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OBERÖSTERREICH. Schnee, Eis und Matsch machen es den Reitern derzeit nicht leicht. Die Reitplätze sind unbenutzbar und auch die Waldwege sind zum Teil nicht begehbar. Pferd und Mensch müssen daher oft auf Straßen ausweichen, wenn sie nicht auf Bewegung verzichten wollen. Fahrzeuglenker verursachen aber oft gefährliche Situationen.

  1 / 4   Nicht immer ist das Reiten auf ruhigen Wegen möglich, Reiter müssen oft auf Straßen ausweichen. Sie sind dort auf rücksichtsvolle Autofahrer angewiesen.

Dass ein Pferd ein Fluchttier ist und deshalb oft vor lauten, schnellen oder ungewohnten Dingen scheut, vergessen manche Verkehrsteilnehmer, wenn sie auf ein Pferd-Mensch-Gespann auf der Straße treffen. „Flucht- und Beutetiere, wie Pferde, Rehe und so weiter, sind sehr sensibel und laufen in der Regel von der Gefahr weg. Fühlen sie sich jedoch eingeengt oder werden geblendet, kann es sein, dass sie auch in die Gefahr hineinlaufen. Der Fluchtinstinkt wird in Bruchteilen einer Sekunde ausgelöst. Das ist eine Gefahr für den Reiter und auch für den Autofahrer, wenn das Pferd plötzlich mitten auf der Straße steht“, sagt Sieglinde Aumayer, former Drei-Stern-Parelli-Instruktorin. Im schlimmsten Fall geht das Pferd durch und der Reiter fällt herunter. Reitunfälle gehen in der Regel glimpflich aus, können aber auch schwere Verletzungen oder den Tod nach sich ziehen.

„Tiere handeln für uns unlogisch“

„Das Pferd springt plötzlich auf die Straße und in das Auto. Meistens landen die Pferde mit den Beinen in der Windschutzscheibe. Für den Autolenker und dessen Beifahrer kann dies schwere Verletzungen verursachen oder tödlich enden. Auch für das Pferd und den Reiter ist es sehr gefährlich“, warnt die erfahrene Pferdetrainerin aus Altenberg, die auch selbst immer wieder auf rücksichtslose oder ahnungslose Verkehrsteilnehmer trifft. „In Gegenden, wo es viele Tiere gibt, beziehungsweise am Land weiß man noch eher, wie unkontrolliert und für uns unlogisch Tiere handeln können. Wachsen Menschen in der Stadt auf und haben nie Kontakt mit Tieren, ist es oft schwierig, deren Verhalten einschätzen zu können.“

Tipps für ein sicheres Aufeinandertreffen

Auto- oder Motorradfahrer sollten ihr Tempo drosseln, wenn sie Reiter sehen, Blickkontakt mit dem Reiter aufnehmen und auf dessen Signale achten. Wenn das Pferd überreagiert, Motor abstellen, Warnblinkanlage einschalten und warten, bis der Reiter das Okay zur Weiterfahrt gibt. Mit genügend Sicherheitsabstand langsam vorbeizufahren und erst dann langsam zu beschleunigen ist ebenfalls wichtig. Hupen, plötzliches Beschleunigen und Reifendurchgehenlassen können das Pferd erschrecken.

Vorbereitung ist wichtig

Aber auch Reiter oder Spaziergänger selbst können für die Sicherheit von Pferd und Mensch sorgen. Neben dem Hinweis auf entsprechende Ausrüstung gibt Aumayer Tipps: „Am Hofgelände kann man gut mit dem Pferd üben und einen Freund bitten, mit dem Auto vorbeizufahren, bis das Pferd sich entspannt. Mit viel Abstand beginnen! Zum Üben kann man sich auch eine schwach befahrene Straße suchen, wo es Ausweichmöglichkeiten in eine Wiese gibt, das aber vorher mit dem Bauern absprechen. Am besten ist Absteigen, wenn das Pferd unkontrollierbar wird und sich vom Geschehen so weit, wie es nötig ist, entfernen, damit sich das Pferd wieder entspannt. Wenn Sie als Pferdebesitzer überfordert sind, suchen Sie sich am besten einen Trainer.“


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