Auf dem Freistädter Arbeitsmarkt herrscht Ruhe vor dem befürchteten Sturm
BEZIRK FREISTADT. Der Anstieg bei den Arbeitslosen hält sich noch in Grenzen. Derzeit fühlt es sich an, als befänden wir uns in Bezug auf die Arbeitslosigkeit in der sprichwörtlichen Ruhe vor dem Sturm, der demnächst einsetzen wird“ sagt AMS Freistadt-Leiter Alois Rudlstorfer.

Mit 1.034 Personen (534 Frauen/500 Männer) sind Ende November um 166 (+19,1%) mehr beim AMS zur Arbeitsuche vorgemerkt als noch vor einem Jahr. Rudlstorfer erwartet für Dezember einen starken Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen aufgrund der saisonalen Arbeitslosmeldungen von Beschäftigen aus dem Bau- und Baunebengewerbe.
Zahl der Kurzarbeitsanträge steigt stark
Außerdem steigen die Kurzarbeitsanträge aufgrund des Lockdowns im November wieder stark an. „Wir werden auch jetzt wieder alles daran setzen, die Leistungen für Arbeitslose und die Kurzarbeitsunterstützung für Unternehmen so rasch, wie möglich zu bearbeiten und auszuzahlen“, verspricht Rudlstorfer. Für die neue Kurzarbeit, die seit 1. Oktober beantragt werden kann, wurden bis jetzt 232 Unterstützungsanträge beim AMS Freistadt eingebracht. Betroffen sind ca. 1.600 Personen, für die eine Unterstützung in der Höhe von ca. 12,6 Millionen Euro beantragt wird. „Die meisten Anträge kommen aufgrund des neuerlichen Lockdowns hauptsächlich von Gastgewerbe- und Handelsbetrieben“, sagt Rudlstorfer
Trotzdem Chance auf neuen Arbeitsplatz
Das AMS ersucht, sich per Mail oder Internet arbeitslos zu melden. Der Antrag auf Arbeitslosengeld wird dann vom AMS zugeschickt und kann in der Folge auch wieder postalisch beim AMS Freistadt eingebracht werden. Trotz der schwierigen Situation auf dem Arbeitsmarkt gibt es Chancen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. So waren beim AMS Ende November 355 offene Stellen in den Freistädter Betrieben gemeldet. Am meisten gesucht werden Arbeitskräfte in den technischen Berufen (61) in den Metall- und Elektroberufen (60), und im Handel (50).
Angebot und Nachfrage passen nicht zusammen
Trotz der steigenden Zahl an arbeitslosen Personen ist es für Betriebe sehr schwer, passende Mitarbeiter zu finden. Das Angebot an offenen Stellen bzw. das dazu gehörige Anforderungsprofil passen immer seltener zu den Fähigkeiten der arbeitsuchenden Personen. „Betriebe, die arbeitsuchende Personen auf ihre individuellen Bedürfnisse hin ausbilden wollen, unterstützen wir im Rahmen der arbeitsplatznahen Qualifizierung mit der Übernahme der Kosten für die Deckung des Lebensunterhaltes des Auszubildenden. Es fallen also für diese Zeit keine Lohnkosten an“, sagt der Freistädter AMS Chef.
Lehrstellenmarkt: in der Region bewerben
Auf dem Lehrstellenmarkt gibt es 187 offene Stellen, 45 davon sofort verfügbar. Die restlichen 142 Lehrstellen stehen bereits jetzt für die Schulabgänger des kommenden Sommers zum Bewerben bereit. Nur 17 Jugendliche suchen derzeit einen Ausbildungsplatz. „Um den Fachkräftenachwuchs für die Region zu sichern und sich lange, teure Pendelwege zu ersparen, ersuche ich alle Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, sich das Angebot im Bezirk anzuschauen, bevor sie sich Richtung Zentralraum orientieren“, sagt Rudlstorfer.


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