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Online Redaktion, 05.03.2021 10:18

FREISTADT. Vor gut einem Jahr, am 19. März 2020, wurde im Klinikum Freistadt die erste an Corona erkrankte Person aufgenommen. Seither sind die Mitarbeiter mit einer nie dagewesenen Herausforderung konfrontiert. 

  1 / 2   Im vergangenen Jahr wurden im Klinikum Freistadt insgesamt mehr als 330 COVID-infizierte PatientInnen betreut. 24 davon bedurften einer intensivmedizinischen Betreuung.

Im vergangenen Jahr wurden im Klinikum Freistadt insgesamt mehr als 330 COVID-infizierte Patienten betreut. Davon bedurften 24 einer intensivmedizinischen Betreuung.

Analog zu den allgemeinen Infektionszahlen war die herausforderndste Zeit für das Klinikum Freistadt und insbesondere für die Mitarbeiter die sogenannte zweite Welle – hier vor allem die Monate November und Dezember 2020. In dieser Zeit hat sich die Zahl der COVID-PatientInnen vervielfacht.

Zweite Welle vervielfachte Zahl der COVID-Patienten und lastete Intensivstation voll aus 

Zum Vergleich: In der ersten Welle wurden 15 infizierte Patienten in Freistadt stationär aufgenommen. In der zweiten Welle stieg diese Zahl auf mehr als das 22-Fache. Der traurige Höhepunkt der Corona-Pandemie war im Klinikum Freistadt Mitte November 2020. Am 18. November wurde der Höchststand an zu betreuenden COVID-Patienten erreicht. An diesem Tag waren 48 infizierte Patienten in Freistadt in Behandlung.

Der Höchststand an intensivpflichtigen PatientInnen wurde am 1. Dezember 2020 mit insgesamt sechs Personen verzeichnet, was eine Vollauslastung bedeutete.

Alle Altersgruppen betroffen

Die Bilanz im Klinikum Freistadt nach einem Jahr Corona-Pandemie belegt auch: Das Virus trifft fast alle Altersgruppen, am stärksten jedoch die Älteren.

In diesem vergangenen Jahr behandelten die Mitarbeiter des Klinikums COVID-Patienten im Alter zwischen 20 und 98 Jahren. Im Durchschnitt sind spitalspflichtige COVID-Erkrankte rund 71 Jahre alt. Und je älter sie sind, desto schwerer ist auch der Verlauf der Krankheit.

52 COVID-Patienten verstarben im Klinikum Freistadt

Insgesamt sind 52 COVID-Patienten im Klinikum Freistadt verstorben. Das Alter der Todesopfer liegt dabei zwischen 51 und 98 Jahren, das Durchschnittsalter bei rund 80 Jahren. 

Die durchschnittliche Behandlungsdauer der mit Corona infizierten Patienten beträgt gut elf Tage. Schwerer Erkrankte bedürfen derzeit durchschnittlich einer intensivmedizinischen Betreuung für rund 14 Tage. Ein Patient musste sogar 63 Tage klang im Klinikum Freistadt behandelt werden. 

Viele schwere Krankheitsverläufe

Im Klinikum Freistadt gab es zahlreiche Patienten, die einen besonders schweren Krankheitsverlauf hatten. Wenn diese als „gesund“ entlassen werden konnten, war das nicht nur ein Freudentag für die Betroffenen, ihre Familien und Freunde, sondern auch für das Betreuungsteam im Klinikum.

So berichtet ein COVID-Patient, dass er durch diese vielen Wochen des Getrenntseins, der Isolation und des Bangens und Hoffens im Klinikum (davon vier auf der Intensivstation) ein anderer Mensch geworden sei. Die Wertigkeiten hätten sich verschoben und das Leben habe die Selbstverständlichkeit verloren. „Ich bin glücklich, dass ich das Virus überlebt habe und dass so viele für mich darum gekämpft haben“, sagt der 68-jährige Patient, der ohne Vorerkrankungen so stark vom Virus getroffen wurde.

Impfstart als Lichtblick

Ein Lichtblick war auch der Impfstart im Klinikum Freistadt Mitte Jänner 2021. Seither wurden insgesamt fast 400 MitarbeiterInnen geimpft. Knapp 300 Mitarbeiter haben sogar bereits beide Teilimpfungen erhalten und damit den vollen Impfschutz.

Ein Jahr Ausnahmezustand 

„All diese Zahlen verdeutlichen, wie schwierig und belastend die vergangenen Monate für die Mitarbeiter im Klinikum Freistadt waren. Trotz der sowohl körperlichen als auch psychischen Ausnahmesituation über einen derart langen Zeitraum hinweg ist es ihnen gelungen, die Krise bestmöglich zu bewältigen und das schlimmste Szenario der Triage abzuwenden. Dafür gebührt ihnen größter Dank. Durch die Corona-Pandemie war innerhalb weniger Tagen nichts mehr wie vorher. Wir waren auf den Plan gerufen, sofort mit außergewöhnlicher Flexibilität, Lösungsorientiertheit und Professionalität auf diesen Ausnahmezustand zu reagieren. Im Fokus stand von Anfang an der größtmögliche Schutz für unsere Mitarbeiter und natürlich Patienten. Gelungen ist das nur durch unseren berufsübergreifenden Zusammenhalt“, betont die Kollegiale Führung des Klinikums Freistadt.


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