Coronavirus: Verunsicherung unter den Wirtschaftstreibenden im Bezirk Freistadt ist groß
BEZIRK FREISTADT. „Die Verunsicherung der Wirtschaftstreibenden im Bezirk ist groß“, weiß Wirtschaftskammer-Obmann Christian Naderer.

„Sorgen herrschen da und dort wegen der Logistik in der Produktion. Teilweise ist nicht abzusehen, ob alle Komponenten geliefert werden können, vor allem jene aus Italien. Im Bezirk weiß ich von einer Werkstatt, die auf Teile aus Italien wartet und von einem Produzenten, der Flaschenverschlüsse aus Italien bezieht und nicht weiß, ob diese weiter geliefert werden“, sagt Christian Naderer.
„Unsicherheit gibt es auch, was jene Arbeitskräfte aus Tschechien betrifft, die in den Betrieben im Bezirk arbeiten (mehr dazu hier:Tschechien macht seine Grenzen wegen Corona-Gefahr dicht) und was passiert, wenn ein Corona-Fall im eigenen Unternehmen auftritt bzw. Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt werden“, sagt Naderer.
„Auch die Gastronomie spürt schon, dass die Leute weniger fortgehen.“ Neben den Reisebusunternehmen würden auch all jene, die üblicherweise von den Busreisen profititieren - Gasthäuser, Hotellerie, Schaubetriebe - momentan zu knabbern haben.
„Am dringendsten sehe ich das Informationsangebot, weil in den einzelnen Betrieben sehr pragmatisch mit dem Thema Corona umgegangen wird und gerade für kleinere Betriebe eine schnelle Informationsmöglichkeit rund um die Uhr sehr wertvoll ist. Weiters an Bedeutung gewinnen wird die Überbrückungs-Finanzierung für unsere Region. Außerdem braucht es die Hilfen für den Tourismus, weil wir in unserem Bezirk insbesondere bei Gruppenreisenden und Tagesgästen, aber auch bei Versammlungen und anderen Vereinsaktivitäten von Einheimischen massive Ausfälle für die Gastronomie erleben“, so Naderer weiter.
Auf regionale Lieferanten zählen
Wer von den aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie profitiert, ist der Lebensmittelhandel. „Hier haben wir im Bezirk den Vorteil vieler regionaler Lieferanten. Deren Produkte sind nicht von langen Logistikketten abhängig. So gesehen kann man die Situation auch als Chance sehen, die Regionalität zu stärken.“
WKOÖ-Präsidentin Hummer: „Unternehmen alles, um den Betrieben zu helfen!“
„Selbstverständlich unterstützt die Wirtschaftskammer die von der Bundesregierung gesetzten Maßnahmen, aber die negativen Folgen für die heimische Wirtschaft sind bereits immens. Betriebe aller Größen und in allen Branchen stehen mit dem Rücken zur Wand und mit ihnen alle ihre Mitarbeiter. Es braucht daher schnell einen nationalen Schulterschluss, um unseren Wirtschafts- und Lebensstandort vor einem Kollaps zu bewahren. Niemand darf sich seiner Verantwortung entziehen. Weder die politischen Parteien, noch die einzelnen Landesregierungen und natürlich auch nicht wir als Sozialpartner“, betont WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer.


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