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Arbeitsmarkt: Viele arbeitslose 50-Jährige, Unternehmer suchen händeringend Lehrlinge

Mag. Susanne Überegger, 04.03.2018 15:20

BEZIRK FREISTADT. Fast 1500 Frauen und Männer sind derzeit beim AMS als arbeitslos gemeldet. Über 50-Jährige finden besonders schwer einen neuen Job - und Unternehmen besonders schwer Lehrlinge.

505 offene Stellen gibt es derzeit bei den Betrieben im Bezirk Freistadt, sowie 1495 Arbeitslose. Oft fehlt es aber an der Qualifikation. Das AMS Freistadt versucht, genau hier mit der Arbeitsplatznahen Qualifzierung anzusetzen. Foto: Wodicka

Mit 1495 Arbeitslosen (516 Frauen/979 Männer) sind Ende Februar um 117 weniger beim AMS gemeldet, als noch vor einem Jahr. Von den 1495 Personen verfügen 721 über eine Wiedereinstellzusage beim vorigen Dienstgeber und suchen daher nicht aktiv nach einem neuen Job.

AMS-Leiter erwartet rapides Sinken der Arbeitslosenzahlen

„Diese 721 Personen, die hauptsächlich im Bau- und Baunebengewerbe gearbeitet haben, werden in den nächsten Wochen wieder die Beschäftigung aufnehmen und die Zahl der Arbeitslosen wird dann wieder rapid nach unten gehen“, sagt AMS Freistadt Leiter Alois Rudlstorfer.

Über 50-Jährige finden sehr schwer wieder Arbeit

Tatsächlich auf der Suche nach einem neuen Job sind derzeit 774 Personen (405 Frauen/369 Männer). Das sind um 121 Personen bzw. 13,5 Prozent weniger als im Vorjahr. „Obwohl es uns gelungen ist, mit der „Aktion 20.000“ für über 30 ältere langzeitarbeitslose Personen, einen Arbeitsplatz zu finden, ist die Gruppe der über 50-Jährigen in unserem Bezirk weiterhin die einzige Altersgruppe, in der die Zahl der Arbeitsuchenden weiterhin ansteigt“, sagt Rudlstorfer.

Im Jahresvergleich steigt deren Zahl, abzüglich derer mit Wiedereinstellzusage, um 14 auf 278 (125 Frauen/153 Männer). „Leider können diese Personen derzeit noch nicht wirklich von der sehr guten Konjunktur und dem großen Angebot an offenen Stellen profitieren“, sagt Rudlstorfer.

Wenn die Qualifikation fehlt 

Seiner Meinung nach nutzen viele Betriebe, die händeringend nach Arbeitskräften suchen, dieses Angebot an verfügbaren Arbeitskräften noch zu wenig. Oft passen auch die Qualifikationen der Arbeitsuchenden nicht genau zu den Anforderungen der Betriebe.

„Bei fehlender Qualifikation kann das AMS helfen. Mit dem Angebot der Arbeitsplatznahen Qualifizierung können Arbeitsuchende passgenau auf den zukünftigen Arbeitsplatz ausgebildet werden und während dieser Zeit auch gleich Praxis an genau diesem Arbeitsplatz erwerben“, sagt Rudlstorfer.

400 sofort verfügbare offene Stellen

Derzeit gibt es bei den Freistädter Betrieben 505 offene Stellen (399 davon sofort verfügbar). Die meisten in den Metall und Elektroberufen (78), in technischen Berufen (50), in den Fremdenverkehrsberufen (45) und im Handel (39).

Dramatische Zahlen bei der Lehrlingssuche

Noch dramatischer ist aus Unternehmenssicht die Situation bei Lehrlingssuche. Den 177 offenen Lehrstellen (28 davon sofort verfügbar) stehen insgesamt nur 67 Jugendliche (12 davon sofort verfügbar), die einen Ausbildungsplatz suchen, gegenüber.

177 offene Lehrstellen, aber nur 67 Lehrplatzsuchende

„Das heißt, dass, auch wenn man annehmen würde, dass alle Jugendlichen einen Lehrplatz im Bezirk anstreben, nur ungefähr jede dritte Lehrstelle besetzt werden könnte“, sagt Rudlstorfer.

In diesem Zusammenhang appelliert er an die Jugendlichen und deren Eltern unbedingt, das Lehrstellenangebot im Bezirk, quasi vor der Haustür zu prüfen. Die Perspektive des lebenslangen Pendelns und die dadurch entstehenden Kosten bzw. Zeitverluste können in vielen Fällen vermieden werden.


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