Ruine Ruttenstein: Mauersicherung und Pflege sind Dauerthemen
PIERBACH. Eine Fülle an Aktivitäten setzen die Mitglieder des Ruttensteiner Erhaltungsvereins immer wieder, um die Burgruine vor dem Verfall zu bewahren und für Besucher sicher zugänglich zu machen.

Der Erhaltungsverein hat denverwilderten und für die Besucher unzugänglichen Nordteil der Vorburg freigeschnitten, circa 2.000 Tonnen Schutt ausgeräumt und das Mauerwerk gesichert. In Abstimmung mit dem Denkmalamt wurden Sicherungsgeländer angefertigt und montiert. Nun ist dieser auch recht interessante Ruinenbereich für die Besucher frei zugänglich.
Mauerwerk gesichert
Die kontinuierliche Sicherung des Mauerwerkes wurde auch 2023 erfolgreich weitergeführt. Turm 1 an der südlichen Außenseite der Außenringmauer war an der Reihe. In zwei Wochen war es möglich, im schwierigen Gelände das Baugerüst aufzubauen und das Mauerwerk auszubessern und hoffentlich für einen langen Zeitraum zu stabilisieren. Eine Reihe Freiwilliger trug wesentlich dazu bei, das gesteckte Ziel zu erreichen. Im Durchgangsbereich vom Zwinger in die Innenburg sind die Trittsteine im Laufe der Zeit locker geworden. Diese sehr schweren Steinplatten mussten ergänzt und neu verlegt werden.
Spezialeinsatz
Der Bewuchs mit Stauden und Bäumen an der Ostflanke der Ruine – zwischen Wohnturm und Rundweg – stellte für die Besucher zuletzt zunehmend eine Gefahr da. Am Klettergurt und mit Seil gesichert entfernten Mitarbeiter der Firma Viehböck aus Schönau in Abstimmung mit dem Grundeigentümer den gesamten Bewuchs auf dem felsigen und extrem steil abfallenden Untergrund. Das Ergebnis ist eine völlig neue Sicht auf die östliche Außenseite der Burgruine.
Ergebnis der Bauforschung
In einer 96-seitigen Broschüre liegt seit dem Vorjahr das Ergebnis der Bauforschung für Ruttenstein vor. Das Institut Dr. Buchinger aus Wien hat intensive Recherchen angestellt. So ist in diesem Werk eine lückenlose Besitzerfolge aufgelistet. Auch die Anlagenteile der Burgruine sind umfassend beschrieben. Leider brachten die Proben der noch vorhandenen Bauhölzer keine brauchbaren Ergebnisse bezüglich Altersbestimmung, mit der auf die Bauzeiträume geschlossen werden könnte.
Bur(g)enziegen
Bestens bewährt hat sich die Entscheidung zur Errichtung eines Ziegengeheges zwischen Ruine und Schutzhütte. Die pflegeleichten Ziegen halten seit zehn Jahren den eingezäunten Bereich offen und haben diesen zu einer schönen „Ruttensteiner Alm“ gemacht. In der vegetationslosen Zeit verbringen die Tiere einen Winterurlaub beim Großsteiner und werden dort liebevoll betreut.
20 Jahre Erhaltungsverein
Der Ruttensteiner Erhaltungsverein wurde vor gut zwei Jahrzehnten gegründet. 20 Jahre Arbeit wurden in einer 68-seitigen Bild- und Berichtsdokumentation zusammengefasst, die alle Vereinsmitglieder und Sponsoren als Dank für ihre wertvolle Unterstützung bekamen. Für vier ausgeschiedene Funktionäre des Erhaltungsvereins haben sich junge Personen bereit erklärt, im Vereinsvorstand mitzuwirken. Deren Wahl in die Aufgabenbereiche erfolgte in der jüngsten Mitgliederversammlung. Der Erhaltungsverein zählt aktuell 455 unterstützende Mitglieder aus 37 Gemeinden Österreichs.


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