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Jännerrallye: Simon Wagners weißer Fleck ist endlich weg

Online Redaktion, 04.01.2026 17:42

FREISTADT. Staatsmeister Simon Wagner gewann mit der „Lkw Friends on the road Jännerrallye powered by Wimberger“ endlich jene Rallye, die für ihn schon fast zum Fluch geworden war. Lokalmatador Martin Rossgatterer holte sich die ORM 2, Marcel Neulinger siegte in der ORM 3.

Sieger Simon Wagner (Foto: Harald Illmer)
  1 / 7   Sieger Simon Wagner (Foto: Harald Illmer)

 

In Simon Wagners imaginärem persönlichem Siegesalbum der momentan bestehenden österreichischen Rallyes fehlte bislang ein einziges Pickerl. Ausgerechnet die Seite seiner oberösterreichischen Heimrallye „zierte“ ein weißer Fleck.

Fünf Staatsmeistertitel hat der Unterweitersdorfer in den letzten fünf Jahren eingeheimst, alles, was es national zu gewinnen gibt, hat er schon doppelt und sogar öfter gewonnen. Einzig ein Triumph bei der Jännerrallye im Mühlviertel blieb ihm verwehrt. Bis Sonntag. Denn bei der 39. Ausgabe des Klassikers hat Simon Wagner endlich das fehlende Pickerl erstanden, um sein rot-weiß-rotes Sammelwerk komplettieren zu können. Dazu benötigte er neben seiner zuverlässigen deutschen Copilotin Hanna Ostlender 18 Prüfungen lang höchste Konzentration, fahrerische Spitzenklasse, ein Top-Auto, ein wenig Glück und ein professionell arbeitendes Team im Hintergrund. Das alles hatte er!

Gegen internationale Konkurrenz

Obwohl internationale Klassepiloten wie der Este Romet Jürgensen oder der norwegische WM-Pilot Mads Østberg im Aufgebot standen, war bei der Jännerrallye 2026 schnell klar: Der diesjährige Sieg konnte nur entweder über den Gewinner der letzten beiden Jahre Michael Lengauer oder über den endlich danach heischenden Simon Wagner führen.

Es entwickelte sich ein Sekunden-Thriller, in dem Wagner jedoch immer die Regie führte. Denn die Führung gab der österreichische Champion von Anfang an nie aus der Hand. Höchste Gefahr drohte ihm nach SP 8, als ihm ein völlig enthemmter Lengauer in Sportarena Liebenau plötzlich acht Sekunden abnahm und er Gefahr lief, die Spitzenposition vor der Übernachtung zum Entscheidungstag noch zu verlieren.

 

Lengauers Reifenpech

Doch Simon Wagner blieb trotz seiner mitgebrachten Verkühlung cool und rettete sieben Sekunden Vorsprung in den letzten Tag.  Dort brachte schon die erste Sonderprüfung in St. Oswald das vorentscheidende Schockerlebnis für Michael Lengauer, der sich zum Ziel gesetzt hatte, dem Spitzenreiter Simon Wagner mit einer morgendlichen Fabelzeit wenigstens einen Ansatz von Nervosität einzuhauchen. Doch schon kurz nach dem Start bremste ein Knall jäh die Bestrebungen des Verfolgers. Vom linken Vorderreifen seines Skoda Fabia hingen nur noch Fetzen an der Felge. Tragisches Fazit: Eineinhalb Minuten Rückstand auf Simon Wagner, der das erreichte, was Lengauer eigentlich wollte – die erste Bestzeit des Tages. Und weil ihm dann sein allererster Jännerrallye-Sieg verständlicherweise weit wichtiger war als das Entertainment, brachte Simon Wagner diesen relativ humorlos ins Ziel.

Weit mehr Stress hatte dann Michael Lengauer, der plötzlich mit Mads Østberg und Hermann Neubauer zwei Konkurrenten in seiner Nähe hatte, die noch Lust auf seinen zweiten Platz verspürten. Lengauer konterte jedoch alle Angriffe mit Bravour, womit der dritte Platz an Mads Østberg ging, weil dieser Neubauer hinter sich lassen konnte.

