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Landesrat Hiegelsberger (VP): Schutzstatus des Wolfs auf europäischer Ebene überdenken

Mag. Claudia Greindl, 06.08.2018 13:42

BEZIRK FREISTADT/OÖ. Die Anzahl der nachgewiesenen Wolfsrisse an landwirtschaftlichen Nutztieren steigt in Oberösterreich. Die Bewohner der betroffenen Regionen sind stark verunsichert. „Das Land Oberösterreich leistet selbstverständlich Entschädigungszahlungen für landwirtschaftliche Nutztiere, doch die Sicherheit der Bevölkerung, die Sicherheit unserer Tiere, die Erhaltung der Alpung und des Tourismus haben oberste Priorität“, erklärt Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger (VP).

Wolfssichtungen sind vor allem im Mühlviertel schon an der Tagesordnung. Foto: Weihbold
Wolfssichtungen sind vor allem im Mühlviertel schon an der Tagesordnung. Foto: Weihbold

Hiegelsberger wandte sich an Bundesminister  Gernot Blümel, um die Wolfsthematik im Rahmen der Subsidiaritätskonferenz im November auf EU-Ebene einzubringen. „Es gilt, die aktive Bestandsreduktion offen zu diskutieren. Auffällige Wölfe müssen entnommen werden, um die Sicherheit jederzeit zu gewährleisten. Die länderweise Betrachtung des günstigen Erhaltungszustandes des Wolfes ist für mich nicht nachvollziehbar.“

Schutzstatus des Wolfes innerhalb der EU überdenken

Es gilt die gesamte Europäische Union und nicht einzelne Mitgliedsstaaten als Beurteilungsgebiet heranzuziehen. Daher ist es unser Ziel, den Schutzstatus des Wolfes innerhalb der EU zu überdenken, um eine Regulierung etwaiger Problemwölfe zu ermöglichen“, erklärt der Agrar-Landesrat. Europarechtlich ist der Wolf (Canis lupus) in Anhang II und Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) angeführt und somit eine prioritäre Art, für deren Erhaltung der Gesellschaft besondere Verantwortung zukommt.

Zuerst vergrämen, dann entnehmen

In Oberösterreich initiierte der Agrar-Landesrat indessen zusätzlich zum nationalen Wolfsmanagementplan den Runden Tisch Wolf. Um den erarbeiteten Zwei-Stufen-Plan, der die behördliche Bewilligung von Vergrämungsmaßnahmen und in einem weiteren Schritt die Entnahme auffälliger Wölfe vorsieht, ruft Landesrat Hiegelsberger vor allem Jäger sowie Landwirte der betroffenen Regionen, also Personengruppen, die sich aktiv in der Kulturlandschaft bewegen, auf, Wolfssichtungen zu dokumentieren und an das Land Oberösterreich, Abteilung Land- und Forstwirtschaft zu melden, um entsprechende Datengrundlagen für etwaige Bewilligungen zu sammeln.


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