Kein Fasching ohne Krapfen
BEZIRK FREISTADT/OÖ. Selbstgebackenes ist einfach unübertrefflich. Damit zum Faschingshöhepunkt die Krapfen gut gelingen, haben die Seminarbäuerinnen des LFI die richtigen Tipps parat.

Um den Krapfen ranken sich viele Geschichten und Mythen, in welcher Zeit und von welchem Volk dieses Festtagsgebäck erstmals gebacken wurde. Krapfen spielten einst in der bäuerlichen Alltagskost, aber vor allem als Festtags- und Brauchtumsgebäck eine große Rolle. Dabei waren Größe, Form und Fülle durch den Anlass genau festgelegt. Der Grund, warum Krapfen damals wie heute traditionell zu Fasching gereicht werden, liegt in der damaligen schlechten Nahrungssituation begründet. Mönche und Geistliche rieten dem einfachen Volk, kurz vor Beginn der Fastenzeit statt Brote die wesentlich energiereicheren Krapfen zu backen, damit Arme und Kinder durch die lange Fastenzeit nicht völlig entkräftet oder gar krank wurden und die noch zu verbrauchenden Lebensmittel nicht verderben. Der (Marmelade-)gefüllte Krapfen dürfte ein Erzeugnis bürgerlicher städtischer Kochkunst sein und geht offenbar auf die Barockzeit zurück. Der Krapfen ist also eine alte kulinarische Tradition, heutzutage ist er das ganze Jahr über in Geschäften erhältlich. Wer diesem Brauchtumsgebäck wieder eine besondere Bedeutung geben möchte, bereitet den Krapfen selbst zu. Damit die gelingt, sollte man Folgendes beachten.
- alle Zutaten müssen Zimmertemperatur haben
- für feine Teige soll unbedingt ein Dampfl gemacht werden (Germ mit 1 EL Zucker und etwas Milch glattrühren, etwas Mehl daraufstreuen und bis zur doppelten Höhe aufgehen lassen)
- Mehl, Dampfl, Gewürze und Flüssigkeit erst vermengen und dann abschlagen
- den Teig solange abschlagen, bis er sich vom Geschirr löst
- den Teig zugedeckt an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen - Zugluft vermeiden
- der Teig wird feinporiger, wenn man ihn während der Rastzeit 2 bis 3 mal zusammendrückt
- geformtes Gebäck zugedeckt 5 bis 15 Minuten gehen lassen
- das Gebäck mit der Oberseite zuerst ins Fett legen
- das Fett hat die richtige Temperatur, wenn es zwischen dem Gebäck weißlich, kleinblasig schäumt
- das Gebäck in lauwarmen Zustand einfrieren, bei Zimmertemperatur auftauen und im Rohr kurz bähen - so schmeckt es besonders frisch
Cookinar: Krapfen-Backschule
Wer sich das Krapfenbacken zuerst ansehen möchte, bevor er es in der eigenen Küche angeht, dem sei das Cookinar mit Seminarbäuerin Andrea Hintenberger anzuragen. Sie ist eine begnadete Krapfenbäckerin und hat in ihrem Leben schon mehr als 30.000 Krapfen geschliffen. In diesem Online-Seminar bekommen die Teilnehmer den letzten Schliff und viele Tipps für unvergleichlich flaumige, hausgemachte Krapfen. Ganz bequem kann man von daheim aus mit der Krapfen-Königin den Teig zubereiten, üben wie das richtige Schleifen und Formen geht und wie die fluffigen Teigdinger perfekt herausgebacken werden.


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