Die Stimmen der Podestpiloten

Sieger Simon Wagner (Hyundai i20 Rally2): „Ich bin schon so oft drauf angesprochen worden, dass ich diese Rallye noch nicht gewonnen habe. Das hört jetzt endlich auf. Innerlich habe ich immer gewusst, dass ich sie hätte gewinnen können, aber irgendwie ist es sich dann doch nicht ausgegangen. Jeder, der hier schon gewonnen hat, weiß, dass das etwas ganz Spezielles ist. Dass ich nun endlich auch dieses Gefühl genießen kann, ist einfach nur schön und ich bedanke mich bei allen, die dazu beigetragen haben!“

Zweiter Michael Lengauer (Skoda Fabia Rally2): „Die Jännerrallye gewinnt man nur, wenn man fehlerfrei bleibt. Das war ich heuer leider nicht. Zudem ist Simon wirklich einen sehr hohen Speed gegangen und hat sich den Sieg damit sehr, sehr verdient. Ich war nach dem Pech heute in der Früh natürlich kurz enttäuscht, aber andererseits bin ich hier Zweiter vor einem internationalen Toppiloten namens Mads Østberg, also das muss man dann schon auch richtig einzuordnen wissen.“

Dritter Mads Østberg (Citroen C3 Rally2): „Ich bin wirklich happy über den dritten Platz. Nachdem wir in der allerersten Sonderprüfung gestern durch einen Reifenschaden gleich einmal eine Minute verloren haben, sind wir ganz schwer in die Rallye reingekommen. Wir haben uns dann aber hervorragend zurückgekämpft und sind immer gut vorn dabei gewesen. Dass es sich am Ende doch noch mit dem Podest ausgegangen ist, freut uns schon sehr.“

 

ORM 2

Unheimlich stark präsentierten sich einige Piloten der TEC7 ORM 2 Staatsmeisterschaft. Sie überboten mit ihren leistungsschwächeren Rally3-Boliden so manchen Routinier in einem Rally2-Gefährt. So schien z. B. Lokalmatador Martin Rossgatterer in allen 18 Sonderprüfungen unter den besten Zehn auf. So holte der höchst auffällige Kärntner Youngster Maximilian Lichtenegger am Freitagabend eine drittbeste Zeit inmitten der allerstärksten Fahrzeuge, hatte also nur noch die Dominatoren Michael Lengauer und Simon Wagner vor sich. Mit teils schnellen Zeiten fielen auch noch der Tscheche Petr Kacirek, Günther Knobloch oder auch Christoph Zellhofer auf. Der Jännerrallye-Sieg in der ORM 2 ging an Martin Rossgatterer vor Petr Kacirek und Günther Knobloch.

ORM 3

  • In der zweirad-getriebenen TEC7 ORM 3 ließ sich Titelverteidiger Marcel Neulinger nicht die Butter vom Brot nehmen. Er diktierte von Beginn weg das Geschehen und fuhr damit nicht nur den Sieg in dieser Staatsmeisterschafts-Kategorie, sondern dank seiner Jugend auch in der ORM Junior ein.
  • Zweiter in der ORM 3 wurde der Norweger Martin Stenberg vor Nico Neulinger.
  • Bei den Junioren gingen Platz zwei und drei an Martin Stenberg und Lukas Dirnberger.
  • Den Jännerrallye-Sieg in der Historischen Staatsmeisterschaft holte sich wie im Vorjahr Günther Königseder. Zweiter wurde Patrik Gaubinger vor Horst Stürmer.
  • In der TEC7 ORM Trophy, also den Piloten über 50 Jahre, ging der Sieg an Local Hero Martin Fischerlehner vor dem Deutschen Hermann Gassner und Johannes Keferböck.
  • Gefahren wurde in Freistadt wie jedes Jahr auch um den Sieg im Mühlviertel Cup, an dem nur reine Mühlviertler Duos in den Autos teilnahmeberechtigt waren. Platz eins ging hier Martin Rossgatterer / Andreas Thauerböck vor Philipp Kreisel / Daniel Foissner und Simon Seiberl / Florian Haderer.

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