Schüler führten einen Tag das Wiaz`Haus Dinghofer
WARTBERG/BAD LEONFELDEN. Von der ersten Idee für das Menü bis zum Servieren: 20 Schüler der vierten Klassen der Tourismusschulen Bad Leonfelden übernahmen für einen Tag die Leitung des Wiaz`Haus Dinghofer in Wartberg.

Zum siebten Mal fand die Initiative „Schule macht Wirtshaus“ in einem Gasthaus statt. Über Wochen hinweg waren die Schüler intensiv mit organisatorischen und betrieblichen Vorbereitungen beschäftigt. Sie entwickelten ein viergängiges Menü, kalkulierten Preise und Wareneinsatz, erstellten Einkaufslisten, stimmten sich mit regionalen Produzenten ab und planten die Abläufe in Küche und Service. Auch Getränkebegleitung, Menükarte und Tischdekoration werden eigenständig organisiert. „
Realistische Erfahrungen
Hier wird nicht nur gekocht und serviert – hier wird unternehmerisch gedacht“, betont Karl Wögerer, Obmann-Stellvertreter der OÖ KultiWirte. „Die Schüler erleben realistisch, was es bedeutet, einen Betrieb zu führen. Genau diese Praxisnähe macht den Wert des Projekts aus.“
„Unsere Praktika haben uns bereits viele praktische Einblicke ermöglicht. Doch die Gesamtverantwortung für alle Abläufe zu tragen, ist noch einmal eine ganz andere Herausforderung“, sagt Schüler Tobias Roscher. „Wir haben uns auch viele Gedanken über die Tischdeko gemacht und die regionalen Lieferanten von Dinghofer mit einbezogen“, ergänzt Hannah Gierlinger.
Das Wiaz`Haus Dinghofer ist langjähriges Mitglied der KultiWirte und steht exemplarisch für die Werte des Verbandes: Regionalität, Qualität und die Pflege der traditionellen oberösterreichischen Wirtshauskultur. „Die Initiative ist eine gute Möglichkeit jungen Menschen praxisnahe Erfahrung zu ermöglichen. Und sie haben das sehr gut gemeistert“, sagt Gerhard Dinghofer, der sein Wirtshaus dafür gerne einen Tag in die Hände der Schüler gab.
Investition in die Zukunft
„Junge Menschen übernehmen Verantwortung und gewinnen Sicherheit für ihren weiteren Berufsweg. Das ist eine wichtige Investition in die Zukunft unserer Betriebe“, sagt Gerold Royda, OÖ-Wirtesprecher und Bundesausbildungsverantwortlicher. Ein zentrales Anliegen der Tourismusbranche ist es, ausreichend qualifizierte und motivierte Mitarbeiter für Gastronomie und Hotellerie zu gewinnen. „Der Tourismus ist eine tragende Säule unseres Wirtschaftsstandorts. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen wir bestens ausgebildete Fachkräfte.
Die Bedeutung qualifizierter Nachwuchskräfte unterstreicht Michael Nell, Fachgruppenobmann der Oö Hotellerie: „Regionale Kulinarik ist ein wesentliches Buchungsmotiv in der Hotellerie. Bei `Schule macht Wirtshaus` zeigen junge Talente, wie hochwertig und kreativ oberösterreichische Wirtshauskultur sein kann.“
Olympische Spiele und Wettbewerbe
„Unser Anspruch ist es, junge Menschen bestmöglich auf die Anforderungen der Branche vorzubereiten“, sagt Manuela Riener, Direktorin der Tourismusschulen Bad Leonfelden. Neben „Schule macht Wirtshaus“ sammeln die Schüler auch bei zahlreichen Großveranstaltungen, wie dem Wiener Opernball oder zuletzt bei den Olympischen Spielen in Italien, Praxiserfahrung. Auch die Teilnahme an nationalen und internationalen Bewerben ist fixer Bestandteil der Ausbildung. „Besonders der Doppelsieg bei den bundesweiten Jungsommelier-Meisterschaften war sehr erfreulich. Nächstes Jahr findet die Bundesmeisterschaft bei uns in Bad Leonfelden statt“, kündigt Riener an.


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