Treffpunkt für Österreichs Elite: Freistadt als Zentrum des Pétanque-Sports
FREISTADT. Große Pläne hat der Pétanque Sport Verein Freistadt (PSV) für die nächsten beiden Jahre. Mit der alten Versteigerungshalle als „Boulodrome“ soll sich Freistadt als das Pétanque-Zentrum Österreichs weiterentwickeln. Nach Bekanntwerden der Hotelpläne am Areal der Halle hängt der PSV allerdings in der Luft.

Seit der Vereinsgründung 2015 durch Peter Affenzeller – mittlerweile Präsident des Österreichischen Pétanque Verbands (ÖPV) – und Obmann Nikolaus Newerkla darf sich der Pétanque Sport Verein Freistadt über regen Zulauf an Mitgliedern freuen.
Einer der aktivsten Vereine Freistadts
„Unser Verein hat mittlerweile an die 50 Mitglieder zwischen neun und 70 Jahren, es wird täglich gespielt. Im Winter in der alten Versteigerungshalle, im Sommer auf unserem Außenplatz beim Schloss. Damit sind wir wohl einer der aktivsten Vereine Freistadts“, freut sich der Obmann.
„Schade, dass unser Verein nicht wirklich wahrgenommen wird“
„Freistadt hat sich mittlerweile zum Zentrum des österreichischen Pétanque-Sports entwickelt. Leider ist es etwas mühsam, der breiten Öffentlichkeit die Faszination dieses Sports zu vermitteln. Es ist schade, dass unser Verein nicht wirklich wahrgenommen wird“, bedauern Affenzeller und Newerkla.
„Dabei ist es ein Sport, in den jedermann jederzeit einsteigen kann. Man kann Pétanque einerseits um der Geselligkeit willen spielen, andererseits ihn aber auch sportlich ernst nehmen und bei einem der vielen Wettkämpfe antreten.“
Turniere, Trainings und Trainerausbildungen
Für die nächsten beiden Jahre hat der PSV Freistadt große Pläne. „Unter den österreichweit 250 Lizenzspielern sind allein 35 von unserem Verein. In der alten Versteigerungshalle werden nicht nur Trainerausbildungen abgehalten, sondern dort finden für Spieler aus ganz Österreich sämtliche Kader-Trainings für internationale Wettkämpfe statt.“
Einzigartiges Boulodrome
Regelmäßig ist das „Boulodrome“, mit seiner Größe und Infrastruktur einzigartig in Österreich, Austragungsort für Turniere. Außerdem wird in Freistadt der Pétanque-Nachwuchs besonders gefördert.
In naher Zukunft ist in Kooperation vom ÖPV mit der Deutschen Boule-Schule alle zwei Wochen ein Training für Spieler aus ganz Österreich in der alten Versteigerungshalle geplant.
„Von so einer Halle können wir in Wien nur träumen“
Alexandra Kammerer und Alexander Sladek aus Wien sind für das Finale des Wintercups am vergangenen Wochenende angereist. „In Wien gibt es mehrere Pétanque-Vereine, aber leider keine einzige Halle. Wir können also nur im Sommer in Parks trainieren. Von so einer Halle wie hier in Freistadt können wir in Wien nur träumen“, zeigen sich die beiden Spieler des Vereins „Boule it“ von der alten Versteigerungshalle begeistert.
Halle als Hauptstützpunkt
Sven Thill, gebürtiger Luxemburger und sportlicher Leiter des ÖPV, freut sich, dass die gesamte Kader-Winterarbeit in der alten Freistädter Versteigerungshalle abgehalten werden kann. „Diese Halle ist der Hauptstützpunkt für sämtliche laufenden Projekte, denn es dreht sich im österreichischen Péntaque-Sport momentan alles um Freistadt. Es wäre ein Drama für den Sport, stünde die alte Versteigerungshalle nicht mehr zur Verfügung.“
Der Verein zu den Hotelplänen
Wie Tips bereits berichtet hat, musste der Pétanque Sport Verein aus den Medien von den Hotelplänen am Areal der alten Versteigerungshalle erfahren. „Wir sind sehr dankbar, in der Halle trainieren zu dürfen und wollen uns die gute Gesprächsbasis mit der Stadtgemeinde erhalten. Wir möchten daher nicht als Verhinderer des Hotelprojekts gesehen werden“, sagt PSV-Obmann Nikolaus Newerkla.
„Der Stadtgemeinde ist aber offenbar der Grad unserer Aktivität nicht bewusst“, bedauert ÖPV-Präsident Peter Affenzeller. „Wir wollen unterstreichen, dass die alte Versteigerungshalle nicht leer steht, sondern täglich von unserem Verein als Boulodrome genutzt wird“, sagt Newerkla. „Ein Hotel in Freistadt würden wir sehr begrüßen. Allein im Mai werden drei österreichische Pétanque-Meisterschaftsbewerbe in Freistadt ausgetragen und die Teilnehmer haben Mühe, ein Zimmer zu bekommen.“
„Persönliche Niederlage“
Wegen des geplanten Hotelprojekts am Standort der alten Versteigerungshalle hänge der Verein in der Luft. „Für den PSV Freistadt wäre es ein harter Schlag und für uns persönlich eine echte Niederlage, sollte die alte Versteigerungshalle dem Hotel weichen müssen“, sind sich Affenzeller und Newerkla einig.


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