikum offenbar sehr berührt“, so Klaus Stütz im Tips-Gespräch.
Nach Lebensrettern durchgefragt
Wieder vergingen Jahre, bis Maria Winklehner heuer Anfang September den Rot-Kreuz-Frühschoppen in Freistadt besuchte und sich dort nach ihren Lebensrettern durchfragte. „Plötzlich hat mich in all dem Trubel mein Rot-Kreuz-Kollege Christian Jachs angerufen und mir gesagt, dass da eine Frau ist, die mich sucht“, schmunzelt Klaus Stütz, der seit Jahren für die Organisation des Frühschoppens verantwortlich zeichnet. Das Wiedersehen mit Maria Winklehner war herzlich, die Lasbergerin und ihr Mann wurden kurzerhand zum Abschlussfest der Frühschoppen-Helfer eingeladen. Dort nutzte Maria Winklehner noch einmal die Gelegenheit, sich aus ganzem Herzen für den lebensrettenden Einsatz zu bedanken. „Auch wenn ich nicht gesund bin, ich lebe noch, das habe ich allen Beteiligten, dem Notarztteam, den Ärzten, Schwestern und Pflegern im Spital zu verdanken“, sagt die Seniorin, die heute Oma von sechs Enkerln ist.


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