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Atomkraft soll als "grün" deklariert werden: Anti Atom Komitee zeigt sich entsetzt

Online Redaktion, 05.01.2022 12:02

BEZIRK. Die EU-Kommission will Atomkraft und Erdgas als nachhaltig einstufen. „Ein skandalöser Vorschlag“, sagt Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee.

AKW Temelín (Foto: Kletr/Shutterstock)
AKW Temelín (Foto: Kletr/Shutterstock)

In Österreich gibt es einen breiten Konsens bei allen politischen Fraktionen, dass Atomenergie nicht als nachhaltig gelten kann und darf, und keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Frankreich und ehemalige Oststaaten, wie Tschechien, Slowakei, Polen usw. lobbyieren massiv in Brüssel, Atomenergie als nachhaltige Energieform und damit als Klimaschutzmaßnahme in die Taxonomieverordnung aufzunehmen.

„Argumente der Atomlobby können leicht entkräftet werden“

„Ein entsprechend skandalöser Vorschlag seitens Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen liegt nun auf dem Tisch. Ich bin überzeugt, dass dies gegen den Willen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung geschieht“, zeigt sich Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee entsetzt.

Dabei könnten die Argumente der Atomlobby leicht entkräftet werden. „Der Anteil der Atomenergie am weltweiten Energieverbrauch beträgt ca. zwei Prozent und zeigt, dass die Atomenergie keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann! Global gesehen können alle Atomkraftwerke morgen abgeschaltet werden und wir merken es nicht“, so der St. Oswalder.

Lauter Aufschrei aus Österreich gefordert

Das Anti Atom Komitee hatte im Sommer mit österreichischen EU-Abgeordneten aller im EU-Parlament vertretenen Parteien Gespräche geführt. „Sie haben uns alle unisono zugesichert, dass Atomenergie im Rahmen des ,green deals‘ nie als nachhaltig eingestuft werden darf und sie dies auch in Brüssel vehement vertreten werden. Es muss jetzt einen lauten Aufschrei der Österreicher im EU-Parlament und von der Bundesregierung geben, der laut und deutlich zu hören ist!“

Die EU-Kommission will Atomkraft und Gas einem Entwurf zufolge als „grüne“ Energieformen deklarieren. So soll etwa auch der Bau neuer Kernkraftwerke unter bestimmten Umständen als nachhaltige Investition anerkannt werden.

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