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LEOPOLDSCHLAG/CETVINY (ZETTWING). In der gotischen Maria-Geburt-Kirche im ehemaligen südböhmischen Markt Cetviny (Zettwing) findet am Samstag, 8. August, um 15 Uhr ein Festgottesdienst zum Gedenken an 80 Jahre Aussiedlung der deutschsprachigen Bevölkerung statt.

In Zettwing wird der Aussiedlung der deutschsprachigen Bevölkerung vor 80 Jahren gedacht. (Foto: IG Zettwing)

Der unmittelbar an der Grenze zu Leopoldschlag gelegene Ort blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutschsprachige Bevölkerung infolge der Beneš-Dekrete ausgesiedelt. Vom einstigen Markt mit mehr als 100 Häusern blieb nach der Schleifung im Jahr 1956 nur die gotische Kirchenruine erhalten. Diese konnte nach der politischen Wende als tschechisch-deutsch-österreichisches Gemeinschaftsprojekt mit ihren mehr als 600 Jahre alten Fresken gesichert werden.

Im Zeichen der Versöhnung

Der Gedenkgottesdienst steht im Zeichen des vom Prager Erzbischof Stanislav Přibyl ausgerufenen „Jahres der Versöhnung“. Im Mittelpunkt stehen das Erinnern an die historischen Ereignisse sowie Versöhnung und gegenseitiger Respekt. Besonders gewürdigt wird der damalige tschechische Bürgermeister Josef Chýle, der sich 1945 schützend vor die deutschsprachige Zettwinger Bevölkerung stellte und Gewalttaten verhinderte.

Musikalisch gestaltet der „NeuChorMarkt“ aus Neumarkt im Mühlkreis den zweisprachigen Gottesdienst mit der „Missa brevis Gaudete“ von Gerhard Schacherl. Im Anschluss sind die Besucher zu einer Agape unter der Kirchenlinde eingeladen.

Wer mehr über die Geschichte des ehemaligen Grenzortes erfahren möchte, findet vor der Kirche einen Informationsrundweg mit 14 Stationen, der die wechselvolle Vergangenheit Zettwings dokumentiert.

Festgottesdienst „80 Jahre Aussiedlung“ in Cetviny / Zettwing - Leopoldschlag

Samstag, 8 August  / 15 Uhr

NeuChorMarkt „Missa brevis Gaudete“ von Gerhard Schacherl

Agape


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