Kampf gegen Wildwuchs an Werbeständern in der Innenstadt
FREISTADT. Ein Brief von der Stadtgemeinde, der am Dienstag an die Unternehmer in der Innenstadt verteilt wurde, erhitzt die Gemüter. Darin werden die Kaufleute aufgefordert, Verkaufs- und Werbematerialien auf den Straßen zu entfernen.

In dem Brief heißt es, dass sich Bewohner der Altstadt von aufgestellten Plakatständern und anderen Verkaufsgegenständen auf den Straßen (“auf öffentlichen Flächen“) gestört fühlen. Weiter heißt es: „Für die Benützung des öffentlichen Gutes über den üblichen Gemeingebrauch hinaus, ist die Zustimmung des Grundeigentümers, also der Stadt, erforderlich und es fallen Gebühren dafür an.
Die Stadtgemeinde ersucht daher im Sinne der gemeinschaftlichen Nutzung des öffentlichen Raumes und gemäß den gesetzlichen Bestimmungen die Verwendung von Verkehrs- und Gehflächen einzustellen und Verkaufs- und Werbematerialien umgehend zu entfernen.
WIFF-Fraktionsobmann Rainer Widmann und mehrere Innenstadtunternehmer sind empört: „Die Stadt will ein teures Marketingkonzept umsetzen, aber mit dieser Maßnahme wird die Innenstadtbelebung sicher nichts! Wir fordern einen sofortigen Stopp dieser Aktion. Die Bürgerliste WIFF wird sich dagegen wehren“, sagt Rainer Widmann. „Die Altstadt muss leben und Gewerbetreibende müssen auf- und ausstellen dürfen. Ich habe noch nicht vernommen, dass sich dadurch jemand gestört fühlen würde!“
Einheitliches Stadtbild
Bürgermeisterin Elisabeth Paruta-Teufer erklärt die Aktion so: „Wir haben immer mehr Beschwerden von Hausbesitzern bekommen, die gerade ihre Portale oder Fassaden liebevoll renoviert haben und vor deren Häusern Plakatständer oder ähnliches aufgestellt wurden, und einfach das Stadtbild stören.“ Die Stadtgemeinde habe daraufhin eine Liste gemacht, welche Werbungen auf der Straße verwendet werden. „Einige sind genehmigt, andere nicht. Wir haben diese Leute dann angeschrieben, weil wir diesen Wildwuchs an Ständern reduzieren wollen. Es soll ja auch ein einheitliches Bild, ein gewissen Niveau, geben“, sagt Paruta-Teufer. In weitere Folge werde im Rahmen des Stadtmarketingkonzeptes auch eine einheitliche Beschilderung angedacht.
Die Innenstadtkaufleute werden gebeten, ihre Werbeflächen bekannt zu geben. “Es wird jetzt niemand bestraft, wir wollen nur Bewusstsein für ein schönes Stadtbild schaffen, deshalb bitten wir die Unternehmer, mit uns Kontakt aufzunehmen. Oft werden die Hausbesitzer gar nicht gefragt und plötzlich werden immer mehr Ständer vor dem Haus aufgestellt, das geht einfach nicht.“ Die Bürgermeisterin verstehe auch, dass die Kaufleute in den Nebengassen ihre Kundschaft vom Hauptplatz oder der Pfarrgasse locken wollen. „Deshalb soll es bald eine einheitliche Beschilderung geben, an der der Verkehrs-, Kultur- und Wirtschaftsausschuss arbeitet.“


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