Arbeitsmarkt: Unternehmen im Bezirk Freistadt suchen so viel Personal wie nie zuvor
BEZIRK FREISTADT. So viele Arbeitskräfte suchen die heimischen Unternehmen derzeit wie noch nie. 759 offene Stellen und 127 offene Lehrstellen sind zur Zeit im Bezirk beim AMS Freistadt gemeldet.

“Ich kann mich nicht erinnern, dass der Arbeitskräftebedarf im Bezirk jemals so hoch war wie jetzt“, sagt Alois Rudlstorfer, Leiter des AMS Freistadt. Bei einer Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent und insgesamt 879 Arbeitsuchenden ist es für die Unternehmen sehr schwer, passendes Personal zu finden. „Die Zahl der Arbeitsuchenden liegt Ende Juli weiterhin unter der des Jahres 2019. Auch damals war schon vom Fachkräftemangel die Rede. Verschärft wird die Situation derzeit durch den extrem hohen Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften in den Unternehmen, der damals nicht in diesem Ausmaß vorhanden war“, sagt Rudlstorfer.
Konsequente Vermittlung und Qualifikation
Das AMS setzt in dieser Situation verstärkt auf konsequente Vermittlung von Personen, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind und auf Qualifikation bzw. Umschulung. „Durch ein großzügiges Angebot ein Eingliederungsbeihilfen, also befristeten Lohnzuschüssen, versuchen wir Unternehmen dazu zu animieren, auch, auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte Personen, wie Langzeitarbeitslose, Ältere, Wiedereinsteigerinnen oder Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, einzustellen“, sagt der Freistädter AMS-Chef. Das wird von den Unternehmen auch angenommen.
198 Beihilfen mit 1,9 Mio. Euro Förderung genehmigt
Allein im Jahr 2021 wurden vom AMS bis jetzt 198 solcher Beihilfen genehmigt und dabei 1,9 Mio. Euro an Förderungen zugesagt. Bei Personen mit fehlender Qualifikation übernimmt das AMS die Kosten für eine entsprechende Ausbildung vor der Arbeitsaufnahme oder direkt am zukünftigen Arbeitsplatz. Die meisten offenen Stellen gibt es derzeit in den Bauberufen (85), im Handel (83), in technischen Berufen (81), in den Metall- und Elektroberufen (77) und in den Fremdenverkehrsberufen (73).
Lehrlingssuche ebenso schwierig
Die Suche nach geeigneten Lehrlingen ist für die Unternehmen momentan mindestens genau so schwierig. Den 127 offenen Lehrstellen in den verschiedenen Lehrberufen stehen derzeit lediglich 35 Lehrstellensuchende gegenüber. Die meisten offenen Lehrstellen gibt es in den Bauberufen (29), im Handel (27), in den Metall- und Elektroberufen (19), in den Fremdenverkehrsberufen (17) und in den holzverarbeitenden Berufen (14). „Auch bei der Lehrlingsausbildung unterstützen wir Unternehmen, die Jugendlichen mit Vermittlungseinschränkungen eine Chance auf einen Ausbildungsplatz geben, finanziell“, sagt Rudlstorfer.


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