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BEZIRK FREISTADT. Auf sozialen Netzwerken war die Freude bei Privatpersonen über die neu eröffnete S10 groß. Aber auch viele Unternehmen in der Region Freistadt haben nach der Eröffnung aufgeatmet.

WKO-Obfrau Gabriele Lackner-Strauss und WKO-Freistadt-Leiter Dietmar Wolfsegger fordern den Weiterbau der S10 bis Wullowitz. (Foto: Lackner-Strauss)

„Die S10 ist die neue Hauptschlagader für unsere Region. Die Wirtschaftskammer Freistadt will für die nötigen Pulsschläge sorgen, damit unser Lebensraum diese neuen Entwicklungschancen bestmöglich nutzen kann“, sagt die Obfrau der Wirtschaftskammer (WKO) Freistadt, Gabriele Lackner-Strauss.

Neben der Zeitersparnis auf der neuen Straße ist auch das Näherrücken an den oberösterreichischen Zentralraum ein wesentlicher Vorteil für die Unternehmen. Dietmar Wolfsegger, Leiter der WKO Freistadt: „Dass wir nunmehr besser an den Markt im Zentralraum angebunden sind, ist für regionale Unternehmen sofort als Vorteil spürbar. Ein großes Ziel ist für uns allerdings auch die Ansiedlung neuer Unternehmen, insbesondere im produzierenden Sektor. Frühzeitig haben wir die Initiative ergriffen und die Gemeinden entlang der S10 erfolgreich zur gemeinsamen Raumordnung motiviert. Damit haben wir von Anfang an vermeiden können, dass Immobilienhaie mit Lockangeboten an Grundeigentümer und einzelne Gemeinden zuschlagen und unkoordinierte Umwidmungen und Bauvorhaben passieren.“ Mit der interkommunalen Raumordnung hat die WKO gemeinsam mit den Gemeinden die Grundlage dafür geschaffen.

Kapitel noch nicht abgehakt

Lackner-Strauss: „Dass der Anschluss in Neumarkt Süd nur als Halbanschluss hergestellt wurde, ist suboptimal. So können Verkehrsteilnehmer aus Hagenberg und Neumarkt, insbesondere auch aus dem Betriebsbaugebiet Matzelsdorf, die S10 nach Norden in die Bezirkshauptstadt Freistadt praktisch kaum nutzen, unnötiger Verkehr rollt jetzt neuerdings durch das Ortszentrum Neumarkt.“

Auch der rasche Weiterbau der S10 bis Rainbach Nord ist wichtig. Der Steilhang in Vierzehn, wo im Winter immer wieder Fahrzeuge hängen bleiben, und die enge Ortsdurchfahrt in Rainbach sind unzumutbar. „Letztlich brauchen wir die S10 aber bis zur Grenze in Wullowitz, wo dann der Lückenschluss mit dem tschechischen Straßennetz erfolgen muss.“ Infrastrukturellen Handlungsbedarf sieht Lackner-Strauss auch unmittelbar im Zentralraum. „So erfreulich es ist, über die neue S10 rascher und sicherer vor die Tore von Linz zu gelangen, muss auch an der Peripherie von und in der oberösterreichischen Landeshauptstadt noch vieles geschehen“, sind für Lackner-Strauss der Bau der Ostumfahrung von Linz sowie die teilweise jahrzehntelang diskutierten Brückenprojekte unerlässlich.

Schienenverkehr ausbauen

Unbefriedigend ist für die WKO Freistadt auch die Hinhaltetaktik bei der längst notwendigen Attraktivierung der Summerauerbahn. Lackner-Strauss: „Dass bei dieser wichtigen Schienenverbindung immer noch nicht mit dem Ausbau begonnen wurde und Versprechungen nicht eingehalten werden, stimmt uns sehr unzufrieden.“

Mittelfristig sei ohnehin eine leistungsfähige schienengebundene Schnellverbindung unverzichtbar, ergänzt Wolfsegger. „Das Zentrum in Linz muss von Unterweitersdorf aus in maximal 15 Minuten Fahrzeit erreichbar sein. Für eine derart moderne Mobilitätslösung ist auch eine große Park-and-Ride-Anlage in Unterweitersdorf erforderlich. Eine wirklich zukunftsorientierte Lösung darf für einen Kilometer Wegstrecke künftig nicht mehr als eine Minute Fahrzeit erfordern.“


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