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PREGARTEN/TRAGWEIN/LANGENSTEIN. Die anhaltende Trockenheit und die Rekordhitze machen sich in Oberösterreichs Gewässern deutlich bemerkbar. Die Gusen in Langenstein ist bereits trockengefallen. Bei einem Lokalaugenscheinmit Landesrat Kaineder zeigte sich die angespannte Situation besonders deutlich. An der Waldaist lässt ein Best-Practice-Projekt aber auch Auswege auf. 

  1 / 2   Landesrat Stefan Kaineder vor dem Best-Practice-Revitalisierungsprojekt an der Waldaist an der Grenze von Pregarten und Tragwein (Foto: Land OÖ/Werner Dedl)

Die Gusen führt stellenweise kaum noch Wasser. In den verbleibenden kleinen Tümpeln steigen die Temperaturen auf bis zu 24 Grad, während gleichzeitig der Sauerstoffgehalt sinkt. Für Fische und andere Wasserlebewesen wird die Situation damit zunehmend kritisch. Auch die Wasserqualität leidet, weil Schadstoffe und Nährstoffe bei geringem Wasserstand weniger stark verdünnt werden.

„Kein vorübergehendes Phänomen“

„Was wir hier an der Gusen sehen, ist kein vorübergehendes Wetterphänomen. Das ist die Klimakrise, die ganz real vor unserer Haustür steht“, sagt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder. Wenn Bäche und Flüsse austrocknen, gingen wertvolle Lebensräume und ein Stück Lebensqualität verloren.

Renaturierung als wichtiger Baustein

Um die Gewässer besser an die Folgen von Hitze und Trockenheit anzupassen, setzen Land und Bund unter anderem auf Renaturierungsmaßnahmen. Bäume wie Erlen und Weiden entlang der Ufer spenden Schatten und helfen dabei, das Wasser kühl zu halten. Gleichzeitig sollen Wanderhindernisse beseitigt werden, damit Fische in kühlere Gewässerabschnitte ausweichen können.

Wie eine erfolgreiche Revitalisierung aussehen kann, zeigt die Waldaist an der Grenze zwischen Pregarten und Tragwein. Naturnahe Gewässerabschnitte bieten Pflanzen und Tieren bessere Lebensbedingungen und können dazu beitragen, die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit abzumildern. 

Unterschiedliche Fließgeschwindigkeit schafft Lebensraum

„Für die Waldaist an der Grenze zwischen Pregarten und Tragwein ist diese Renaturierung eine echte Aufwertung“, sagt Landesrat Kaineder. Auf wenigen hundert Metern Flusslauf entstehen durch künstliche Hindernisse, Buhnen genannt, Zonen mit unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten. „Dadurch bekommen viele Lebewesen neuen Lebensraum“, weiß Franz Gillinger, Leiter des Gewässerbezirks Linz, der für die Renaturierung verantwortlich zeichnet. 

Ausweichzone für den Fluss

Damit sich die Sedimente, die der Fluss mit sich führt, nicht mehr an Flachstellen ablagern und damit zu einer Verlandung führt, bekommt die Waldaist eine Art Ausweichzone nach rechts. Bei Niedrigwasser ist diese trocken, steigt der Wasserspiegel, kann sich das geschiebe dort ablagern und später entnommen werden. Gillinger: „In der Aist bei Schwertberg haben wir heuer 44.000 Kubikmeter Sediment entnommen.“  

Geändert wurde auch die Einmündung des Burbachs, der nunmehr in spitzem Winkel in die Waldaist fließt. Bei Hochwasser haben Fische dadurch eine Rückzugsmöglichkeit vor der starken Strömung. 

Extrem hoher Nutzen für das Ökosystem

Für die Anrainer, weiß Landesrat Kaineder, sind derartige Renaturierungsmaßnahmen anfangs suspekt. „Bei der Planung sind sie skeptisch, bei der Umsetzung wegen des Ausmaßes der Baustelle und der Erdbewegungen schockiert, aber drei Jahre danach, wenn der Bewuchs wieder da ist, sind alle begeistert und zufrieden.“ Für das Ökosystem sei ein solches Projekt, wie es an der Waldaist noch oberhalb der Pfahnlmühle und beim Badeplatz Hohensteg geplant ist, jedenfalls von extrem hohem Nutzen. 

Die aktuelle Situation an der Gusen und anderen Gewässern zeigt, wie wichtig solche Maßnahmen werden. „Wir dürfen die Augen vor dieser Entwicklung nicht verschließen, sondern müssen daraus lernen“, betont Kaineder.


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